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20.12.2012

09:11 Uhr

Tribal Art

Weniger Spitzenstücke mit guter Herkunft

VonOlga Grimm-Weissert

Sammler interessieren sich zunehmend für ozeanische Kunst. Auf diesem Gebiet steigen die Preise. Ansonsten gehen auf dem Markt für Stammeskunst die Umsätze zurück. Spitzenstücke mit guter Provenienz werden rar. Das zeigt ein Rückblick auf die Auktionen von Christie’s und Sotheby’s in Paris.

Holzkästchen der Maori, Neuseeland, Höhe 16 cm. (Ausschnitt) Sotheby's

Holzkästchen der Maori, Neuseeland, Höhe 16 cm. (Ausschnitt)

ParisWie üblich waren die Pariser Auktionssäle für die Tribal Art Auktionen übervoll. Der gesamte internationale Handel und Privatsammler boten und beobachteten. Bei Christie's am 11. Dezember beispielsweise. Dort erklärte Vorstand François de Ricqlès nach der Auktion: „Tribal Art ist ein Gebiet, das die Sammler persönlich verfolgen, selbst wenn sie nichts kaufen“. Tags darauf versteigerte Sotheby's. Beide Häuser sind in Paris die Umsatz-Spitzenreiter auf dem Sektor. Christie’s erzielte im Dezember 6 Millionen Euro, Sotheby’s 7,3 Millionen Euro. Im Jahr summieren sich die Einnahmen auf 16,5 Millionen Euro bei Sotheby's und knapp 9 Millionen Euro bei Christie's. Weltweit, das heißt in Paris und New York, setzt Sotheby's für dieses Segment 30,2 Millionen Euro um. Christie's kommt auf nur 10,2 Millionen Euro.

Experte mit gewachsener Kundenkartei

Diese Summen liegen niedriger als die Jahresumsätze der Tribal Art-Auktionen allein von Paris im Jahr 2011. Dort nahm Sotheby's 24,5 Millionen Euro für Stammeskunst ein und Christie's 10,4 Millionen Euro. Die geringeren Einnahmen dieses Jahres haben vor allem einen Grund: Es gab es weniger Spitzenobjekte mit guter Provenienz, also mit Garantie für Authentizität und historisches Flair, was für diesen Markt so wichtig ist.

Christie's konnte im Übrigen mit Pierre Amrouche den besten freien Experten als Berater einbinden. Er hat sein Beziehungsnetz in 30 Jahren aufgebaut. Das Haus bekommt immer mehr internationale Sammlungen anvertraut und baut so seinen Marktanteil aus. Abzuwarten bleibt, ob sich dies mit der Versteigerung der auf 20 bis 30 Millionen geschätzten präkolumbischen Sammlung Barbier-Mueller Ende März 2013 bei Sotheby's wieder ändern könnte.

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