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15.03.2013

10:19 Uhr

Fassadenschrank aus der deutschen Spätrenaissance beim Kunsthandel Peter Mühlbauer (Ausschnitt). Mühlbauer

Fassadenschrank aus der deutschen Spätrenaissance beim Kunsthandel Peter Mühlbauer (Ausschnitt).

MaastrichtVom Auktionssaal auf die Kunstmesse, dieser Transfer gehört nach wie vor zum Alltag. Denn trotz der über die digitalen Errungenschaften und diversen Web-Features gestiegenen Transparenz, sind Auktionen - abseits des Geschäfts mit Privat - eben auch für den etablierten Kunsthandel eine gern frequentierte Akquisitionsplattform geblieben. Selbst wenn die betroffenen Protagonisten nicht gerne darüber reden und es meist auch nicht veröffentlicht wissen wollen.

Die Gründe für den Ankauf über Auktionen sind unterschiedlich und bisweilen über die Steigerung des Kaufpreises ablesbar, wie einige aktuell im Angebot der Tefaf (The European Fine Art Fair) in Maastricht (noch bis 24.3.) entdeckten Kunstwerke zeigen.

Ein Prestigeschnäppchen

In die Kategorie Prestigeschnäppchen fällt beispielsweise der von Otto Naumann (New York) 2011 bei Bonhams (London) ersteigerte Velazquez: Im Sommer 2010 war das vermeintlich für ein Werk eines britischen Künstlers des 19. Jahrhunderts gehaltene Herrenporträt in der Niederlassung in Oxford aufgetaucht. Den Londoner Kollegen kamen schnell Gerüchte über eine mögliche Autorenschaft des spanischen Hofmalers zu Ohren. Sie zogen das Ölbild von der Auktion zurück. Es folgten detaillierte Recherchen, naturwissenschaftliche Untersuchungen und im Dezember 2011 dann die Versteigerung. Bei umgerechnet 4,7 Millionen Dollar erhielt Naumann den Zuschlag, nun will der amerikanische Altmeisterspezialist deren 14 Millionen.

Mittelfristige Finanzierungsfragen

Irgendein potenter Kunstsammler aus dem Fernen Osten oder aus Asien wird derlei ebenso hinblättern können, wie Museumskuratoren, die solche Kaliber in den schnelllebigen Auktionen oftmals ziehen lassen müssen, da das notwendige Budget erst über Sponsoren aufzutreiben ist. Dazu kommt, dass der Kunsthandel in solchen Preisklassen seinen institutionellen Klienten auch mittel- bis langfristige Finanzierungsmodelle bietet.

Bisweilen bedarf es ein wenig Geduld, wie Johnny van Haeften aus Erfahrung weiß. Im April 2010 ersteigerte er im Dorotheum (Wien) Franz Franckens aus einer Berliner Privatsammlung stammendes Himmel-Hölle Szenario für knapp sieben Millionen Euro. Fortan begleitete es den Londoner Altmeisterspezialisten auf seinen Messeauftritten, erst 2012 reichte er es für kolportierte zehn Millionen Euro an das Bostoner Museum of Fine Arts weiter. Aktuell hält van Haeften einen Gerrit Dou im Angebot, konkret ein kleines Gemälde, das eine junge Dame am Spinett zeigt. Im Januar vergangenen Jahres hatte er es bei Christie's in New York für 3,3 Millionen Dollar ersteigert, aktuell beginnen die Verhandlungen bei 4,5 Millionen.

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