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18.06.2015

02:36 Uhr

TV-Moderator

Stefan Raab hört auf

Mit Shows wie „TV Total“ und „Schlag den Raab“ hat Stefan Raab sich bei vielen zum Wohnzimmer-Dauergast gemacht. Doch damit ist nun Schluss. Der Moderator stellt nicht nur eine Sendung ein - er tritt komplett ab.

Stefan Raab beim Bundesvision Song Contest im Herbst des vergangenen Jahres. dpa

Stefan Raab

Stefan Raab beim Bundesvision Song Contest im Herbst des vergangenen Jahres.

Berlin/MünchenDas deutsche Privatfernsehen verliert einen seiner größten Stars: Der Entertainer Stefan Raab beendet seine TV-Karriere. „Ich habe mich entschlossen, zum Ende dieses Jahres meine Fernsehschuhe an den Nagel zu hängen“, zitierte sein Haussender ProSieben den 48-Jährigen am Mittwochabend.

„ProSieben hat mir eine mehrjährige Vertragsverlängerung angeboten. Das hat mich sehr geehrt. Dennoch habe ich meine Entscheidung nach reiflicher Überlegung und mit Überzeugung getroffen.“ Er bedankte sich „für 16 außerordentliche, tolle und erfolgreiche Jahre“.

Vom Metzger zum Fernseh-Visionär

Lehre zum Metzger

Den Eltern gehörte eine Metzgerei in Köln-Sülz. Dort absolvierte Stefan Konrad Raab eine Ausbildung. Er studierte auch einige Semester Jura. Die Lehre als Metzger verstand er bereits als Wettbewerb – und schloss als Bezirksbester mit Auszeichnung ab. Unter seiner Führung expandierte die Metzgerei bis hin zu einer Schnitzellounge im benachbarten Düsseldorf. Regelmäßig veranstaltete er Wettbewerbe Schweinskopf-Weitwerfen.

Jingle-Produzent

Jenseits der Fleischbranche reüssierte Stefan Raab als Produzent von Jingles. 1990 machte er sich damit selbstständig. Die alte Wurstküche wurde zum Tonstudio umgebaut. Er komponierte die Anfangsmusiken für Talkshows wie Veronas Welt oder das ARD-Morgenmagazin und produzierte für Künstler wie Bürger Lars Dietrich und Die Prinzen. Auch dem Musiksender Viva machte er ein Songangebot. Die Programmverantwortlichen luden Raab stattdessen zum Casting ein. 1993 wird der Kölner Moderator von „Vivavision“.

Prinzip Provokation

Vivavision wurde zum Versuchslabor für Raabs spätere TV-Formate. In trashiger Umgebung setzten die Macher vor allem auf: Provokation. Der Produzent der Sendung, Marcus Wolter, entwickelte auch TV Total – seit 1999 läuft die Sendung auf ProSieben. In Rubriken wie „Raab in Gefahr“ brach er beim Konkurrenz-Sender RTL ein oder veralberte Branchengrößen wie Rudi Carrell in sogenannten „Raabigrammen“. Kleine Fernsehausschnitte dienten als Grundlage für Gags.

Heftig kritisiert

Mehrfach amüsierte sich der Moderator zum Beispiel über einen kleinen Ausschnitt des Hessischen Rundfunks, in dem eine 16-Jährige sich kurz äußerte. Sie hieß Lisa Loch – wegen ihres Namens empfahl Raab eine Karriere im Porno-Geschäft. Anschließend verpflichtete ihn ein Gericht zur Zahlung von 70.000 Euro Schadensersatz. „Was Raab hier macht, ist Unterhaltung nach dem Motto: Je niedriger die Schublade, desto höher die Quote“, sagte beispielsweise der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach. Immer wieder fiel Raab durch politisch unkorrekte Äußerungen auf.

Eurovision Songcontest

Seine Begeisterung für den heutigen Eurovision Songcontest lebte Stefan Raab schon früh aus. Für Guildo Horn komponierte und textete er 1998 „Guildo hat euch liebt“, zwei Jahre später trat er selbst mit „Wadde hadde dudde da?“ auf, er brachte den Sänger Max Mutzke zum Wettbewerb, veranstaltete später in Zusammenarbeit mit der ARD die Sendung „Unser Star für Oslo“. Bei der Castingshow wurde die damals 18-jährige Lena Meyer-Landruth entdeckt. Mit ihr gewann Stefan Raab den ersten Platz beim Grand Prix und holte den Wettbewerb nach Deutschland. 2012 stieg er offiziell aus, er habe beim Songcontest alles erreicht.

Quotenbringer seines Senders

Bundesjugendspiele für Erwachsene oder ein schier endloses Spiel ohne Grenzen: Stefan Raab entwickelte unzählige TV-Formate und gilt heute als Visionär des Privatfernsehens. Eines der ersten war die Wok-WM 2003, es folgten Stock-Car-Challenges, der Bundesvision Songcontest, das TV Total Turmspringen, Pokernächte unter dem Label seiner täglichen Sendung, die Autoball-Meisterschaften und Schlag den Raab. Fast alle Versuche gelangen mit unterschiedlich großem Erfolg: Schlag den Raab – ein Bewerber muss im direkten Wettbewerb gegen Raab überzeugen, um einen bestimmten Geldbetrag zu gewinnen – ist bis heute ein Quotenbringer am Samstagabend.

Raab und die Politik

2005 veranstaltete Stefan Raab am Vorabend der Bundestagswahl eine Gesprächsveranstaltung mit Vertretern aller Parteien. Als Co-Moderator trat N24-Mann Peter Limbourg auf. Das Televoting nahm überraschend genau das Abstimmungsverhalten junger Wahlberechtigter vorweg. Im Herbst 2012 startete „Absolute Mehrheit“: Raab versprach nicht weniger als eine Wiederbelebung der politischen Talkshow. Wieder stand Wettbewerb im Mittelpunkt: Per Telefonabstimmung konnte einer der Teilnehmer der Gesprächsrunde gewinnen. Wer bei diesen Stimmen die absolute Mehrheit erzielte, gewann einen Geldbetrag. Insgesamt gab es sechs Sendungen.

Kanzlerduell

Das Bild Stefan Raabs in der Öffentlichkeit hat sich längt gedreht. Der einstige Berufsprovokateur moderierte 2013 sogar das Kanzlerduell zwischen Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD). Raab selbst schottet sich ab. Seit 2004 gibt er dem Sender RTL und der „Bild“-Zeitung keine Interviews mehr. Private Fragen beantwortet er nicht und geht gegen Berichterstattung über seine Familie auch gerichtlich vor.

Raab etablierte bei ProSieben neben der Unterhaltungssendung „TV Total“ auch die Spielshow „Schlag den Raab“ und diverse Spektakel wie die „Wok WM“. Auch beim TV-Duell der Kanzlerkanidaten vor der Bundestagswahl 2013 machte Raab eine gute Figur. Er besitzt eine treue Fangemeinde.

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Im Handelsblatt-Gespräch verrät Stefan Raab, was ihn auf die politische Bühne treibt.

Raab betonte: „Wir beenden die Zusammenarbeit im besten Verhältnis, das man haben kann.“ Auch ProSieben-Senderchef Wolfgang Link stellte heraus: „Sollte er jemals einen Rücktritt vom Rücktritt in Erwägung ziehen: Bei ProSieben stehen ihm alle Türen offen.“

Link erklärte: „Mit Stefan Raabs Entschluss, seine TV-Karriere zu beenden, geht eine TV-Ära zu Ende.“ Raab habe ProSieben und das deutsche Fernsehen geprägt. Mit „TV total“ habe Raab mehrere Generationen begeistert, so Link. Die Sendung „Schlag den Raab“ habe die Samstagabend-Unterhaltung verändert.

Kommentare (3)

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Frau Ich Kritisch

18.06.2015, 07:56 Uhr

wie schööööön!!!!!!!!!

Ich mochte den Kerl noch nie!

Herr Julius Ceasen

18.06.2015, 08:09 Uhr

ach mensch.... es zwingt Sie niemand das zu gucken, schon mal drüber nachgedacht?

Herr Rene Benedikt

18.06.2015, 08:29 Uhr

Gott sei Dank, diese dumme Ehrgeizige Gegrinze geht mir so auf den Zeiger. Schlag den Raab an Wochenende und es kommt nix anderes auf Pro7. Völlig Talentfreies Moderieren und über andere sich lustig machen, nein es gibt schöneres. Möge er nun sein gescheffelten Millionen geniessen. Alles Gute Herr Raab.

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