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25.07.2014

19:20 Uhr

Sopranistin Catherine Foster

„Als Brünnhilde muss man durchhalten“

An die Buh-Rufe im vergangenen Jahr denkt sich schon lange nicht mehr: Brünnhilde-Darstellerin Catherine Foster geht in ihr zweites Bayreuther Jahr. Als Brünnhilde, so sagt sie, geht es vor allem ums Durchhalten.

Brünnhilde-Darstellerin Catherine Foster und Lance Ryan als „Siegfried“ bei den Proben zu „Götterdämmerung“ im vergangenen Jahr. dpa

Brünnhilde-Darstellerin Catherine Foster und Lance Ryan als „Siegfried“ bei den Proben zu „Götterdämmerung“ im vergangenen Jahr.

BayreuthAls Frank Castorfs neue Interpretation des „Ring des Nibelungen“ im vergangenen Jahr von einem Großteil des Bayreuther Publikums ausgebuht wurde, lag das wohl kaum an ihr: Von vereinzelten Buhs nach der „Walküre“-Premiere abgesehen, feierte das Publikum die Sopranistin Catherine Foster bei ihrem Debüt auf dem Grünen Hügel. Zur Castorfs umstrittener Inszenierung will die Britin sich nicht äußern. Dafür spricht sie im Interview über die Strapazen des Brünnhilde-Daseins. Der Zuschauer, so sagt sie, solle sich auch einmal in die Sänger auf die Bühne hineinversetzen, wenn sie nach einem Auftritt buhen.

Frage: Sie haben im vergangenen Jahr Ihr Debüt als Brünnhilde in Bayreuth gegeben. Ist Bayreuth wirklich so besonders wie alle sagen?
Antwort: Ja, ich glaube schon. Es ist wirklich sehr besonders, es ist Wagners Haus und auf dem Grünen Hügel zu sein, ist für mich wirklich etwas ganz Besonderes.

Frage: Frank Castorfs „Ring“-Inszenierung hat nicht jedem gefallen, bei den Premieren gab es lautstarke Buhs für das Regie-Team. Was glauben Sie, woran das lag?
Antwort: Dazu möchte ich nichts sagen.

Wagners Werke

Die Feen

entstanden 1834, Uraufführung am 29. Juni 1888 im Königlichen Hof- und Nationaltheater München

Das Liebesverbot oder Die Novize von Palermo

entst. 1834-36, UA am 29. März 1836 im Stadttheater Magdeburg

Rienzi der Letzte der Tribunen

entst. 1837-40, UA am 20. Oktober 1842 im Königlich Sächsischen Hoftheater Dresden

Der fliegende Holländer

entst. 1840-41, UA am 2. Januar 1843 im Königlich Sächsischen Hoftheater Dresden

Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg

entst. 1842-45, UA am 19. Oktober 1845 im Königlich Sächsischen Hoftheater Dresden

Lohengrin

entst. 1845-48, UA am 28. August 1850 im Großherzoglichen Hoftheater Weimar

Der Ring des Nibelungen. Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend

entst. 1848-74, UA am 13.-17. August 1876 im Festspielhaus Bayreuth

- Vorabend: Das Rheingold, entst. 1851-54, UA am 22. September 1869 im Königlichen Hof- und Nationaltheater München

- Erster Tag: Die Walküre, entst. 1851-56, UA am 26. Juni 1870 im Königlichen Hof- und Nationaltheater München

- Zweiter Tag: Siegfried, entst. 1851-71, UA am 16. August 1876 im Festspielhaus Bayreuth

- Dritter Tag: Götterdämmerung, entst. 1848-74, UA am 17. August 1876 im Festspielhaus Bayreuth

Tristan und Isolde

entst. 1856-59, UA am 10. Juni 1865 im Königlichen Hof- und Nationaltheater München

Die Meistersinger von Nürnberg

1845-67, UA am 21. Juni 1868 im Königlichen Hof- und Nationaltheater München

Parsifal

entst. 1865-82, UA am 26. Juli 1882 im Festspielhaus Bayreuth

Frage: Was ist aus Ihrer Sicht das Schwierigste daran, die Brünnhilde zu singen?
Antwort: Die Frage, ob man es schafft, bis zum Ende durchzuhalten, die Proben zu überstehen und dann drei riesige Opern nacheinander zu singen – oft ohne einen Tag Pause dazwischen. Und in diesen drei Opern müssen sich dann auch noch unterschiedliche Farben der Brünnhilde zeigen, die sich von der „Walküre“ bis zum Ende der „Götterdämmerung“ ja weiterentwickelt. Es ist ein ganzes Leben in drei Opern. In der ersten ist sie wie ein Teenager, ganz jung. Im Siegfried entdeckt sie die Liebe und in der Götterdämmerung ist sie eine richtige Frau – verheiratet und verraten. Ich singe Brünnhilde seit 2007 und jedes Mal entdecke ich etwas Neues in dem Text und der Musik. Ich glaube, das wird auch noch zehn, 15 Jahre so weitergehen.

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