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08.03.2013

08:06 Uhr

Umstrittene Band

Musikindustrie zieht Echo-Nominierung für Frei.Wild zurück

Nachdem sowohl Kraftklub als auch MIA. ihre Teilnahme an der Echo-Verleihung abgesagt haben, hat die Musikindustrie eine Kehrtwende vollzogen und die Nominierung für die als rechts geltende Band Frei.Wild zurückgenommen.

Die Band Frei.Wild sorgt für Diskussionen. Nun hat die Musikindustrie die Echo-Nominierung für die als rechts geltenden Musiker zurückgezogen. dpa

Die Band Frei.Wild sorgt für Diskussionen. Nun hat die Musikindustrie die Echo-Nominierung für die als rechts geltenden Musiker zurückgezogen.

BerlinDie umstrittene Rockband Frei.Wild ist nach Protesten nicht mehr für den Musikpreis Echo nominiert. Die Deutsche Phono-Akademie habe sich nach intensiven Diskussionen dazu entschlossen, in die Regularien des Preises einzugreifen und die Band von der Liste der Nominierten zu nehmen, sagte Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), zu dem die Akademie gehört, am Donnerstag in Berlin laut Mitteilung. Der Echo wird am 21. März in Berlin verliehen. Zunächst hatte der Verband an der Nominierung festgehalten, da die Verkaufszahlen die Grundlage dafür seien – und danach zählt das Album der Band zu den bestverkauften des vergangenen Jahres.

„Wir haben in den letzten Tagen heftige Kontroversen um die Nominierung von Frei.Wild, die auf Basis der Charts-Auswertung erfolgte, erlebt, die den gesamten Echo und damit auch alle anderen Künstler und Bands überschatten“, sagte Drücke weiter.

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Der BVMI betonte in seiner Mitteilung, der Bundesverband und die Deutsche Phono-Akademie hätten immer wieder mit Aktionen wie „Starke Stimmen gegen Rechts“ in diesem Umfeld Farbe bekannt.

„Echo vom Echo!!! Wir wünschen allen verbleibenden Bands viel Spass und freuen uns auf die Tour“, schrieb die Band Frei.Wild auf ihrer Facebook-Seite am Donnerstagabend. „Danke dennoch jedem Einzelnen für eure Unterstützung. Zum Glück haben wir noch keine Flüge gebucht.“

Musik aus dem Netz

Aupeo (Radio-Streaming)

Gestartet 2008, Sitz Berlin.

Musikangebot: ca. 1 Million Titel. Auswahl von Stationen für Musikgattungen und Stimmungen, kostenloses Angebot mit Werbung und Abo-Modell.

Last.fm (Radio-Streaming)

Gestartet 2002, Sitz: London.

Musikangebot: ca. 7 Millionen Titel. Spielt nach Angabe von Lieblingsgruppen Musik von ähnlicher Richtung.

Pandora (Radio-Streaming)

Gestartet 2000, Sitz: Oakland, Kalifornien.

Musikangebot: ca. 1 Million Titel. Spielt nach Vorgaben der Nutzer Musik in ähnlicher Richtung, in Deutschland nicht verfügbar.

wahwah.fm (Radio-Streaming)

Gestartet 2011, Sitz: Berlin.

Musikangebot: 12 Millionen Songs. Überträgt Songs von anderen registrierten Smartphone-Nutzern in der Umgebung.

Deezer (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2007, Sitz: Paris.

Musikangebot: 13 Millionen Titel.

MOG (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2005, Sitz: Berkeley, Kalifornien.

Musikangebot: 14 Millionen Titel. In Deutschland nicht verfügbar.

Napster (On-Demand-Streaming)

Gestartet 1999 als Tauschplattform, seit 2005 als kommerzieller On-Demand-Service, Sitz: Los Angeles.

Musikangebot: 15 Millionen Titel.

rara.com (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2011, Sitz: London.

Musikangebot: mehr als 10 Millionen Titel.

Rdio (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2010, Sitz: San Francisco.

Musikangebot: mehr als 12 Millionen Titel.

Simfy (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2008, Sitz: Stockholm.

Musikangebot: über 16 Millionen Titel.

Spotify (On-Demand-Streaming)

Gestartet 2008, Sitz: Stockholm.

Musikangebot: über 16 Millionen Titel.

Die Chemnitzer Band Kraftklub und die Berliner Elektro-Popgruppe MIA. hatten aus Protest gegen Frei.Wild ihre eigene Teilnahme am Echo-Rennen abgesagt. Auch die Band Die Ärzte protestierte.

Frei.Wild hatte im vergangenen Jahr eines der bestverkauften Rock/Alternative-Alben veröffentlicht: „Feinde deiner Feinde“ verkaufte sich 2012 mehr als 100 000 mal. Frei.Wild war zusammen mit MIA., Kraftklub, Unheilig und den Ärzten für einen Echo in der Kategorie „Rock/Alternative National“ nominiert worden.

Auf ihrer Homepage beschreibt sich die 2001 gegründete Gruppe als „Musikphänomen und Gegenkultur“. Ihre Songs kreisen um Alltagsthemen, aber auch um die Südtiroler Heimat. In einem Text heißt es zum Beispiel: „Südtirol, sind stolze Söhne von dir. Unser Heimatland, wir geben dich nie mehr her.“

Von

dpa

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

08.03.2013, 08:20 Uhr

Das Gegenteil von "links" ist nicht "rechts", sondern "Frei". Bis letzte Woche noch nichts von der Band wahrgenommen. Aber seit dem Echo-Blabla hab ich mir mal auf Youtube die Lieder reingezogen und gleich sämtliche Alben bestellt. Ich kann nur sagen: Geile Mucke und "Strong buy"! Und als jüdischer Mitbürger kann ich mir das erlauben.

Andre

08.03.2013, 09:51 Uhr

inzwischen stellt sich die Frage, was aus Deutschland geworden ist. Man stellt Menschen (Gruppen) unter generalverdacht, bloss weil man zu faul ist sich damit auseinander zu setzen. Betrachtet man die Gruppe Frei.Wild, dann ist das Thema nur noch peinlich. Medien schreiben immer nur das selbe (kopieren von einander) und es kommt immer das selbe dabei raus. Das wird dann von anderen Gruppen aufgegriffen, denen ich mal neid unterstelle und prommt gibt es einen Aufschrei und der Veranstallter fühl sich genötigt was dagegen zu tun. (Presse druck).
Warum nun gerade Frei.Wild als nationale Band nominiert wurden ist, verstehe ich nicht! Ist denn Italien inzwischen Deutschland zugeordnet? Ich dachte immer die gehören zu EU!
(...)

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Soapi

08.03.2013, 10:41 Uhr

Wenn die Textzeile „Südtirol, sind stolze Söhne von dir. Unser Heimatland, wir geben dich nie mehr her“ ein Problem ist, dann sollte man sich mal in anderen Ländern umhören. (...)
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