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13.04.2012

18:46 Uhr

Spielshows

Der Geldwahn des deutschen Fernsehens

Spielshows im Fernsehen buhlen mit immer höheren Gewinnen um die Gunst der Zuschauer. Doch erfolgreicher sind die Formate von Raab und Co. dadurch nicht unbedingt. Worauf es ankommt, ist ein spannendes Konzept.

1,5 Millionen Euro liegen diesmal im Jackpot bei „Schlag den Raab“. obs

1,5 Millionen Euro liegen diesmal im Jackpot bei „Schlag den Raab“.

BerlinWas ist bloß im deutschen Fernsehen los? Die Sender scheinen zurzeit mit Geld nur so um sich zu werfen: Millionen Euro werden ausgegeben, um Millionen Menschen zum Einschalten zu bewegen. Ob beim RTL-Quiz „Wer wird Millionär?“, der ZDF-Show „Rette die Million“, dem ARD-Spiel „Opdenhövels Countdown“, das am Donnerstag startete, oder dem Sat.1-Musikcasting „The Winner is...“ mit Linda de Mol, das am Mittwoch losging: Es geht um viel Geld. Und diese paar Shows sind nur eine Auswahl. Doch die Rechnung „Mehr bringt mehr“ - also: mehr Zaster bringt auch mehr Zuschauer - geht nicht immer auf.

Die Strategie der Sender ließe sich auch mit den Worten des geltungssüchtigen Unternehmers Heinrich Haffenloher (Mario Adorf) aus der Serie „Kir Royal“ beschreiben: „Isch scheiß disch sowas von zu mit meinem Geld.“ Doch findet der Zuschauer ein solches Verhalten sympathisch?

Manche Medien sehen in der aktuellen Entwicklung sogar einen Zeitgeist: „Griechenland ist abgebrannt. Die Deutschen üben das noch“, schrieb am Mittwoch das Berliner Blatt „Der Tagesspiegel“. „Sie spielen Monopoly-TV um immer höhere Beträge. Und sie empören sich gleichzeitig über Rettungsschirme.“ Ob man das wirklich so allgemein sagen kann? Jedenfalls heißt es an diesem Samstag bei ProSieben wieder „Schlag den Raab“. Stolz verkündet der Privatsender: „Der größte Jackpot im deutschen Fernsehen: 1,5 Millionen Euro liegen diesmal im Jackpot bei „Schlag den Raab“. Pro Raab-Sieg erhöht sich die potenzielle Gewinnsumme um eine halbe Million Euro. Nach oben gibt es keine Grenzen. In keiner anderen TV-Show geht es regelmäßig um so viel Geld.“

Die bisher höchste Summe gewann im Mai 2009 der Mainzer Chemie-Doktorand Nino Hase: drei Millionen Euro! Doch bei 21 von insgesamt 33 Ausgaben holte Entertainer Stefan Raab den Sieg und nicht sein Herausforderer.

In der neuen ARD-Show mit Matthias Opdenhövel, die zum Auftakt am Donnerstagabend 3,21 Millionen Menschen verfolgten, geht es um vergleichsweise wenig Geld: nur 100.000 Euro. Das ist sogar weniger als man zuletzt bei „Big Brother“ (125.000 Euro) einheimsen konnte.

Immerhin eine Million Euro soll es am Ende bei Linda de Mols Gesangsshow „The Winner is...“ zu gewinnen geben. Apropos Castingshow und Geld: Bei „Deutschland sucht den Superstar“ bekommt der Sieger seit der achten Staffel neben dem Plattenvertrag noch eine halbe Million Euro. Die aktuelle neunte DSDS-Staffel bewarb RTL während der Bewerbungsphase sogar offensiv mit dieser Summe.

Kommentare (1)

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JuergenZlatko

13.04.2012, 20:41 Uhr

SECHS MILLIONEN ...

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