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20.03.2012

14:31 Uhr

Tefaf IV

Liebe zum Geld oder Liebe zur Kunst?

VonMatthias Thibaut

Ein Kunstmarkt-Symposium der Tefaf diskutiert das Verhältnis von Kunstfreude und Anlageinteresse. Die Liebe zur Kunst schafft positive Emotionen, sorgt aber auch dafür Risiken zu unterschätzen.

Vor dem Besucheransturm: Die Tornabuoni-Galeristen vor ihren geschlitzten Fontana-Bildern. dpa

Vor dem Besucheransturm: Die Tornabuoni-Galeristen vor ihren geschlitzten Fontana-Bildern.

MaastrichtNeunzig Prozent der Kunstsammler kaufen ihre Kunst aus Freude am Schönen. Nur zehn Prozent sehen den Investitionswert als wichtigstes Motiv. Das ergab eine Blitzumfrage der Europäischen Kunststiftung Tefaf auf ihrer Jahresmesse in Maastricht (noch bis 25.3.). Aber damit hörte die Klarheit auch schon auf. Das Kunstmarkt- Symposium zum 25. Messejubiläum am 16. März 2012 zeigte, dass die Beziehungen zwischen Geld und Kunst doch eher kompliziert sind. Nur wenige geben Tausende, oder Hunderttausende Euro für Kunst aus, ohne dabei an Geld zu denken.

Die Steuer im Blick

Im voll besetzten Auditorium befassten sich Fachleute mit dem Verhältnis von Kunstfreude und Anlageinteresse, ein Unterschied, der auch dem Finanzamt wichtig ist.  „Wenn Sie aus Liebe zur Kunst sammeln, ist es dem Finanzamt egal. Wenn Sie fürs Geld sammeln, interessiert sich das Finanzamt für den Gewinn“, warnte Xavier Auerbach, Steuerspezialist der Wirtschaftsprüfer Pricewaterhouse Coopers. Es gilt nicht nur für holländische Sammler.

Kunstbesitz schafft positive Emotionen, aber positive Emotionen sind selbst ein Preisfaktor, fand die Wirtschaftswissenschaftlerin Rachel Pownall heraus. Mit Indexkurven vom Londoner Kunstmarkt zeigte die Professorin aus Tilburg, dass der Durchschnittspreis von Gemälden an sonnigen Tagen 6.000 Pfund höher liegt als bei trübem Wetter. So gesehen dürfte das sonnige Wetter in Maastricht zu dem exzellenten Messestart am Wochenende beigetragen haben. 

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