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22.11.2012

14:05 Uhr

Thomas Gottschalk

Die ARD will den Quotenlibero zurück

VonAnis Micijevic

Die ARD will den Entertainer Thomas Gottschalk wieder zurückholen. Nach der gescheiterten Vorabendsendung soll er nun eine eigene Samstagabendshow bekommen. Ein einfallsloser Schritt einer verstaubten Sendeanstalt.

TV-Entertainer Thomas Gottschalk soll in der ARD eine Samstagabendshow erhalten. dpa

TV-Entertainer Thomas Gottschalk soll in der ARD eine Samstagabendshow erhalten.

DüsseldorfDas Kapitel Thomas Gottschalk ist für die ARD trotz des gescheiterten Vorabendexperiments zwischen Januar und Juni 2012 offenbar noch nicht beendet: Die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel sagte in einem Interview mit dem Magazin „Stern“ (Donnerstag), dass man mit der „Wetten, dass..?“-Legende über „konkrete Pläne“ für eine Samstagabendshow rede. 2013 könnte es soweit sein. Denn am 15. Dezember endet die aktuelle „Supertalent“-Staffel und ob Gottschalk weitermacht, ist höchst fraglich.

Gleichzeitig räumte Piel im Interview ein, dass Gottschalks abgesetzte Vorabendsendung selbst dann nicht beim Publikum angekommen wäre, „wenn sie perfekt produziert worden wäre“.

Das klingt auch nach einem persönlichen Schuldeingeständnis der ARD, denn bereits vor dem Start der Sendung hatte es Kritik an der Platzierung von Gottschalk in der quotentechnischen „Todeszone“ gegeben. Der 62-Jährige ist ein Entertainer, der viel Platz, Zeit und die Prime Time braucht, um ein Millionenpublikum vor den Fernseher zu locken. Das hätten die ARD-Verantwortlichen auch vorher wissen können.

Selbst als gefühlter Fremdkörper schafft es Gottschalk im Verbund mit Michelle Hunziker und Dieter Bohlen mit der RTL-Castingshow „Supertalent“, den ProSieben-Konkurrenten Stefan Raab bei den Quoten auszustechen, wie am vergangenen Samstag wieder geschehen. 4,89 Millionen Zuschauer, 15,6 Prozent Marktanteil.

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Trotzig reagiert Gottschalk nun auf die Kritik.

Die Bemühungen der ARD um Gottschalk sind somit zwar verständlich, aber zugleich auch wenig kreativ und bezeichnend für einen öffentlich-rechtlichen Sender mit einem Zuschauer-Altersschnitt von 61 Jahren. Während das ZDF auf Moderatorennachwuchs wie Joko und Klaas, Roche und Böhmermann oder Markus Lanz setzt, wirkt das Werben der ARD um Gottschalk ähnlich hilflos wie ein gealterter Trainer, der einer jungen Fußball-Mannschaft sein angestaubtes System aufzwingen will. Selbst Otto Rehhagel hat inzwischen begriffen, dass die Zeit der Liberos vorbei ist.

Kommentare (8)

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22.11.2012, 14:08 Uhr

So ein Schund und das von unseren Gebühren.

LouVanBurg

22.11.2012, 14:35 Uhr

Die Rechte am "Goldenen Schuß" günstig vom ZDF gekauft; das ganze in eine schöne, neue Studiokulisse verpackt den zottligen, alten Gottschalk-St.Pepper-Verschnitt darin plaziert und los gehts, mit dem neuen Quotenhit im Ersten! "Guten Abend,guten Abend, hoppala...!"

Account gelöscht!

22.11.2012, 15:02 Uhr

@nastrowje,
gut das es wenigstens bei den Privaten noch das anspruchsvolle Qualitäts Fernsehen gibt, zumindest ein paar Minuten zwischen dem mehrstündigen Werbefilm.
Da wären z. B. Bauer sucht Frau, Schulermittler, Familie im Brennpunkt, Superstar wie immer super Stimme da schweres Schicksal hinter sich, DSDS siehe Lombardo alles manipuliert. Dann schaue ich aber lieber ARD und ZDF, Sportschau, Sportstudio, champions league, Wiso, Frontal, Report, Neues aus der Anstalt und die Filme kauf ich mir auf DVD oder BluRay alles ist besser als die Privaten.

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