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02.06.2016

08:32 Uhr

Tatort-Quote

Hamburg Flop, Münster Top

Kommt das Ende des „Tatort“-Hypes? Es wäre wohl übertrieben, dies zu behaupten. Doch ein Blick auf die Quoten zeigt ein launisches TV-Publikum und weniger Krimis mit mehr als 10 Millionen Zuschauern als früher.

Der Schauspieler floppte mit seinem Kommissar „Nick Tschiller“ – im TV und im Kino. dpa

Tatort mit Til Schweiger

Der Schauspieler floppte mit seinem Kommissar „Nick Tschiller“ – im TV und im Kino.

BerlinDer „Tatort“ schwächelt: In diesem Jahr ist die Durchschnittsquote im Vergleich zum Vorjahr bislang auffällig schlechter. Im Schnitt hatten die neuen Filme im Ersten der ARD in diesem Jahr nur 25,1 Prozent Marktanteil. Im Kalenderjahr 2015 waren es noch 26,7 Prozent. Durchschnittlich 9,27 Millionen Menschen saßen bei jedem der bislang 20 „Tatorte“ 2016 vor dem Fernseher, 2015 waren es 9,52 Millionen.

Die Zuschauerzahl schwankte 2016 bislang zwischen 7,78 Millionen beim Hamburg-Krimi „Fegefeuer“ mit Til Schweiger (3. Januar) und 12,75 Millionen beim Münster-Krimi „Ein Fuß kommt selten allein“ mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers (8. Mai). Apropos Til Schweiger: Sein „Tatort“-Kinofilm „Tschiller: Off Duty“ (Kinostart: 4. Februar) lockte nur etwa 275.000 Zuschauer vor die Leinwände.

Nach dem Münster-„Tatort“ lag in diesem Jahr ausgerechnet der Bodensee-Krimi mit Eva Mattes als Klara Blum auf Platz zwei. Der Fall „Rebecca“ am 10. Januar kam auf 11,00 Millionen Zuschauer. Das SWR-Team aus Konstanz ermittelt nur noch einmal und verschwindet bald aus dem Programm. Als Nachfolger ist ein Schwarzwald-Team in Freiburg unter anderem mit Eva Löbau und Harald Schmidt angekündigt.

Vergleicht man die Anzahl der „Tatorte“, die die 10-Millionen-Marke geknackt haben, so ist 2016 das schlechteste Jahr seit vier Jahren. Von bislang 20 „Tatort“-Erstausstrahlungen hatten nur 3 Fälle - also die Teams aus Münster, vom Bodensee sowie der Köln-Krimi „Kartenhaus“ (mit 10,67 Millionen Zuschauern am 28. Februar) - mehr als 10 Millionen Zuschauer. Im Jahr 2015 schafften im ersten Halbjahr 8 von 25 Krimis diese Marke, 2014 waren es 8 von 20. Im Jahr 2013 waren es 6 von 23. Im Jahr 2012 hatten nur 2 von 18 und 2011 nur 1 von 20 Krimis die 10-Millionen-Marke geschafft.

Vor allem in den Jahren 2014 und '15 entstand ein neuer „Tatort“-Hype, der ARD-Sonntagskrimi wurde - etwa nach dem Ende der ZDF-Show „Wetten, dass..?“ - als letztes TV-Lagerfeuer der Nation beschrieben, das - neben Fußball - noch regelmäßig mehr als 10 Millionen Menschen gleichzeitig vor dem Bildschirm versammelt.

Powerfrauen - bekannte Kommissarinnen im Tatort

Mehr Frauenpower

Für die neue Auflage aus der sächsischen Landeshauptstadt geht erstmals ein rein weibliches Ermittlerduo an den Start. Aber schon lange gehören Kommissarinnen zur Krimireihe. Eine Auswahl.

Lena Odenthal

Odenthal ermittelt seit mehr als einem Vierteljahrhundert in Ludwigshafen. Damit ist die „Tatort“-Kommissarin, gespielt von Ulrike Folkerts, nach Angaben des Südwestrundfunks eine der ersten weiblichen Ermittler - und heute die Dienstälteste.

Charlotte Lindholm

Lindholm ermittelt seit 2002 als etwas unterkühlte LKA-Beamtin in Hannover. Gespielt wird sie von Maria Furtwängler, die zuletzt mit der Episode „Spielverderber“ rund 10,55 Millionen Zuschauer anlockte.

Klara Blum

Blum gehörte im Jahr 2002 in Konstanz zur neuen „Tatort“-Verweiblichung. Gespielt wird sie von Eva Mattes. Jetzt das Aus für den Bodensee-„Tatort“, 2016 gibt es nur noch zwei Krimis.

Bibi Fellner

Fellner unterstützt als Adele Neuhauser seit 2011 ihren Kollegen Moritz Eisner alias Harald Krassnitzer im Wiener „Tatort“.

Inga Lürsen

Lürsen ist seit 1997 als Hauptkommissarin in Bremen im Dienst. Gespielt wird die ruppige Ermittlerin von Sabine Postel. „Harte Schale, weicher Kern“, beschreibt die ARD ihre Rolle.

Kira Dorn

Dorn alias Nora Tschirner ist seit 2013 an Bord des „Tatorts“. In Weimar spielt sie an der Seite von Christian Ulmen als Lessing. Der dritte Weimar-„Tatort“ wird am 24. April im Ersten ausgestrahlt.

Karin Gorniak und Henni Sieland

Gorniak und Sieland, gespielt von Karin Hanczewski und Alwara Höfels, sind ab März 2016 das junge, weibliche „Tatort“-Team des MDR. Nur für den ersten Fall steht auch Jella Haase („Fack Ju Göhte“) als Polizeianwärterin vor der Kamera.

Schaut man auf die ganze „Tatort“-Saison 2015/16, also alle Krimis seit September, dem Ende der letzten Sommerpause, bis jetzt, so haben neben den drei genannten „Tatorten“ 2016 nur noch drei weitere Krimis mehr als 10 Millionen erreicht.

Darunter war der zweite Münster-Krimi „Schwanensee“ (8. November), der mit 13,69 Millionen Zuschauer die beste „Tatort“-Quote seit 1992 hatte. Beim Marktanteil lag er mit 35,5 Prozent aber unter dem anderen Fall „Ein Fuß kommt selten allein“, der 36,9 Prozent erreichte. Außerdem sind als Quoten-Hits noch der Hannover-Fall „Spielverderber“ mit Maria Furtwängler zu nennen (10,63 Millionen Zuschauer/28,9 Prozent) sowie der Münchner Oktoberfest-Krimi „Die letzte Wiesn“ (10,62 Millionen Zuschauer/30,9 Prozent).

Die schlechteste „Tatort“-Quote der Saison verbuchte übrigens ein Fall des Kölner Teams. Der Krimi „Benutzt“ kam in Konkurrenz zum ZDF-„Traumschiff“ am zweiten Weihnachtsfeiertag nur auf 6,67 Millionen Zuschauer (21,1 Prozent).

Von

dpa

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