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02.02.2015

00:14 Uhr

Stromausfall in ARD-Talksendung

Günther Jauch löst mit Griechen-Witz Shitstorm aus

VonDietmar Neuerer

Eigentlich wollte Günther Jauch in seinem ARD-Talk über die Folgen der Griechenland-Wahl diskutieren. Doch ein Stromausfall bremste die Sendung aus. Eine spitze Bemerkung des TV-Moderators sorgte bei Twitter für Unmut.

Saß im Dunkeln: Der Moderator Günther Jauch in seiner gleichnamigen ARD-Talkreihe. dpa

Saß im Dunkeln: Der Moderator Günther Jauch in seiner gleichnamigen ARD-Talkreihe.

BerlinIn Teilen Berlins ist am Sonntagabend der Strom ausgefallen. Die ARD-Sendung „Günther Jauch“, die sich eigentlich dem Thema „Der Euro-Schreck - Wohin führt die Griechen-Wut?“ widmen wollte, konnte daher zunächst nicht live auf Sendung gehen.

Die ARD teilte den Stromausfall via Laufband im Fernsehen mit. „Wegen eines Stromausfalls in Teilen von Berlin kann „Günther Jauch“ derzeit nicht live senden.“ Nach knapp einer halben Stunde wurde das Problem behoben.

Die Sendung wird im Stadtteil Schöneberg aufgezeichnet. Ein Sprecher der Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin erklärte laut dpa, weil schnell klar gewesen sei, dass die Jauch-Sendung betroffen sein würde, habe man sich bemüht, die Störung möglichst schnell zu beheben. Betroffen seien nur Teile Schönebergs gewesen.

Nach Angaben der Polizei waren 1280 Haushalte und 145 Firmen betroffen. Der Grund der Störung blieb zunächst unklar. Insgesamt dauerte der Ausfall von 21.16 Uhr bis 22.06 Uhr, hieß es.

Die Produktionsfirma von Jauch teilte mit, die Stromversorgung sei um 21.55 Uhr wieder hergestellt gewesen. Daraufhin sei die Technik im Studio „umgehend hochgefahren“ worden, so dass einige Minuten später die Live-Sendung habe starten können.

„Selbstverständlich gab es im Gasometer eine Notstromversorgung, die sicherstellte, dass beispielsweise die Notausgänge und Sicherheitszufahrten beleuchtet waren und somit die Sicherheit der Zuschauer sowie der Talkgäste und Mitarbeiter stets gewährleistet war“, unterstrich Jauchs Produktionsfirma.

Das Dilemma Griechenlands in Zahlen und Fakten

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit liegt bei 25,5 Prozent. Bei den unter 25-jährigen Erwerbspersonen ist sogar fast jeder zweite ohne Job. Nach jüngsten Erhebungen liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 48,4 Prozent.

Staatsschulden

Griechenland hat insgesamt Schulden in Höhe von rund 320 Milliarden Euro (Stand September 2014). Das sind fast 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die EU und der Internationale Währungsfonds haben dem Land mit Darlehen in Höhe von rund 240 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen.

Einkommen

Nach übereinstimmenden Angaben von Regierung und Gewerkschaften mussten die Menschen in Griechenland seit 2009 im Durchschnitt Einkommenseinbußen von 30 Prozent hinnehmen. Im öffentlichen Dienst wurden Urlaubs- und Weihnachtsgeld gestrichen. Auch Renten wurden massiv gekürzt.

Öffentlicher Dienst

Nach jüngsten Zahlen arbeiten derzeit 675 000 Menschen im öffentlichen Dienst. Das sind rund 277 000 weniger als noch 2009. Allein im Jahr 2014 wurden 9500 Staatsbedienstete entlassen. Zudem wurden viele Stellen nach altersbedingtem Ausscheiden von Angestellten nicht nachbesetzt. Die Regierung Tsipras steuerte der Entwicklung jedoch gegen – und stellte per Gesetz rund 4000 zuvor entlassene Staatsdiener wieder ein.

Wirtschaftswachstum

Erstmals nach vielen Rezessionsjahren wuchs die Wirtschaft 2014 nach vorläufigen Zahlen um 0,7 Prozent. Für 2015 erwartet die EU-Kommission einen Zuwachs von nur 0,5 Prozent.

Für den Sendebetrieb sei jedoch kein Notstromaggregat vorgesehen. „Eine derartige externe Notversorgung müsste sonst Woche für Woche mobil bereitgestellt werden.“

Nachdem das Problem behoben war, begrüßte Jauch die Zuschauer mit den Worten: „Wir saßen ziemlich im Dunkeln. Wir hatten also griechische Verhältnisse.“ Bei etlichen Twitter-Usern kam der Satz des TV-Moderators nicht gut an.

Kommentare (2)

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aza azaziel

02.02.2015, 08:25 Uhr

Wenn hier etwas erbaermlich ist, dann der Umstand, dss voellig sinnfreie Twitterkommentare vom Handelsblatt nochj einmal vervielfaeltigt und in die Welt geblasen werden.

Herr Alex Knopp

02.02.2015, 10:49 Uhr

Sehr geehrter Herr Jauch. Sie befolgen wohl auch die "Weisungen" ihres Intendanten sowie des Rundfunkrates. D.h. Sie lassen Herrn Lucke bewusst nicht zu Wort kommen bzw. haben ihn bewusst bei Ihren Fragen ausßen vor gelassen. Lieber vermitteln sie den Zuschauern durch das befragen der "Altparteien" den Eindruck, das wird ja alles Gut. Sehr schwache Vorstellung von Ihnen Herr Jauch!!!

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