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06.07.2015

11:29 Uhr

Unesco-Weltkulturerbe

Hamburg bejubelt seine Speicherstadt

Hamburg jubelt, Naumburg kann aufatmen. Die Speicherstadt ist nun das erste Weltkulturerbe der Hansestadt. Naumburgs Bewerbung ist dagegen noch nicht reif für die renommierte Liste, bekommt aber eine zweite Chance.

Nach dem Wattenmeer als Weltnaturerbe hat die Stadt Hamburg nun ihr erstes Weltkulturerbe. dpa

Speicherstadt Hamburg

Nach dem Wattenmeer als Weltnaturerbe hat die Stadt Hamburg nun ihr erstes Weltkulturerbe.

BonnJubel in Hamburg und Erleichterung in Naumburg: Die Hamburger Speicherstadt und das Kontorhausviertel sind jetzt das 40. Welterbe Deutschlands. Das Unesco-Welterbekomitee beschloss die Aufnahme in die Welterbe-Liste am Sonntag in Bonn. Der Naumburger Dom bekommt nach einer Zitterpartie eine zweite Chance, als einzigartige kulturelle Stätte den Sprung auf die Liste zu schaffen.

Die Delegierten der UN-Kulturorganisation wiesen den Welterbe-Antrag Naumburgs zur Überarbeitung zurück. Damit kann er nach umfassenden Nachbesserungen noch einmal eingereicht werden. Mit herzlichem Applaus und einer langen Gratulantenschlange feierten die Delegierten des Welterbe-Komitees die Aufnahme der Speicherstadt in das Welterbe-Verzeichnis. Sie gilt als das größte zusammenhängende und einheitlich geprägte Speicherensemble der Welt.

„Wir fühlen uns so gerührt und so erfreut“, sagte die Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sagte: „Wir Hamburgerinnen und Hamburger dürfen stolz sein auf unsere neue Welterbestätte.“ Die Hansestadt nehme nun die Verantwortung für den Schutz dieses Erbes wahr.

Weltkulturerbe: Neue Denkmäler der Unesco

Jordanien

Bethanien - Wohn- und Wirkungsort Johannes des Täufers.

Saudi-Arabien

Die Felszeichnungen in Ha'il - tausende Malereien von prähistorischer bis zu frühislamischer Zeit

China

Gräber und Festungen des Stammeshäuptlingssystems Tusi

Iran

Die Stadt Susa mit ihrer 5000-jährigen Siedlungsgeschichte sowie als zweite Stätte das historische Höhlendorf Maymand.

Türkei

Die Festung von Diyarbakir und Kulturlandschaft Hevsel-Gärten

Israel

Nekropole Bet She' arim - Wahrzeichen der jüdischen Erneuerung

Deutschland

Speicherstadt und Kontorhausviertel Hamburg

Italien

Das arabisch-normannische Palermo und die Kathedralen von Cefalù und Monreale

Frankreich

Climats - die Weinbauparzellen in Burgund sowie als zweite Stätte die Weinberge, Weinhäuser und -keller der Champagne

Norwegen

Stätten der Industriekultur in Rjukan und Notodden

Schottland

Forth Bridge in Schottland als einst längste Stahlauslegerbrücke der Welt.

Dänemark

Herrnhuter-Siedlung Christiansfeld und als weitere Stätte die Parforcejagdlandschaft in Nordseeland

Amerika

- Jamaika: die artenreiche Bergkette Blue and John Crow Mountains

- Spanische Missionsstationen in San Antonio

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer, sagte als Vorsitzende des Unesco-Welterbekomitees: „Das ist ein großer Tag für Hamburg.“ Der Komplex stehe für die Weltoffenheit der Hansestadt und die deutsche Kaufmannstradition. Die Speicherstadt werde nicht nur als Denkmal konserviert, sondern Tag für Tag mit Leben erfüllt.

Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Verena Metze-Mangold, erklärte, die Speicherstadt stehe nun in „einer Reihe mit den Pyramiden Ägyptens, dem Mont Saint-Michel, dem Tadsch Mahal, oder der Inkastadt Machu Picchu.“

Gebaut wurde die Speicherstadt zwischen 1885 und 1927 auf einer Inselgruppe in der Elbe. Sie besteht aus 15 Backsteinbauten in neogotischer Architektur. Die Lagerhäuser sind durch Straßen, Wasserstraßen und Brücken miteinander verbunden. Das zwischen 1920 und 1940 erbaute benachbarte Kontorhausviertel wurde ist berühmt für das Chilehaus - mit seiner an einen Schiffsbug erinnernden Spitze.

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