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04.05.2015

06:33 Uhr

Tatort Dortmund

Adrenalinschübe im freien Fall

VonMarcel Reich

So stark wie noch nie vertiefte sich der Tatort-Krimi aus Dortmund ins Privatleben der Kommissare. Doch auch der Fall hatte es in sich. Die Ermittler verfolgten die Spur eines tödlichen Adrenalin-Kicks. Ganz großes Kino.

Ermittlerin Nora Dalay wagt im Tatort ihren ersten Fallschirmsprung - mit einem Freund des Opfers. Pressefoto

Kommissarin auf dem Boden

Ermittlerin Nora Dalay wagt im Tatort ihren ersten Fallschirmsprung - mit einem Freund des Opfers.

DüsseldorfZuletzt wurden die „Tatort“-Fans der Reihe nach mit ungewöhnlichen Fällen konfrontiert. Da waren die ballernden Osterhasen aus Hamburg mit Wotan Wilke Möhring als Kommissar Falke, oder auch die kranken Kindesentführer aus Leipzig vergangene Woche. Gestern gab es dann jedoch einen Fall, der das alles nochmal toppte – mit ganz viel Emotion. Die Kommissare Faber, Bönisch, Dalay und Kossik standen dabei jeweils vor ihrer ganz persönlichen Zerreißprobe.

Das begann schon mit dem Fund des Opfers Leo Janek. Der wurde halb tot vor dem Krankenhaus gefunden, abgeladen von Unbekannten. Kommissarin Martina Bönisch war zufällig auch da, mal wieder auf der Suche nach ihrem ausgebüchsten Sohn. Halb krank vor Sorge. Diese Sorge sollte sie den gesamten Fall über begleiten.

Das Opfer, Leo Janek, war ein leidenschaftlicher Fallschirmspringer. Als Ausgleich zu seinem stupiden Job als Devisen- und Aktienhändler in einer Dortmunder Privatbank stürzte er sich auch regelmäßig von den Dächern und Türmen der Stadt, als Base-Jumper.

Alles über den „Tatort“

Das ist der „Tatort“

Der „Tatort“ ist eine Fernseh-Krimireihe, die von der ARD, dem ORF und dem SRF produziert wird. Der 1970 erstmals gesendete Tatort ist die am längsten laufende und beliebteste Krimireihe im deutschen Sprachraum.

Sendezeit

Die Hauptsendezeit ist jeweils sonntags um 20:15 Uhr im Ersten, ORF 2 und SRF 1. Darüber hinaus laufen jedoch oftmals Wiederholungen auf den Dritten Kanälen.

Laufzeit

Eine „Tatort“-Folge dauert jeweils 90 Minuten.

So viele Episoden gab es

Bis zum 22. April 2016 wurden 983 „Tatort“-Episoden ausgestrahlt.

Entstehung

Die Idee zur Reihe stammt von Gunther Witte, der im Auftrag von Günter Rohrbach für den WDR eine neue Krimiserie entwickeln sollte, als Nachfolgerin der Stahlnetz-Krimis der ARD und als Antwort auf die Konkurrenz im Unterhaltungsbereich durch die ZDF-Krimiserie „Der Kommissar“. Die Anregung lieferte eine ältere Rundfunkserie des RIAS mit dem Titel „Es geschah in Berlin“.

Die häufigsten Handlungsorte

Zu den häufigsten Tatort-Schauplätzen zählen München (u. a. Veigl, Batic/Leitmayr), Hamburg (u. a. Stoever), Berlin (u. a. Ritter/Stark), Frankfurt (u. a. Brinkmann), Köln (Ballauf/Schenk), Leipzig (u. a. Ehrlicher/Kain, Saalfeld/Keppler), Ludwigshafen (Odenthal/Kopper), Münster (Thiel/Boerne) und die Ruhrgebietsstädte Essen (Haferkamp) und Duisburg (Schimanski/Thanner).

Produktion

Die ca. 35 neuen Tatort-Folgen pro Jahr (siehe auch unten) werden zum Teil im eigenen Produktionsbetrieb der einzelnen Rundfunkanstalten erstellt. Zum größeren Teil erfolgt die Produktion als Auftragsproduktion durch Filmproduktionsgesellschaften für die Rundfunkanstalten, oft sind dies deren eigene Tochtergesellschaften.

Auch die schicke Villa am Stadtrand samt Bilderbuch-Familie waren nicht das, was er suchte. Die Adrenalinschübe waren für ihn eine Glückstherapie, um den Rest seines Lebens, das in schon lange unglücklich machte, kurz auszublenden. Nun aber war er abgestürzt, aus großer Höhe, von einem Hochofen im Industriegebiet Hörde. Jemand hatte sich an seinem Fallschirm zu schaffen gemacht und eine Sicherheitsschnur durchtrennt. Doch wer hat ihn danach zum Krankenhaus gefahren, um ihn dort dann alleine liegen zu lassen? Und warum?

Schnell geraten Janeks Base-Jump-Kollegen in Verdacht, vor allem weil fast jeder sein ganz eigenes Tatmotiv gehabt hätte. Bei Anführer Jules wurde das Blut des Opfers im Wagen gefunden, seine Fingerabdrücke waren am Fallschirm des Opfers. Schnell gibt er zu, bei Janeks Sturz dabei gewesen zu sein, so wie die anderen.

Er brachte den Schwerverletzten zum Krankenhaus und machte sich aus dem Staub, aus Angst vor falschen Anschuldigungen. Auch Joanna war dabei, ihres Zeichens die aktuelle Affäre des Opfers. Der wollte sich jedoch wohl nicht von seiner Frau und dem Sohn trennen.

Schnibbelte sie also deshalb an seinem Fallschirm herum? Und dann war da noch Frank Hövel, der Schwager des Opfers. Der schuldete Janek eine horrende Geldsumme, die das Opfer am Abend des Unfalls lautstark einforderte – samt Prügelei.

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