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12.05.2012

13:35 Uhr

Teure Raritäten

Hohe Gebote für zeitgenössische Kunst

VonBarbara Kutscher

Die zeitgenössische Kunst kennt bei den Auktionen in New York von Christie's und Sotheby's an der Preisspitze keine Absatzprobleme. Besonders die Nachlässe verhalfen Christie's zum Erfolg.

Roy Lichtenstein: „Sleeping Girl“ hatte 1964 1600 Dollar gekostet. 2012 waren es 44,9 Millionen Dollar. dapd

Roy Lichtenstein: „Sleeping Girl“ hatte 1964 1600 Dollar gekostet. 2012 waren es 44,9 Millionen Dollar.

New YorkNach nur zweieinhalb Stunden hatte Christie's am 8. Mai 2012 für aktuelle und Nachkriegskunst, die beliebteste Sammelkategorie, 388,5 Millionen Dollar eingenommen. Die Schätzung hatte zwischen 236 bis 330 Millionen Dollar gelegen. Das erstaunliche Ergebnis überrundet sogar den bisherigen Marktgipfel vom Mai 2007 (384,5 Millionen Dollar) und ist mit Rekorden gespickt. Wie in Boomzeiten.

Für Brett Gorvy, Christie's Chef des Departments für zeitgenössische Kunst, ist die Erklärung einfach: Bieter wollen Werke, mit denen es sich gut leben lässt. Ihr Fokus liegt auf Schönheit, paart man die mit Rarität, hat man einen sicheren Renner. Das belegt der Spitzenreiter der Woche, das wunderbar frisch erhaltene Ölbild „Orange, Red, Yellow“ (1961) von Mark Rothko. Bei 40 Millionen waren noch vier ernsthafte Telefonbieter im Spiel, dann verengte sich das Feld auf zwei Giganten. Gorvy hatte den Gewinner in der Leitung. Der wollte eigentlich schon bei 55 Millionen aufstecken.

Für die nächsten zehn Millionen Dollar setzte Gorvy seine ganze Überzeugungskraft ein: „In den nächsten 20 oder 25 Jahren wird ein Bild dieses Kalibers nicht mehr auf den Markt kommen.“ Es sei nur zu vergleichen mit dem sogenannten „Rockefeller-Rothko“, der im Mai 2007 von Sotheby's für 72,8 Millionen Dollar an den Scheich von Katar verkauft wurde. Christie's spielte am 8. Mai für den bedeutenden Vertreter der New Yorker Bewegung des Abstrakten Expressionismus mit 86,9 (geschätzt 35 bis 45) Millionen Dollar den neuen Künstlerrekord ein.

Ebenfalls ein Rekord markiert Yves Kleins „FC1“ (1962) mit 36,5 Millionen Dollar, die ein italienischer Sammler einsetzte. Statt mit Pinseln kommt die Farbe hier durch den Abdruck von Frauenkörpern auf die Leinwand.

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