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16.12.2014

12:54 Uhr

Tatort

Ex-Partner von Schimanski war DDR-Spion

Der knallharte Klassiker unter den Tatort-Kommissaren ist hinters Licht geführt worden: Götz George, alias „Schimanski“, arbeitete jahrelang mit einem Stasi-Spitzel zusammen. Sein Partner Christian Thanner war DDR-Spion.

DüsseldorfDer Schauspieler Eberhard Feik, der vor allem als Schimanski-Partner einem breiten Publikum bekannt wurde, war jahrelang für die Staatssicherheitsorgane der DDR als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) tätig. Angaben der „Zeit“ zufolge sei Feik gemeinsam mit seiner Ehefrau unter der Registriernummer XV 2518/77 bei der Stasi als IM registriert gewesen. Ihre Decknamen lauteten von 1977 bis 1984 „Lear“ und „Queen“.

Der Kontakt zur Auslandsabteilung der Stasi (HVA) begann Mitte der 1970er Jahre, als das Ehepaar in Westberlin lebte. Feik, der vor zwanzig Jahren verstarb, arbeitete damals an der Schaubühne am Halleschen Ufer. Er bewegte sich zeitweise in linksradikalen Kreisen und gehörte der DKP an.

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Seine Witwe räumte zwar ein, dass sich das Ehepaar zu dieser Zeit mehrmals mit HVA-Mitarbeitern traf, bestritt aber, für die DDR als Spionin tätig gewesen zu sein. Die sogenannten „Rosenholz“-Unterlagen belegen jedoch, dass Feik selbst als „Anlaufstelle“ und seine Frau als „IM mit besonderen Aufgaben“ bei der HVA registriert waren.

Die Akte des Ehepaars beläuft sich insgesamt auf drei Bände, was auf eine intensivere Zusammenarbeit hindeutet. Details zur Tätigkeit der beiden IMs sind jedoch nicht bekannt. Im September 1984 wurde der Fall geschlossen.

Tatort 2014/15: neue Teams und Dutzende Leichen

Pause vorbei

Nach zwölfwöchiger Sommerpause ging es Ende August beim „Tatort“ mit neuen Fällen weiter. Was Fans zu sehen bekamen und noch bekommen.

Quelle: dpa

Berlin

In der Hauptstadt legen im Frühjahr Mark Waschke und Meret Becker als Ost-West-Team Robert Karow und Nina Rubin im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg los. Ihr erster Fall führt die neuen Ermittler vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) in die Welt obdachloser Jugendlicher. Zuvor war nach dem vorzeitigen Ausstieg von Dominic Raacke noch ein letzter Solo-„Tatort“ mit Boris Aljinovic als Felix Stark zu sehen sein.

 

Frankfurt

In der Mainmetropole treten im Frühjahr Margarita Broich und Wolfram Koch an. Broich spielt eine Ermittlerin, die zuvor psychologische Beraterin der Polizei war, Koch kommt in seiner Rolle von der Sitte zur Mordkommission. Vor dem Start des neuen Duos soll 2015 noch ein letzter Fall mit dem bereits 2013 von Kollegin Nina Kunzendorf verlassenen Joachim Król laufen. Beim neuen Team erregte zu den Dreharbeiten der von Broich geplante Rollenname Selma Jacobi Unmut - die Schauspielerin hatte ihn von einem Holocaust-Opfer-„Stolperstein“ vor ihrem Wohnhaus. Nach Kritik lautet der Name nun anders. Der Hessische Rundfunk (HR) gibt die Rollennamen wahrscheinlich erst bekannt, wenn ein genauer Sendetermin feststeht.

Franken

Völlig neu tritt in der ersten Jahreshälfte 2015 Franken als Ermittlungsgebiet auf den Plan. Bislang ließ der Bayerische Rundfunk (BR) nur in München ermitteln. Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel spielen Hauptkommissarin Paula Ringelhahn und Hauptkommissar Felix Voss. Der Kabarettist Frank-Markus Barwasser, der die Rolle als Leiter der Spurensicherung spielen sollte, wird nun wegen Terminproblemen vom Kabarettisten Matthias Egersdörfer ersetzt. Im ersten Fall mit dem Arbeitstitel „Der Himmel ist ein Platz auf Erden“ geht es um einen Uni-Professor, der beim Sex in seinem Auto in einem Wald bei Nürnberg erschossen wird. Für seine Frau und die beiden Kinder bricht eine Welt zusammen.

Sachsen

Der letzte (und 21.) „Tatort“ aus Leipzig mit Simone Thomalla und Martin Wuttke wird laut Mitteldeutschem Rundfunk (MDR) im Frühjahr oder Sommer 2015 ausgestrahlt. Zuvor geht es im bereits abgedrehten 20. Fall um den Mord an einem Abfallunternehmer – der Krimi soll aber auch erst Anfang 2015 im Fernsehen kommen. Die Dreharbeiten für den letzten Leipzig-„Tatort“ sollen im September beginnen. 2016 kommt dann ein neuer Sachsen-„Tatort“ – Details sind noch unklar.

Hannover

Vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) gibt es nach zwei Jahren ein Wiedersehen mit Maria Furtwängler alias Charlotte Lindholm aus Hannover. In „Der gute Hirte“ geht es um einen Mordanschlag auf einen Fleischfabrikanten.

Hamburg

Für den Hamburg-„Tatort“ ist mit Til Schweiger eine Doppelfolge geplant – wohl an zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen. Wann sie zu sehen sein wird, ist laut NDR aber noch unklar. Gedreht werden soll jedenfalls ab Herbst. Die ersten beiden actionreichen Schweiger-„Tatorte“ waren 2013 und 2014 jeweils im März zu sehen.

Weimar

Für Anfang 2015 ist ein zweiter humorvoller Weimar-„Tatort“ mit Nora Tschirner und Christian Ulmen angekündigt. In einer Nebenrolle spielt Sophie Rois eine Geisterbahn-Betreiberin.

Erfurt

Vom MDR kommt Ende 2014 auch der zweite Fall mit dem besonders jungen Team aus Erfurt, gespielt von Friedrich Mücke, Benjamin Kramme und Alina Levshin.

 

Münster

Besonders quotenstark sind vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) immer die klamaukigen Fälle aus Münster. Der Krimi mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers als Kommissar Frank Thiel und Rechtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne („Mord ist die beste Medizin“) lief im September.

Wiesbaden

Der HR zeigte eine besonders leichenreiche Folge in Western- und Shakespeare-Manier mit Ulrich Tukur als Felix Murot – mit 47 Toten am Ende der Handlung („Im Schmerz geboren“). Die Musik spielte eigens das hr-Sinfonieorchester ein.

Ludwigshafen

Ulrike Folkerts als Ludwigshafener Ermittlerin Lena Odenthal beging mit der Folge „Blackout“ ihren 60. Fall und ihr 25. Jubiläum. Der erste Odenthal-Fall, noch vom SWF, einem Vorläufer des SWR (Südwestrundfunks), lief am 29. Oktober 1989.

Saarbrücken

Als Weihnachts-„Tatort“ – am zweiten Feiertag – beschert der Saarländische Rundfunk (SR) den Zuschauern voraussichtlich den  vierten Saarbrücker „Tatort“ mit Devid Striesow.


Von

skr

Kommentare (3)

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Herr C. Falk

16.12.2014, 13:25 Uhr

"Rosenholz-Akte"?

Ich denke die ist seinerzeit komplett in den USA gelandet und wird seitdem unter Verschluß gehalten.
Die Rosenholz-Akte beinhaltet Unterlagen von westdeutschen
Stasi-Mitarbeitern.

Wäre mal interssant zu wissen, ob die Rosenholz-Unterlagen jetzt nach 25 Jahren vollständig freigegeben werden oder doch nicht.

Herr Paul Mueller

16.12.2014, 16:33 Uhr

Gähnnn ....

Seit IM Erika und IM Larve bekannt sind, ist alles nachfolgende eher unspannend und ermüdend ...

Herr Paul Mueller

16.12.2014, 16:35 Uhr

"...Wäre mal interssant zu wissen, ob die Rosenholz-Unterlagen jetzt nach 25 Jahren vollständig freigegeben werden ..."
Warum? Dann hätte die Amis die Leute nicht mehr in der Hand.

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