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09.02.2016

15:07 Uhr

Streaming-Dienst

Matthias Schweighöfer dreht Serie für Amazon

Streaming-Dienste wie Amazon Prime oder Netflix produzieren immer mehr eigene Inhalte. Jetzt kommt beim weltgrößten Online-Händler Amazon erstmals auch eine Serie aus Deutschland – mit Matthias Schweighöfer.

Ein Meilenstein im Bereich Video on Demand: „Wanted“ ist die erste deutsche Serie eines Video-Streaming-Dienstes – und das Seriendebüt von Matthias Schweighöfer als Regisseur. obs

Matthias Schweighöfer

Ein Meilenstein im Bereich Video on Demand: „Wanted“ ist die erste deutsche Serie eines Video-Streaming-Dienstes – und das Seriendebüt von Matthias Schweighöfer als Regisseur.

BerlinAmazon hat Matthias Schweighöfer für die erste eigene TV-Serie des Streaming-Dienstes aus Deutschland verpflichtet. In „Wanted“ spielt er einen Mann, dessen Leben durch einen Hacker-Angriff auf den Kopf gestellt wird. Schweighöfer wird auch selbst Regie führen und dem Projekt als Produzent seinen Stempel aufdrücken.

Zunächst seien sechs einstündige Folgen geplant, sagte der 34-Jährige Schauspieler („Soloalbum“, „Friendship!“) am Dienstag in Berlin. „Wir zeigen in dieser Serie, wie aus einem ganz normalen Menschen ein Verfolgter werden kann.“

Alles rund um Netflix

Alternative zu den Videotheken

Die Netflix-Gründer Reed Hastings und Marc Randolph wollte eine Alternative zu den Videotheken aufbauen. 1997 fingen sie an, DVDs online zu verleihen – ohne Säumnisgebühren, die viele Nutzer nervten. Später führte das Unternehmen eine Flatrate ein.

Online-Dienst als zweites Standbein

2007 führte das Unternehmen einen Online-Dienst ein, Nutzer konnten die Filme auch übers Internet streamen. Für dieses Nebenprodukt verlangt Netflix seit 2011 auch Geld – erst empörten sich die Nutzer darüber, dann arrangierten sie sich damit.

Den Vorlieben der Nutzer auf der Spur

Netflix hat einen Algorithmus entwickelt, um die Vorlieben der Nutzer genau erfassen und passende Genres vorschlagen zu können. Das Unternehmen wertet zudem aus, welche Serien und Filme besonders häufig illegal heruntergeladen werden.

Einladung zum „Binge Watching“

Der Online-Dienst bietet alle Folgen einer Serie auf einen Schlag an – wer will, kann beispielsweise ein ganzes Wochenende mit der neuen Staffel von „House of Cards“ verbringen. Experten sprechen vom „Binge Watching“, also einer Art „Koma-Gucken“.

Schlagzeilen mit Eigenproduktionen

Netflix bietet größtenteils bereits ausgestrahlte Filme und Serien an, bemüht sich aber verstärkt um Eigenproduktionen. Die bekannteste ist wohl die hochgelobte Politserie „House of Cards“ mit Schauspieler Kevin Spacey. Auch Anbieter wie Amazon gehen inzwischen diesen Weg.

Expansion jenseits der USA

Der Heimatmarkt ist nicht genug: Netflix expandiert seit einigen Jahren, der Dienst ist bereits in Kanada, Südamerika, Großbritannien und den Niederlanden verfügbar. 2014 kamen diverse Länder hinzu, darunter Deutschland.

Gedreht werden soll hauptsächlich in Berlin sowie auch in München und New York. Derzeit werde die Arbeit an den Drehbüchern abgeschlossen. Drehbeginn ist im Mai, die Serie könnte ab Anfang 2017 ausgestrahlt werden, sagte Schweighöfer. Obwohl die Handlung der ersten Staffel abgeschlossen sein werde, sei auch eine Fortsetzung durchaus möglich. „Für mich ist Amazon eine gute Plattform, auf der man probieren kann, eine solche Serie zu machen.“

Der Online-Händler wolle die Serie auch in anderen Ländern zeigen, betonte der Deutschland-Chef von Amazon Video, Christoph Schneider. „Ich glaube, dass „Wanted“ durchaus auch international erfolgreich sein kann.“ Amazon habe sehr lange nach dem richtigen Projekt gesucht: „Wir müssen zum Start mit dem entsprechenden Schwergewicht und der entsprechenden Story aufwarten.“

Der weltgrößte Online-Händler Amazon betreibt einen Streaming-Dienst, bei dem Filme und Serien über das Internet angesehen werden können. Kunden des Abo-Dienstes Prime für schnellere Gratis-Lieferungen können das Videoangebot ohne weitere Zahlungen nutzen.

Genauso wie der Rivale Netflix setzt Amazon dabei auf exklusiv verfügbare Produktionen, um Kunden anzulocken. Netflix denkt ebenfalls über eine TV-Serie aus Deutschland nach, ist aber noch auf der Suche, wie Firmenchef Reed Hastings jüngst der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Bei „Wanted“ teilen sich hauptsächlich Amazon und das Studio Warner Bros. die Kosten, die erheblich sein sollen. Die Serie bekomme ein „sehr hohes Budget“, sagte der Chef des deutschen Warner-Ablegers, Willi Geike. Konkrete Zahlen wurden allerdings nicht genannt. Genauso hält sich Amazon auch weiterhin bei der Zahl der Prime-Nutzer bedeckt. Auch er wisse nicht, wie groß das potenzielle Publikum bei Amazon sein werde, sagte Schweighöfer.

Von

dpa

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