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25.04.2011

09:56 Uhr

Türkische Kunst

Auf der Suche nach sicheren Werten

VonMatthias Thibaut

Der Markt für zeitgenössische türkische Kunst wächst rasant. Vorsichtige Preispolitik ist die Antwort der angelsächsischen Versteigerer, denn allzu sehr sollte man den Markt nicht antreiben.

Ausschnitt aus dem Gemälde "1879" des in Deutschland geborenen Taner Ceylan. Quelle: SOTHEBYS  Deutschland GmbH

Ausschnitt aus dem Gemälde "1879" des in Deutschland geborenen Taner Ceylan.

LondonDer türkische Kunstmarkt hat sich in den letzten Jahren rasant vervielfacht – einige Experten schätzen den Zuwachs des Marktvolumens auf etwa 200 Millionen. 2001 wurde es noch mit 5 Millionen Dollar angegeben. Neuer Reichtum und das Interesse aus Europa und dem Nahen Osten haben neue Galerien, Auktionen und eine blühende Auktionsszene in Istanbul selbst entstehen lassen.

Die Werke etablierter türkischer Künstler erzielen Rekordpreise

Trotzdem erklärte Sotheby’s Spezialistin Elif Bayoglu vor Sotheby’s dritter Londoner Auktion mit türkischer Contemporary Art: „Es ist nicht gut, den Markt zu sehr anzutreiben. So wie es läuft, ist es gesund.“ Sie stellte eine Auktion zusammen, die auf dem Umsatzniveau des letzten Jahres lag und mit realistischen Taxen von den stärksten Namen der Szene angeführt wurde, allen voran von Mübin Orhon und Burhan Dogançay. Der Erfolg gab ihr recht. Die Einnahme von 2,3 Millionen Pfund lag am 7. April genau im Soll. Rückgänge von 35 Prozent nach Losen, aber nur 25 Prozent nach Wert zeigen, dass der Markt auf Qualität setzt, aber wählerisch ist.

Mit einem Wort: Man ist auf der Suche nach den sicheren Werten der Zukunft. Dafür stehen die Bilder etablierter türkischer Künstler wie „Whispering Wall II“, eine Abstraktion der Ribbon-Serie des in den USA lebenden Burhan Dogançay (geb. 1929). Seine Abstraktion „Blue Symphony“ brachte Ende 2009 in einer Istanbuler Auktion einen Rekordpreis von 1,5 Millionen Dollar, ein Wendepunkt für das Selbstbewusstsein der türkischen Contemporary Art. Sotheby’s Bild, 142 x 193 cm, verdoppelte die Schätzung auf 277 250 Pfund (316 350 Euro). Eine zweite Arbeit Dogançays mit kalligrafischen Streifen, die Schatten auf die Leinwand werfen, brachte bei einer Schätzung von 50.000/70.000 Pfund dann 151 250 Pfund.

Zweiter wichtiger Block waren informelle Abstraktionen von Mübin Orhon (1924-1981) aus der Sammlung des Pariser Galeristen Daniel Gervis. Orhon lebte die meiste Zeit seines Lebens in Paris, und Gervis unterstützte seine Arbeit. Orhon ist nun ein wahrer Klassiker. Seine Preise entsprachen mit 241.250 Pfund, 97.250 Pfund und 85.250 Pfund genau den Schätzungen.

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