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23.03.2011

13:13 Uhr

Tefaf

Spendable Spender

VonSusanne Schreiber

Die Verkäufe auf der Kunst- und Antiquitätenmesse Tefaf laufen gut: vom Millionenobjekt bis zur sechsstellig ausgezeichneten Rarität. Die amerikanischen Besucher sind zurück und kaufen beherzt. Ein Zwischenbericht.

Der höfische Korallenaltar aus Trapani, um 1720, fand sofort einen Käufer. Quelle: Kunstkammer Georg Laue

Der höfische Korallenaltar aus Trapani, um 1720, fand sofort einen Käufer.

MaastrichtKaufwillige Kunstfreunde bescheren der Messe in Maastricht einen glänzenden Verlauf. The European Fine Art Fair, kurz Tefaf genannt, versammelt von allem das Beste. Rund 30.000 Kunstwerke vom Neolithikum bis heute werden von 168 Experten in 29 Gremien auf Echtheit und Qualität geprüft. Keine andere Kunstmesse leistet sich eine so große Jury - eine, die auch während der Laufzeit die Einhaltung der hohen Ansprüche kontrolliert. 

Zur Halbzeit zeigt sich: Die Konsumstimmung ist nach dem Einbruch durch die Finanzkrise wieder durchweg gut. Bestens informierte Kunstsammler sind bereit, für höchste Qualität größere Summen zu bewilligen. Bei Landau Fine Art aus Montreal erwarb ein Privatsammler die surreale Holzskulptur „Mondvogel“ (1945) von Joan Miró für 5 Millionen Dollar. Doch die meisten Verkäufe der Tefaf liegen im Bereich der Alten Kunst. Walter Senger aus Bamberg vermittelte eine brillant gemalte Madonnentafel von Lucas Cranach d. Ä. für 3 Millionen Euro an einen ausländischen Privatsammler. Noortman Master Paintings aus Amsterdam setzte u.a. Gerrit Berckheydes „Blick auf Harlem“ für 4,5 Millionen Euro ab.

Der auf erlesene Interieurs des galanten Zeitalters spezialisierte Kunsthandel Röbbig aus München fand einen Käufer für ein elegantes Schreibmöbel aus Paris um 1700 mit einer Einlegearbeit aus rotem Schildpatt und graviertem Messing. Dieses Macht und Anspruch ausstrahlende sogenannte „Bureau Mazarin“ übernahm ein Kenner aus Russland. Einen schweren Humpen aus Augsburg bezahlt ein anderer Besucher aus Russland bei Silberspezialistin Helga Matzke aus Grünwald mit Cash.

Die Messeleitung bemüht sich um zahlungskräftige Sammler und Kuratoren aus China. Diesmal reiste eine 21-köpfige Gruppe der World Chinese Collectors Conference aus Shanghai an. Bislang kaufen Chinesen Kunst bevorzugt in Auktionen, im eigenen Land wie im Ausland. Doch gerade die Tefaf bietet ein großes Angebot chinesischer wie asiatischer Antiquitäten. Einen Anfang wagte immerhin ein Besucher aus dem Reich der Mitte, der bei dem Japan-Spezialisten Malcolm Fairley eine japanische Hartholzvase aus dem späten 19. Jahrhundert für 40.000 Euro erwarb.

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