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22.09.2014

14:56 Uhr

Stammeskunst

Für die Händler zu teuer

VonOlga Grimm-Weissert

Internationale Privatsammler sorgen in Paris für einen kompletten Verkauf der Tribal Art-Sammlung Murray Frum. Der Handel hat das Nachsehen. Für die lebhafte Nachfrage ist das gute Timing mit weiteren Veranstaltungen verantwortlich. So gelingt es Sotheby's, mit der Ozeanien-Offerte einen rekordträchtigen Umsatz einzunehmen.

Die menschenähnliche Maori-Statue "Pou whakairo" stammt aus Neuseeland und ist 39 Zentimeter hoch. Sie wechselte für 1.4 Millionen Euro den Besitzer. (Ausschnitt)

Die menschenähnliche Maori-Statue "Pou whakairo" stammt aus Neuseeland und ist 39 Zentimeter hoch. Sie wechselte für 1.4 Millionen Euro den Besitzer. (Ausschnitt)

ParisParis ist die Hochburg für den Handel mit Stammeskunst. Das wurde noch einmal deutlich, als Sotheby’s die Versteigerung der Sammlung von Murray Frum (1931-2013) auf den 16. September 2014 legte und damit unmittelbar im Anschluss an die messeähnliche Veranstaltung „Parcours des mondes“ (9. bis 14. September). An diesem „Weltenspaziergang“ im früheren Existentialistenviertel Saint-Germain-des-Près hatten sich 68 Galeristen beteiligt, von denen die Hälfte aus dem Ausland kam und viele aus den USA anreisten.

Umsatzrekord für ozeanische Kunst

Dank einer phänomenalen Qualitätsverbesserung wurde der „Parcours“ ein überwältigender, internationaler Erfolg. Dementsprechend viele Telefon- und Internetbieter beteiligten sich an der Auktion, die mit 49 Losen aus der Ozeanien-Sammlung des kanadischen Sammlers auf einen Rekordumsatz von 7,5 Millionen Euro kam.

Allerdings hat es bis jetzt nur wenige auf ozeanische Kunst spezialisierte Auktionen gegeben. Die letzte erwähnenswerte war die von Marcia und John Friede zusammengestellte „Jolika“-Sammlung, die Christie's im Juni 2013 in Paris für insgesamt 3,5 Millionen Euro versteigerte. Seither liegt der höchste, auf einer Auktion erzielte Preis für ein ozeanisches Objekt bei 2,5 Millionen Euro, bewilligt für eine Hausdach-Figur.

Internetbieter wagt sich über Millionen-Grenze

In diese Preisregionen stieß die Sammlung Frum nicht, obwohl man damit gerechnet hatte. Das höchst bewertete Objekt, eine Uli-Ahnenfigur aus Neuirland, war einem europäischen Telefonbieter 1,6 Millionen Euro wert. Kämpfen musste er um dieses Los nicht nur gegen einen weiteren Telefonbieter, sondern auch gegen einen Internetbieter, was ziemlich ungewöhnlich ist. Denn meistens überschreiten sie die Millionengrenze nicht. Im Übrigen hat der Typus der hermaphroditischen „Uli Würdenträgerfiguren“ mit dem durchdringenden Blick, von denen es weltweit 220 Skulpturen unterschiedlicher Qualität und Erhaltung gibt, noch nie so viel gebracht.

Frums „Uli“ wurde von einem deutschen Distriktverwalter in Neuirland für das Stuttgarter Linden-Museum erworben und dort 1908 inventarisiert.

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