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04.11.2013

20:47 Uhr

Sotheby's

Der rasende Puls der Asienmärkte

VonMatthias Thibaut

Sotheby’s Herbstauktionen in Hongkong schlagen alle Rekorde. Dabei schneidet nicht nur die zeitgenössische asiatische Kunst überragend ab. Auch historisches Porzellan erzielt Spitzenwerte.

Eine unterglasurblaue Schale erzielte mit 18,2 Millionen Dollar den zweithöchsten Preis für Ming Porzellan. Reuters

Eine unterglasurblaue Schale erzielte mit 18,2 Millionen Dollar den zweithöchsten Preis für Ming Porzellan.

HongkongSind die brillanten Ergebnisse von Sothebys’s Herbstauktionen in Hongkong ein Vorbote der New Yorker Novemberauktionen? Die Kunstmärkte stürmen wieder mit ungebremster Begeisterung voran – jedenfalls in Asien. Wie in New York lagen auch in Hongkong die Schätzungen auf Rekordniveau – und wurden noch übertroffen. Kunst und Luxus für Schätzpreise von zusammen 370 Millionen US-Dollar waren im Angebot (alle Dollarangaben: US-Dollar). Aber dann übertraf das Gesamtergebnis mit 540 Millionen Dollar sogar das bisherige Rekordhoch einer Hongkonger Auktionsserie, erzielt 2011 von Christie’s mit 515 Millionen Dollar.

Für Sotheby’s, die vor 40 Jahren in Hongkong als Pioniere des asiatischen Kunstmarkts antraten, war es ein Triumph und ein guter Moment, eine weitere große Auktion in Peking im Dezember anzukündigen. Die Asienmärkte brummen.

Christie’s hatte im September in Schanghai Kunst für 25 Millionen Dollar verkauft. Die letzten Auktionen mit chinesischer Kunst in New York und London waren schon exzeptionell stark; nun will Sotheby’s diese Stärke mit einer ganz auf moderne und zeitgenössische Kunst spezialisierten Auktion in Peking in den Schatten stellen. Als Hauptwerk wurde eine vom Art Institute Chicago eingelieferte Abstraktion Zao Wou-Kis von 1958 mit einer 5,7 bis 7,3 Millionen Dollar-Schätzung angekündigt.

Beschleunigter Aufschwung

Vor allem der der 23,3 Millionen Dollarpreis für Zeng Fanzhis „The Last Supper“ zeigt, wie sich der Aufschwung der asiatischen und chinesischen Märkte wieder beschleunigt. Das Remake von Leonardo Da Vincis berühmtem Abendmahl mit den typischen Maskenmännern des Künstlers beim Melonenessen kostete nicht das Doppelte der Schätzung, sondern verzweifachte auch den bisherigen Höchstpreis des Künstlers. Teil der Attraktion des Werkes war die Herkunft aus der Sammlung von Baron Guy Ullens, dem belgischen Sammler, der im Pekinger Kunstbezirk 798 ein Contemporary Museum betreibt. Das Gemälde war Höhepunkt der „Jubiläumsauktion“, die 145 Millionen Dollar einspielte.

Es gab dabei viele andere Künstlerrekorde, unter anderem für ein abstraktes Triptychon von Zao Wou-Ki mit 11 Millionen Dollar, für Liu Ye’s Leinwand „Schwert“ mit 5,5 Millionen Dollar und den Deutschen Maler Walter Spies (1895-1942) der seit 1923 auf Java und dann auf Bali lebte und als Hauptvertreter der indonesischen Kunst des 20. Jahrhunderts gilt. Sein Urwaldgemälde „Blick von der Höhe“ brachte 4 Millionen Dollar.

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