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03.05.2011

14:36 Uhr

Toter Terrorchef

Bin Laden wird zum Stoff für Hollywood

Die Jagd auf Terrorchef Osama bin Laden und seine Liquidierung durch die US-Spezialtruppe Navy Seals wird zum Stoff für die Leinwand. Hollywood hat ein Interesse an einer Verfilmung - trotz wirtschaftlichen Risikos.

Osama bin Laden - Amerikas einstiger Staatsfeind Nummer eins soll zum Kinoschlager werden. Quelle: dapd

Osama bin Laden - Amerikas einstiger Staatsfeind Nummer eins soll zum Kinoschlager werden.

Los AngelesBereits kurz nach der Erschießung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden kursieren in Hollywood erste Überlegungen für eine Verfilmung des spektakulären Einsatzes der US-Spezialtruppe Navy Seal. Der Regisseur Lewis Teague sagte, er empfehle einen halb-dokumentarischen Film.

Vielleicht könne auch Originalmaterial in dem Spielfilm verwendet werden. Teague wies darauf hin, dass die Navy Seal alle ihre Einsätze auf Video festhalten.

Teague kennt sich mit der Spezialeinheit aus. 1990 brachte er den Film „The Navy Seals“ mit Charlie Sheen in der Hauptrolle heraus. Der Streifen handelte vom Einsatz eines Kommandos im Libanon. Teague stand für das Projekt rund ein Jahr in engem Kontakt mit der militärischen Gruppe. Er würde einem Film über die Liquidierung von bin Laden eine humorvolle Note geben, sagte Teague. „Man muss einen ganz besonderer Charakter haben, um ein Navy Seal zu sein: Mut, Ausdauer, schwarzer Humor.“

Das Leben von Osama bin Laden

Eine Chronik des Al-Kaida-Chefs

Al-Kaida-Chef Osama bin Laden ist in Pakistan von US-Spezialkräften getötet worden. Im Folgenden eine Chronik der wichtigsten Ereignisse aus dem Leben bin Ladens.

Früher Verlust des Vaters

Osama bin Mohammed bin Awad bin Laden wurde in Riad in Saudi-Arabien geboren als eines von mehr als 50 Kindern des millionenschweren Geschäftsmannes Mohammed bin Laden. Der genaue Geburtstag bin Ladens ist nicht klar. Bin Ladens Vater starb bei einem Flugzeugabsturz als bin Laden noch ein Kind war.

Erste Heirat mit syrischer Cousine

Im Alter von 17 Jahren erste Heirat mit einer syrischen Cousine. Er soll mindestens 23 Kinder haben von mindestens fünf Ehefrauen.

Bin Laden, der schüchterne Student

Studium von Management und Wirtschaft an der Universität in Dscheddah. Bin Laden galt als schüchtern und als durchschnittlicher Student.

Kampf gegen sowjetische Besatzer

Unter dem Eindruck des Einmarsches der Sowjetunion in Afghanistan Ende 1979 sympathisiert bin Laden ab 1984 mit arabischen Kämpfern, die sich freiwillig zum Kampf gegen sowjetische Truppen melden. Er unterstützt ihren Einzug in Peshawar, zieht später dorthin um und importiert Waffen. Er gründet seine eigene kleine Brigade freiwilliger Kämpfer.

Gründung von Al-Kaida

Al-Kaida wird als Hort für radikale Moslems gegründet. Die Anhänger eint der Hass auf die USA, Israel und alle muslimischen Regierungen, die als Verbündete der USA gelten.

Umzug gen Sudan

Bin Laden geht in den Sudan.

Der Ausstoß aus der Familie

Bin Ladens Familie verstößt ihren Sohn und schmeißt ihn als Anteilseigner am Bau-Firmenimperium hinaus.

Entzug der saudischen Staatsbürgerschaft

Saudi-Arabien entzieht bin Laden aus Verärgerung über dessen Propaganda gegen die Führung des Landes die Staatsbürgerschaft.

Rückkehr nach Afghanistan

Bin Laden zieht sich nach Afghanistan zurück. Den Sudan muss er auf Druck der US-Regierung verlassen. Im selben Jahr erlässt er eine Fatwa, ein islamisches Rechtsgutachten, nach der Mitarbeiter des US-Militärs getötet werden sollen. Ab Oktober 1996 folgen verschiedene Bombenanschläge, etwa in Saudi-Arabien oder auf US-Botschaften in Nairobi und Dar es Salaam, bei denen auch US-Bürger getötet werden. Die USA sehen bin Laden als Drahtzieher der Anschläge. US-Präsident Bill Clinton bezeichnet bin Laden als den größten Feind Amerikas. Die USA beginnen mit Luftangriffen auf vermutete Terroristen-Zentren im Sudan und in Afghanistan. Später folgt ein Al-Kaida-Angriff auf die USS Cole im Hafen von Aden im Jemen mit 17 toten US-Soldaten.

Der Anschlag

Die Al-Kaida-Angriffe mit gekaperten Flugzeugen auf das New Yorker World Trade Center sowie das Pentagon kosten fast 3000 Menschen das Leben. Bin Laden bekannte danach in einem Video, der Einsturz der Twin Towers habe die Erwartungen von Al-Kaida übertroffen.

Der meistgesuchte Terrorist

US-Präsident George W. Bush will bin Laden „tot oder lebendig“ fassen.

Der Afghanistan-Einsatz

Die USA beginnen mit Angriffen auf Afghanistan, das damals von den radikal-islamischen Taliban regiert wurde.

Lob für die Attentäter

Al-Dschasira überträgt die Stimme von bin Laden, der die Attentäter vom 11. September lobt als Männer, „die den Lauf der Geschichte verändert haben“.

Das Ende des Terrormeisters

Bin Laden wird in einer luxuriösen Wohnanlage in Abbottabad rund 60 Kilometer nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad von US-Spezialkräften getötet.

Auch die Regisseurin Kathryn Bigelow ist an dem Thema dran. Nach einem Bericht der Entertainment-Webseite deadline.com arbeiten sie und Drehbuchschreiber Mark Boal seit einiger Zeit an einem Film über die Jagd nach bin Laden. Die Details des Films sind noch sehr lückenhaft. Deadline.com berichtete, das Skript müsse nun überarbeitet werden, um die neuesten Entwicklungen einzufügen. Eine Sprecherin von Bigelow wollte keine Stellung zu dem Projekt abgeben.

Bigelow hatte 2008 den Film „Tödliches Kommando - The Hurt Locker“ fertiggestellt, der sechs Oskars erhielt. Er handelt von einer Gruppe von Soldaten, die im Irak unter anderem gegen Terroristen kämpfen. Sie scheint damit für die Verfilmung des Seal-Einsatzes prädestiniert. Trotz aller Begeisterung in den USA für die Liquidierung des Drahtziehers der Anschläge vom 11. September 2001 bleibt natürlich ein kommerzielles Risiko. Die meisten Filme über die US-Einsätze im Irak oder in Afghanistan floppten an den Kino-Kassen.

Durch den erfolgreichen Einsatz des Kommando-Unternehmens in Pakistan ist in Hollywood trotzdem das Interesse an allem, was mit den Seal zu tun hat, sprunghaft gestiegen. Das hat auch Howard Wasdin gemerkt, ein ehemaliger Scharfschütze der Spezialeinheit. Er wird in Kürze seine Memoiren „Seal Team Six“ über seinen Einsatz in Somalia in den 1990er Jahren veröffentlichen. Obwohl das Buch nichts mit bin Laden zu tun hat, wurde sein Agent Scott Miller am Montag mit Anfragen überhäuft. „Diese Geschichte hat wirklich jeder in Hollywood im Kopf“, sagte er. Wahrscheinlich werde es ein Wettrennen darum geben, wer sie als erster verwirklichen könne.

 

Von

rtr

Kommentare (2)

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wurzlbrunft

03.05.2011, 16:21 Uhr

Was soll daran lustig sein, wenn ein paar professionelle Mörder einen anderen Mörder im Schlaf liquidieren? Den Auftrag hätte jede trainierte Luftlandeeinheit mindestens ebenso, wenn nicht besser erledigt. Dass diese Amispezialisten den Einsatz auch noch trainiert haben wollen und dann stürzt denen über dem Anwesen auch noch der Hubschrauber ab - das hört sich doch eher an wie eine Lachnummer. Für ein Land, dass ständig von Anderen die Einhaltung der Menschenrechte einfordert, tritt der Herr Friedensnobelpreisträger eben diese Menschenrechte permanent mit den Füßen. Oder die USA wollen dem Rest der Welt ständig zeigen, dass sie sich einen Deut um den Rest der Welt scheren. Gesetze sind für die anderen da, nicht für die Amerikaner. Man darf gespannt sein, wie lange dieser exzessive und unerträgliche Hochmut noch anhält?

Account gelöscht!

03.05.2011, 16:22 Uhr

Was soll daran lustig sein, wenn ein paar professionelle Mörder einen anderen Mörder im Schlaf liquidieren? Den Auftrag hätte jede trainierte Luftlandeeinheit mindestens ebenso, wenn nicht besser erledigt. Dass diese Amispezialisten den Einsatz auch noch trainiert haben wollen und dann stürzt denen über dem Anwesen auch noch der Hubschrauber ab - das hört sich doch eher an wie eine Lachnummer. Für ein Land, dass ständig von Anderen die Einhaltung der Menschenrechte einfordert, tritt der Herr Friedensnobelpreisträger eben diese Menschenrechte permanent mit den Füßen. Oder die USA wollen dem Rest der Welt ständig zeigen, dass sie sich einen Deut um den Rest der Welt scheren. Gesetze sind für die anderen da, nicht für die Amerikaner. Man darf gespannt sein, wie lange dieser exzessive und unerträgliche Hochmut noch anhält?

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