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17.03.2012

09:21 Uhr

Tefaf

Wo die Kunst höchsten Ansprüchen genügt

VonSusanne Schreiber , Sabine Spindler

Nur das Beste - so lautet die Devise der Maastrichter Messe für Kunst- und Antiquitäten. 30.000 Objekte werden an 265 Ständen so opulent dargeboten wie nirgendwo sonst. 2012 feiert die „Tefaf“ ihr 25-jähriges Bestehen.

Von Antikmöbeln über Gemälden, alten Schriften und Skulpturen ist ein Maastricht das ganze Spektrum der bildenden Künste zu bestaunen. dpa

Von Antikmöbeln über Gemälden, alten Schriften und Skulpturen ist ein Maastricht das ganze Spektrum der bildenden Künste zu bestaunen.

Düsseldorf„The European Fine Art Fair“, kurz die Tefaf, ist das Erfolgsmodell schlechthin für eine Kunst- und Antiquitätenmesse. Vor 25 Jahren ging sie zunächst als Altmeistermesse im Dreiländereck von Maastricht an den Start. Sie hat die höchsten Maßstäbe u.a. mit einer riesigen und fortlaufend kontrollierenden Jury durchgesetzt und vermag damit Sammler aus der ganzen Welt anzuziehen.

Wer – wie Sammler aus den USA und neuerdings auch aus Asien – so weit in eine Kleinstadt reist, die weder Flughafen, Thalys-Anbindung oder Weltstadtflair hat, der ist wild entschlossen, „eine Trophäe mit nach Hause zu bringen“, sagt Konrad Bernheimer, Chairman der Altmeistersektion.

Nach Maastricht lockt die überragende Qualität, zu der sich alle 265 Aussteller verpflichtet haben. Das macht die Messe mit ihrem Spektrum von der Antike bis zur Klassischen Moderne einzigartig. Tefaf-Besucher haben Geschmack und Geld. In dieser Reihenfolge. Sie kommen im Wagen oder Privatjet mit dem Ehepartner oder noch lieber mit dem Direktor jenes Museums, das sie unterstützen, weil sie dort immer so viel für ihr Sammelgebiet lernen.

„Das Publikum der Tefaf ist das Konzentrat des Kunstinteresses dieser Welt“, sagt Marcus Marschall, der Münchener Spitzenhändler für Malerei des 19. Jahrhunderts. Daxer & Marschall bringen u.a. ein metaphorisch auf den Lebenskampf hin zu interpretierendes Kleinformat von Peder Balke mit, auf dem ein Dampfer vor der Küste Norwegens Wind und Wellen trotzt (220.000 Euro).

Wer beruflich und finanziell oben angekommen ist, wählt hier aus unter 30.000 Kunstwerken in acht Sammelgebieten im Wert von mindestens einer Milliarde Euro. Und es ist keineswegs so, dass nur millionenschwere Arbeiten angeboten werden. Wir stellen im Folgenden herausragende Kunstwerke vor.

Lange und mit Vergnügen kann sich der Freund Alter Meister in Cornelis Saftlevens „Höllentor“ von 1652 am Stand von Johnny van Haeften vertiefen. Wer genau hinschaut, erkennt neben den kleinen Monstern in prächtig paradierenden Ladys den personifizierten Hochmut und den Geiz, gefolgt von all den anderen Todsünden (165.000 Pfund). Selten wird uns die Moral so verspielt und humorvoll gepredigt.

Bernheimer/Colnaghi präsentieren ihre Alten Meister nicht mehr auf nobel leuchtendem Rot, sondern auf dezentem Grau. So, wie die neue Colnaghi-Etage in London gehalten ist. Augenfänger ist hier eine erhabene Küstenlandschaft mit Lagerfeuer bei Nacht von Claude-Joseph Vernet. Sie findet eine Ergänzung am Stand von Whitfield Fine Art. Hier taucht Vernet eine andere malerische Küste in sanft glühendes Abendlicht.

Zum den wichtigsten Neuausstellern dürften die Skulpturenspezialisten Tomasso Brothers zählen. Sie haben sich erfolgreich emanzipiert von der Rolle des Großhändlers zu Skulpturenhändlern der Tefaf. Bei ihrem Messedebüt beeindruckt das Trio aus Leeds mit einer herrlichen Auswahl an Porträtbüsten und Bronzeskulpturen in Museumsqualität.

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