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17.01.2010

09:46 Uhr

Thaddäus Ropac

Sammler mit Kunst und Charisma faszinieren

VonOlga Grimm-Weissert

Thaddäus Ropac wird 50, seine Pariser Galerie 20, sein Salzburger Stammsitz 26 Jahre alt. Mit Geschmeidigkeit und Entschlossenheit hat es der Österreicher längst in die erste Liga der Top-Galeristen geschafft. Herzlichen Glückwunsch.

Immer umgeben von Kunst: Galerist Thaddäus Ropac. Pressebild

Immer umgeben von Kunst: Galerist Thaddäus Ropac.

PARIS. Zum dichten Geburtstagsreigen für Thaddäus Ropac kommt am 25. März die Einweihung einer zweiten Galerie in Salzburg hinzu. Der auffallend höfliche Galerist mit dem diskreten Charme leistet sich dort eine High-Tech-Ausstellungshalle für großformatige Kunst sowie Räume für die technischen Einrichtungen, die der Global Player für seine Katalog- und Buchpublikation benötigt.

Der Jung- und Senkrechtstarter aus Salzburg gründete seine Pariser Galerie Ropac 1990 im Alter von 30 Jahren unmittelbar vor der Kunstmarktkrise der frühen 1990er-Jahre. Als Ausländer hatte er es in Frankreich schwer. "Paris war sehr hart zu knacken", gesteht der Erfolgsverwöhnte ein. "Trotzdem habe ich nie erwogen, Paris aufzugeben. Aber Salzburg musste viel für Paris machen. Mit einem Schlag wurde es anders. Ich hatte das Vertrauen der Franzosen gewonnen und wurde als relevante Galerie wahrgenommen", ergänzt der kurzzeitige Beuys-Schüler sachlich.

"Die Durststrecke dauerte acht bis zehn Jahre", erinnert sich Ropacs ehemalige Pariser Galerieleiterin Caroline Smulders, deren Aufgabe es von 1992 bis 2002 war, der Galerie eine "französische Identität zu verleihen". Für Fabrice Hergott, den Direktor des Musée d?art moderne de la Ville de Paris, hängt Ropacs internationaler Erfolg mit dessen Charakter und Verhalten zusammen: "Er geht sehr aufmerksam und zuvorkommend mit allen Gesprächspartnern um, ist also ganz das Gegenteil von arrogant. Freundlich zu sein ist ganz natürlich für ihn. Was nicht heißt, dass er nicht weiß, was er will. Er ist eine Mischung aus Geschmeidigkeit und Entschlossenheit." Ropac habe sich durch die Qualität seiner Künstler bemerkbar gemacht und durch seine Ausstellungspolitik. "Er zeigt anerkannte Künstler ebenso wie experimentelle Kunst, hält aber dabei immer die Qualität."

Praktisch alle großen Sammler gehören zu seinen Kunden

Heute umfasst die Künstlerliste 58 Künstler. "Eine seiner Stärken ist es, delegieren zu können und seinen Mitarbeitern zu vertrauen", versichert Eric Mircher, ehemaliger Angestellter und jetzt selbst Galerist in Paris. "Der Schlüssel zu seinem Erfolg ist: harte Arbeit von frühmorgens bis spätabends. Und wenn er einen Künstler übernimmt, dann steigt er in einen Rolls-Royce ein und macht einen Ferrari daraus, weil er den Motor verstärkt."

Ropac stellt seine Künstler weltweit vor - auf Messen und bei Abendessen. 35 Galerie-Mitarbeiter betreuen u.a. Tony Cragg, Peter Haley, Stephan Balkenhol, Gilbert & George, Ilya und Emilia Kabakow, Alex Katz, Arnulf Rainer, Tom Sachs, Hubert Scheibl, Lawrence Weiner, das Werk von Robert Mapplethorpe und die 2009 ins Galerieprogramm integrierten Iraner Ramin und Rokni Haerizadeh.

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