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01.02.2010

11:23 Uhr

Terrakotta-Sammlung

Schöne Kurtisane wandert in den Louvre

VonBarbara Kutscher

Der Markt für alte Terrakotta- und Bronzeskulpturen ist leer gefegt. Deshalb machte Sotheby's mit der Kollektion des amerikanischen Sammlers Arthur Sackler ein gutes Geschäft. Dabei gilt seine hastig zusammengekaufte Auswahl als akademisch und nicht besonders sexy.

Hirtengott Pan lehrt Flötentöne: Giuseppe Piamontinis Bronze-Gruppe „Pan und Syrinx“ (um 1700) blieb mit 386.500 Dollar innerhalb der Taxe (350.000/450.000). Foto: Sotheby’s 2010 Sotheby's 2010

Hirtengott Pan lehrt Flötentöne: Giuseppe Piamontinis Bronze-Gruppe „Pan und Syrinx“ (um 1700) blieb mit 386.500 Dollar innerhalb der Taxe (350.000/450.000). Foto: Sotheby’s 2010

NEW YORK. Zum wiederholten Male ließ eine Erbengemeinschaft des 1987 verstorbenen amerikanischen Psychiaters, Unternehmers, international tätigen Philantropen und unersättlichen Kunstsammlers Arthur Sackler Teile seines Nachlasses versteigern. Bei Sotheby's kamen 176 europäische Terrakotta- und Bronzeskulpturen bis ins 20. Jahrhundert zum Aufruf.

Sacklers Terrakotta-Sammlung galt als die erste und umfangreichste in privater Hand und wurde in den Jahren 1979/82 auf eine ostamerikanische Museumstour mit Stops in Washington und New York geschickt. Zwar beschreiben Kenner die seit den 1970ern fast ausschließlich bei den Londoner Händlern Cyril Humphris und Heim Gallery hastig zusammengekaufte Auswahl als "akademisch, nicht besonders sexy". Von einem weitgehend leergefegten Markt wurde sie am 29.1. jedoch sehr wohlwollend aufgenommen.

Museen griffen zu, vieles ging zurück nach Europa. So auch zu 542.500 (300.000/500.000) Dollar das Spitzenlos, ein Paar Bronzestatuen der Apostel Peter und Paul (um 1600), die dem Venezianer Tiziano Aspetti zugeschrieben werden. Das Musée du Louvre erwarb einen der Höhepunkte der Terrakotta-Abteilung zu 482.500 (400.000/600 000) Dollar: Joseph Chinard, Favorit der Bonaparte-Familie, schilderte die schöne Athener Kurtisane Phryne, die einem Bad entsteigt (um 1785). Ein amerikanisches Museum erwarb die realistische Terrakotta-Porträtbüste des Dogen Leonardo Loredan mit Spuren von Vergoldung (um 1550). Der Londoner Skulpturenhändler Daniel Katz griff mehrfach zu und zahlte etwa für Orazio Albrizzis bronzenen Marc Aurel zu Pferde 254.500 (50.000/70.000 Dollar).

"Angesichts einiger wackeliger Zuschreibungen und des Erhaltungszustandes einiger Lose wurden gute Preise erzielt", urteilte ein Händler. Unter Strich konnte Sotheby's mit 6,8 Mio. Dollar die Mindesterwartung fast verdoppeln und setzte gute 87 Prozent der angebotenen Ware ab. Die Schätzpreise waren aber auch durchgehend sehr niedrig angesetzt

www.sothebys.com

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