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10.03.2014

11:45 Uhr

Trotz guter Quote

Kritiker zerreißen Schweiger-„Tatort“

Schweiger verliert an Quote: Im Vergleich zu seinem ersten ARD-„Tatort“ musste der Schauspieler Federn lassen, die TV-Konkurrenz hielt er dennoch in Schach. Die Kritiker bringt der Mime jedoch nicht auf seine Seite.

Kommissar Nick Tschiller (Til Schweiger) und Ex-Frau Isabella (Stefanie Stappenbeck) können sich in letzter Sekunde aus dem explodierenden Auto befreien - eine Szene der „Tatort“-Folge „Kopfgeld“: Auch der zweite „Tatort“ mit Til Schweiger polarisiert. dpa

Kommissar Nick Tschiller (Til Schweiger) und Ex-Frau Isabella (Stefanie Stappenbeck) können sich in letzter Sekunde aus dem explodierenden Auto befreien - eine Szene der „Tatort“-Folge „Kopfgeld“: Auch der zweite „Tatort“ mit Til Schweiger polarisiert.

BerlinAuch ein Til-Schweiger-„Tatort“ hat seine Grenzen: Der zweite Fall mit dem 50-jährigen Schauspieler in der Rolle des Hamburger Ermittlers Nick Tschiller interessierte am Sonntagabend um 20.15 Uhr in der ARD 10,12 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 27,7 Prozent). Schweigers „Tatort“-Premiere vor knapp einem Jahr noch 12,57 Millionen Menschen (33,5 Prozent) gesehen.

Zum Vergleich: Der Bremer „Tatort“ mit dem Titel „Brüder“ hatte vor zwei Wochen 10,18 Millionen Zuschauer (27,4 Prozent). Dennoch hatten Schweiger und Kollege Fahri Yardim mit ihrem Film besonders bei den jüngeren Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren Erfolg - in der Zielgruppe verbuchte er einen Marktanteil von 29,5 Prozent.

Der „Tatort“ hatte im Vorfeld bereits für einigen Wirbel gesorgt. Mit 19 Leichen stellte die Folge „Kopfgeld“ einen neuen Rekord in der Toten-Statistik des seit 1970 existierenden ARD-Klassikers auf. Lange wird die Marke nicht halten, denn im Herbst werden in einem Frankfurter „Tatort“ 47 Menschen sterben.

Die jüdische Gemeinde in Hamburg hatte nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ die Verwendung eines Ausschnitts aus dem Song „Psst“ des Offenbacher Rappers Haftbefehl mit mutmaßlich antisemitischer Textzeile („Ticke Kokain an die Juden von der Börse“) kritisiert. Ein NDR-Sprecher stellte zuvor schon klar: „Diese Zeile ist definitiv nicht im "Tatort" zu sehen.“

Die Feuilleton-Reaktionen auf den zweiten Schweiger-Fall sind differenziert. Vor allem Schweigers Männerbild stößt auf Kritik. „Eine ideale Untermalung sogenannter Herrenabende“, meinte die „Süddeutsche Zeitung“. „Die Folgen mit Tschiller sind als Kontrastprogramm angelegt, die Betulichkeit der Tatorte soll gebrochen werden. Mehr Sex, mehr Blut. Wer's mag: für den ist es das Größte.“

Kommentare (3)

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10.03.2014, 12:45 Uhr

Nein, das Beste an diesem Tatort waren eine gute Story, eine spannende Handlung und ein guter Til Schweiger. Von diversen Schießereien, Explosionen etc. ganz zu schweigen. Wer etwas anderes von einem Schweiger-Tatort erwartet, ist selber schuld. Wenigstens kein ödes rumermitteln irgendwo am A.. der Welt, bei dem man fast wegschnarcht. Wobei das ausdrücklich nur für einige ältere Tatort-Folgen gilt.

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10.03.2014, 15:14 Uhr

Hab aus verzweiflung gesetern ARD geschaut, wurde aber angenehm überrascht, tolle story (diesen Clan gibt es ja wirklich heißt nur etwas anders und haben ihren Sitz in Bremen) Hab mir früher nie Tatort angeschaut aber jetzt mit Til Schweiger gerade der gestern, war echt gut!

Top weiter so Til, steht dir gut und ist ein gute Abwechslung zu diesen Softfilm Schmarn für Frauen/ Bezeihungskomödien

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10.03.2014, 16:22 Uhr

Ich kann die derbe Kritik nicht nachvollziehen. Die Schweiger-Tatorte erinnern zwar mehr an die Aktion von Jean Claude van Damme, sind aber mit Sicherheit eine gelungene Abwechslung im sonst so stinklangweiligen Tatort-Einheitsbrei.
Wer Schweigers Filme nicht mag, hat doch die Wahlmöglichkeit und kann den Kanal wechseln.
Bestes abschreckendes Beispiel war doch der jüngste Samstagskrimi im ZDF. Ganze zehn Minuten konnte man diesen Langweiler ertragen. Anschließend ging es fluchtartig in die City. Vermutlich war das auch mit diesem Schinken beabsichtigt, damit die Gastwirte Umsatzsteigerungen verbuchen können.

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