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10.03.2014

17:07 Uhr

Stanley J. Seeger

Gesammelt gegen den Strich

VonMatthias Thibaut

2.000 Bieter haben der Versteigerung des Nachlasses von Stanley J. Seeger einen fulminanten Erfolg beschert. Mit der schrulligen Kollektion nahm Sotheby’s umgerechnet 9 Millionen Euro ein.

Orson Welles' 1941 verfasstes Filmskript für "Citizen Cane". (Ausschnitt) dpa

Orson Welles' 1941 verfasstes Filmskript für "Citizen Cane". (Ausschnitt)

LondonEine Rekordzahl von 2.000 Bietern war für Sotheby’s zweitägige Nachlassauktion der Sammlung Stanley J. Seeger gemeldet. Niemand ließ sich von der eklektizistischen und auch schrulligen Sammlung dieses Sammlers abschrecken, der zwei Mal in den vergangenen Jahrzehnten große Kunstsammlungen mit Erfolg versteigerte. Die Sammelstrategie des Individualisten Seeger, Erbe eines amerikanischen Ölvermögens und Wahlbriten, bestand vor allem darin, Konvention und Mode und erst recht die Diktate der Geschmacksführer in den Wind zu schlagen. Es war eine Sammlung, die vor allem Spaß gemacht hat.

Titel und Motto der Auktion – „1000 Ways of Seeing“ – bedeuteten natürlich auch, dass es hier für jeden Geschmack und jedes Interessengebiet etwas zu holen gab. Das Ergebnis: Die Gesamteinnahme von 7,3 Millionen Pfund (9 Millionen Euro) verdoppelte die Schätzung. Nur 55 der 991 ausgerufenen Lose blieben unverkauft, eine Rückgangsrate von nur sechs Prozent, nach Wert nur 3,5 Prozent. Dabei gaben allerdings die vorsichtigen Taxen den zwei Auktionen am 5 und 6. März 2014 starken Aufwind (Vgl. Vorbericht vom ).

Ein Akrobat in animierender Pose - Öllampe aus Bronze ca. 1520 bis 1530. (Ausschnitt) Sotheby's London

Ein Akrobat in animierender Pose - Öllampe aus Bronze ca. 1520 bis 1530. (Ausschnitt)

Marktgerechte Preise erzielt

Im Endeffekt erwiesen sich die erzielten Preise dann aber als marktgerecht. Das gilt zumal für Toplos, das 46 cm große florentinische Marmorrelief mit den ringenden Helden Herkules und dem Riesen Antäus, das auf 30.000 bis 50.000 Pfund geschätzt war. Mit 350.500 Pfund wäre es immer noch ein guter Kauf, wenn einem findigen Kenner eine schlüssige Zuschreibung gelänge. Renaissance Künstler wie Bacio Bandinelli und Giovanni Bandini sind in der Diskussion. Angemessen waren auch die 98.500 Pfund, die eine paduanische Renaissancebronze in Form eines Akrobaten brachte. Die Schätzung betrug 80.000 bis 120.000 Pfund.

Unter den für deutsche Sammler interessanten Losen war Gerhard Marcks’ 120 cm große Bronze „Maximilian“, die Seeger in der Beck Auktion einst für 100.150 Euro erwarb. Nun waren 60.000 bis 80.000 Pfund geschätzt und der Endpreis lag bei 86.500 Pfund; auch dies eine marktgerechte Transaktion.

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