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12.08.2013

18:41 Uhr

Thaddäus Ropac

Die Zukunft liegt im Fernen Osten

VonSabine Spindler

Der österreichische Galerist Thaddaeus Ropac erinnert mit seinen Jubiläumsschauen während der Salzburger Festspiele an die Erfolge der letzten 30 Jahre. Zugleich setzt der Blue-Chip-Galerist zum Sprung nach Asien an.

Der Galerist Thaddaeus Ropac, Paris / Salzburg. Galerie Thaddaeus Ropac Paris / Salzburg, 2013

Der Galerist Thaddaeus Ropac, Paris / Salzburg.

SalzburgLetztes Jahr erst leistete sich Thaddaeus Ropac mit der Gagosian-Galerie einen Konkurrenzkampf um die gigantischste private Ausstellungshalle in Paris. Laut Pressemeinung hat der Österreicher ihn auch gewonnen. Acht Millionen investierte der Salzburger Galerist in seine Dependance an der Seine und zeigte einmal mehr, in welcher Liga er inzwischen spielt. Um die richtungsweisenden Ausstellungen zu nennen, die ihn dorthin gebracht haben, braucht Ropac lediglich einen Atemzug zum Nachdenken. „Für die 1980er-Jahre unbedingt die Schauen mit Joseph Beuys und Georg Baselitz“, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Darüber hinaus nennt er die erste Ausstellung mit dem Turner-Preisträger Anthony Gormley Anfang der Neunziger und den an Mystik und Tiefe unvergleichlichen Anselm Kiefer zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Auch schwierige Kunst am Ende verkauft

Ropac hat wichtige Werke dieser und einer Handvoll weiterer Künstler, die er in bedeutende Privatsammlungen und Museen vermittelte, nun zum 30-jährigen Jubiläum seiner Galerie und pünktlich zur Eröffnung der Salzburger Festspiele wieder zusammengeführt. Jean-Michel Basquiats an Voodoozauber erinnerndes „Self portrait“ von 1983, Baselitz´ derb behauener Monumental-Kopf „Dresdner Frauen – die Elbe“ von 1990 oder auch Andy Warhols Gemälde „Statue of Liberty“ von 1986 gehören dazu. Die besten Werke von Künstlern sind immer schon in festen Händen. Auf acht Quadratmetern springen einen Gilbert & George in ihrem Syntheziser-Pop in „We are“ von 1985 förmlich an. Für Irritation sorgen Elaine Sturtevants Nachbildungen von Jasper Johns` US-Flaggen-Bilder und Warhols „Flowers“. Jahrelang hat der Markt die Künstlerin ignoriert und Ropac glaubte schon, dass er nicht in der Lage sei, sie zu platzieren. Auch diese Arbeiten sind längst verkauft.

Beste Quelle für Beuys

Noch zu erwerben sind andere. Joseph Beuys etwa. Ropac ist bis heute eine der besten Quellen, wenn es um den Düsseldorfer Künstler geht. 2,5 Millionen Euro kostet die Guckkasten-Installation „Der Friedenshase“. Zwischen 20.000 Euro und 150.000 Euro liegen die Zeichnungen. Einen Vorgeschmack auf die neuesten Skulpturen von Georg Baselitz, die im Herbst in Paris unter dem Titel „Le Coté Sombre“ gezeigt werden, bietet der 2012 entstandene „Marokkaner“. Die Bronze-Version hat einen Preis von nicht ganz einer Million Euro, die gelbe Urversion aus Holz 1,65 Millionen Euro.

Die Dependance von Thaddäus Ropac in Paris-Pantin. Galerie Thaddäus Ropac, Salzburg-Paris

Die Dependance von Thaddäus Ropac in Paris-Pantin.

Wenn es um die Zugpferde der Galerie geht, darf auch Robert Mapplethorpe nicht fehlen. Vor einigen Jahren erhielt Ropac den Zuschlag, den US-Fotografen in Europa exklusiv zu vertreten. Sein Konzept, die Ausstellungen von anderen Künstlern kuratieren zu lassen, überzeugte die Hüter des Nachlasses. Die Regisseurin Sophia Coppola, den Modeschöpfer Hedi Slimane oder den Theatermann Robert Wilson zu engagieren, muss ihm nicht schwer gefallen sein. Denn der 53-jährige gilt nicht nur als museumsmäßig gut vernetzt; er bewegt sich auch auf dem Society-Parkett mit traumwandlerischer Sicherheit.

Die Marschrichtung für das jetzige Jahrzehnt aber ist dem Galeristen klar. Die Zukunft des Kunstmarkts liegt in den arabischen Ländern und in Asien. Seit 2010 vertritt er den jungen Iraner Ali Banisadre, seit kurzem auch den chinesischen Maler Yan Pei-Ming. Und die Galerie selbst ist auf Expansionskurs. Schon 2014 will er in Asien eine weitere Dependance eröffnen. Dass die Regierung von Hongkong für die Ausstattung des im Entstehen begriffenen Museums M+ 160 Millionen Euro für Kunstkäufe bereitstellt, ist für Ropac zwar Nebensache. Aber ein global player wie er kann da natürlich nicht nur von Europa aus zugucken.

„Group 30 Years“ läuft bis 28. August 2013 in der Galerie Villa Kast am Mirabellgarten (Part One) und in der Salzburg Halle in der Vilniusstraße (Part Two), Die. bis Sa. 10 bis 18 Uhr.

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