Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.06.2012

15:09 Uhr

Streit um Veranstaltungsort

Kein Rock mehr am Ring?

Seit fast 30 Jahren pilgern Fans der etwas härteren Gangart an den Nürburgring, um ordentlich abzurocken. Die alteingesessen Fans werden da stutzig: In Zukunft könnte das Musikfestival ganz woanders stattfinden.

Hauptbühne bei Rock am Ring, mit 85.000 Zuschauern das größte Festival Deutschlands. dpa

Hauptbühne bei Rock am Ring, mit 85.000 Zuschauern das größte Festival Deutschlands.

MainzDie Diskussion um die Zukunft des Festival-Klassikers „Rock am Ring“ in der Eifel bekommt eine neue Wendung: Nach einem Bericht der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“ denkt Konzertveranstalter Marek Lieberberg darüber nach, mit dem Festival nach Mainz zu ziehen. Unter den möglichen Alternativen zum Nürburgring rangiere das Gelände am Flugplatz in Mainz-Finthen für ihn ganz oben, sagte Lieberberg der Zeitung.
Neben dem Finther Flugplatz steht dem Konzertmanager zufolge auch noch der Hockenheimring als Alternative zur Eifel zur Debatte. Zugleich betonte Lieberberg aber auch, dass er derzeit noch damit rechne, dass das Festival am Nürburgring bleiben könne.

Sicherung des Festivals am Nürburgring bleibt das Ziel

Lieberberg hatte angesichts des Streits zwischen den gekündigten Pächtern der Rennstrecke und der Landesregierung am Wochenende mangelnde Planungssicherheit kritisiert und mit einer Abwanderung von „Rock am Ring“ gedroht. Am Mittwoch hatte Innenminister Roger Lewentz (SPD) nach einem Gespräch mit Lieberberg dann versichert, das Land werde alles dafür tun werde, um das Kultfestival als Publikumsmagnet und Aushängeschild der Eifel zu sichern.

Nach diesem Gespräch fühlt sich Lieberberg der Zeitung zufolge nun erst einmal an sein Ja zum Nürburgring gebunden - zumindest bis Ende Juli. Dennoch wolle der Konzertmanager aber schon einmal eine Machbarkeitsstudie für Mainz-Finthen auf den Weg bringen.

Auch am Hockenheimring und in Mainz gibt es Open-Air-Erfahrung

Immerhin habe man in Mainz schon positive Erfahrungen sammeln können, etwa beim Bob-Dylan-Konzert vergangenes Jahr im Volkspark, sagte Lieberberg. Für den Finther Flughafen könnte zudem sprechen, dass es dort schon Anfang der 1990er Jahre zwei große Open Airs gab - mit Stars wie AC/DC, Metallica, Joe Cocker und Tina Turner.

Am Hockenheimring wiederum könnte man auf eine noch viel größere Open-Air-Erfahrung zurückgreifen. Seit 1988, als Michael Jackson an der Rennstrecke in Baden-Württemberg gastierte, hat es hier immer wieder große Konzert-Events gegeben - zuletzt im Sommer 2009 mit Bands wie den Toten Hosen und ebenfalls Metallica und AC/DC.

Außerdem hatte der Hockenheimring schon einmal als Alternative für den Nürburgring hergehalten: 1990 fand dort ein zweitägiges Open Air ganz im Stil des Originals aus der Eifel statt, wo man damals nach einem Einbruch bei den Zuschauerzahlen gerade eine zweijährige Pause einlegte. Ab 1991 ging es dann wieder mit Marek Lieberberg am Nürburgring weiter.

Von

dapd

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×