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30.01.2004

07:36 Uhr

Strenge und verführerische junge Frau

Femme fatale im Glück

VonJohannes Wendland (Handelsblatt)

„Das Mädchen Rosemarie“ machte Nina Hoss zum Star. Eine Begegnung mit der Schauspielerin.

Es ist mittags um zwölf, aber die Pizzeria am Prenzlauer Berg ist dennoch fast leer. Nina Hoss, abends zuvor noch am Berliner Ensemble in Robert Wilsons Inszenierung von Büchners „Leonce und Lena“ in der weiblichen Hauptrolle auf der Bühne, wirkt fit und entspannt.

Schwarzer Wollpulli mit lässigem Reißverschluss, schwarze Jeans, die langen, blonden Haare mal offen, dann wieder schnell zusammengelegt, so dass das Gesicht plötzlich schmal und markant wirkt. Nina Hoss begegnet einem auf Berliner Bühnen derzeit häufig. Sie wird gern als die strenge, aber stets verführerische junge Frau besetzt, in Rollen wie die der Leonore in Goethes „Tasso“ oder die der Gräfin Orsina in Michael Thalheimers Kultinszenierung von Lessings „Emilia Galotti“ am Deutschen Theater. Zugleich bereichert sie regelmäßig Fernsehfilme mit ihren Auftritten, seitdem sie 1996 als die Prostituierte Rosemarie Nitribitt im Bernd-Eichinger-Film „Das Mädchen Rosemarie“ über Nacht zum Star wurde.

Damals war Nina Hoss gerade 21 Jahre und galt als Femme fatale. Ein Wort verwendet sie oft, wenn sie auf ihre rasante Karriere zurückblickt: Glück. Direkt von der Schauspielschule, der Ernst-Busch-Schule in Berlin, wurde sie vom damaligen Intendanten des Deutschen Theaters, Thomas Langhoff, für sein Ensemble verpflichtet. „Ich musste nicht mal vorsprechen“, meint sie und schüttelt darüber immer noch den Kopf – „ein Riesenglück!“ Mit dem Film ging es ähnlich: Erfolgsproduzent Eichinger sah sie in einer winzigen Nebenrolle – und bot ihr ohne jedes Casting die Hauptrolle an.

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