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13.01.2010

13:55 Uhr

Stammeskunst

Geheimnisvolle Ritualobjekte und ihr Markt

VonOlga Grimm-Weissert

Paris hat sich fest etabliert als Drehscheibe für Stammeskunst aus Afrika und Ozeanien. Masken und Kultgegenstände sind nicht nur formschön und expressiv, sondern oft auch noch erschwinglich. Rückblick auf die wichtigsten Pariser Zuschläge aus dem Jahr 2009 und die führenden Versteigerungshäuser in diesem Sammelgebiet.

Diese Maske der Punu aus Gabun konnte ein amerikanischer Händler für günstige 264.750 Euro bei Sotheby's ersteigern. Sothebys

Diese Maske der Punu aus Gabun konnte ein amerikanischer Händler für günstige 264.750 Euro bei Sotheby's ersteigern.

PARIS. Paris ist seit Jahren eindeutig die internationale Drehscheibe für Stammeskunst. Selbst die internationalen Versteigerungshäuser vernachlässigen New York zugunsten von Paris. Sotheby's organisierte 2009 in New York nur eine einzige Auktion am 15. Mai, die umgerechnet 929.125 Euro verbuchte. Christie's hat seit drei Jahren alle Tribal Art-Auktionen nach Paris verlegt. Die Krise wirkt sich auf dem Stammeskunst-Sektor in Paris nur insofern aus, als die Käufer sehr selektiv agieren: Mittelware wird zurückgereicht, Spitzenstücke mit Höchstpreisen bedacht. Beachtenswert war das üppige Auktions-Angebot von insgesamt vierzig Tribal Art Auktionen im Jahr 2009, deren Gesamtumsatz an der Seine rund 22 Mio. Euro beträgt.

Sotheby's setzt allein die Hälfte der Pariser Verkäufe um


Unbestrittener, weltweiter Marktführer des Stammeskunst-Sektors ist Sotheby's. Mit den beiden Pariser Tribal Art-Auktionen am 17. Juni und am 3.Dezember setzten die Anglo-Amerikaner alleine 11,2 Mio. Euro um - also die Hälfte des Pariser Marktaufkommens auf diesem Sektor. Mit 1,4 Mio. Euro für eine Bamana-Maske aus Mali hält Sotheby's auch den höchsten Tribal Art Jahreszuschlag. Ein Privatsammler bewilligte mit diesem Kauf einen Weltrekord für eine westafrikanische Maske. Am 17. Juni kam die gediegen gewachsene Händler-Sammlung Philippe Guimiot/Domitilla de Grunne bei Sotheby's für mehr als 6 Mio. Euro unter den Hammer.

Eine Altarstatue der Kwele aus Gabun wurde vom Schätzpreis von 450.000 bis 600.000 Euro auf 971.950 Euro brutto angehoben. Auf der Versteigerung des 3. Dezember, die der Handel trotz vieler Rückgänge für gängige Objekte als qualitativ hochwertig einstufte, erwarb ein immer in Paris aktiver amerikanischer Händler eine Punu-Maske aus Gabun für günstige 264.750 Euro. Im Verhältnis zum Schätzpreis von 250.000 bis 400.000 Euro kein schlechtes Geschäft. Die in die gleiche Sitzung versteigerten 15 besonders interessanten ozeanischen Objekte aus Neuguinea aus der Sammlung Marcia und John Friede fuhren alleine 1,3 Mio. Euro ein.

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