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04.02.2014

11:26 Uhr

US-Filmemacher lieben Görlitz

„Görliwood“ bleibt Drehort

Görliwood - mit dieser Marke wirbt Deutschlands östlichste Stadt Görlitz ganz offiziell. Sie war Kulisse für Kinofilme wie „Der Vorleser“ oder „Inglorious Basterds“. Internationale Produzenten lieben den Drehort.

Deutsche Filmindustrie

Glanz, Glamour und Geld in Görlitz

Deutsche Filmindustrie: Glanz, Glamour und Geld in Görlitz

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GörlitzEine bemalte Glaskuppel über dem imposanten Lichthof, in dem eine freitragende Haupttreppe hinauf zu den Galerien in drei Etagen führt - die Eleganz des Jugendstilkaufhauses in der deutsch-polnischen Grenzstadt Görlitz dürfte den US-amerikanischen Regisseur Wes Anderson („Moonrise Kingdom“) beeindruckt haben. Vor einem Jahr drehte er in dem 100 Jahre alten Denkmal sein jüngstes Kinowerk „The Grand Budapest Hotel“. Wenn die Komödie um den Concierge eines Luxushotels an diesem Donnerstag zur Eröffnung der 64. Berlinale Premiere hat, rückt auch Görlitz und sein original erhaltenes Warenhaus ins internationale Rampenlicht.

Anderson hatte Anfang 2013 wochenlang mit internationalen Stars wie Ralph Fiennes, Jude Law, Adrien Brody oder Jeff Goldblum in Görlitz gedreht. Für die Hollywood-Produktion schien es sogar ein Glücksfall gewesen zu sein, dass der bundesweit einmalige Einkaufstempel dort seit mehr als vier Jahren leer steht. Das Kaufhaus in der Innenstadt gehörte zuletzt zu Hertie. Nachdem die Kette Insolvenz angemeldet hatte, musste auch die einzige ostdeutsche Filiale außerhalb Berlins im August 2009 schließen.

Lange Zeit schien das Schicksal des Gebäudes ungewiss. Doch seit Juni 2013 gibt es wieder Hoffnung für das Zeugnis früher Warenhausarchitektur, das auch Deutschlands schönstes Kaufhaus genannt wird. Der Mediziner Winfried Stöcker wagt mit einem mutigen Konzept den Neuanfang. Der Chef eines in Lübeck ansässigen Unternehmens will 20 Millionen Euro investieren, um das Denkmal als „Kaufhaus der Oberlausitz“ (KaDeO) wiederzueröffnen. Wie der Titel vermuten lässt, orientiert sich der neue Eigentümer dabei an einem berühmten Vorbild: am „Kaufhaus des Westens“ (KaDeWe) in Berlin.

Derweil steht das nächste Team in den Startlöchern, das im Görlitzer Kaufhaus gern einen Kinofilm drehen würde. „Das ist unsere Wunschkulisse“, gesteht Dietmar Güntsche, Geschäftsführer der Neuen Bioskop Film Produktions & Vertriebs GmbH in München. Sie will den Klassiker „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens in einer modernen Adaption verfilmen - unter Regie von Anno Saul („Wo ist Fred?“). Güntsche rechnet mit mindestens 24 Drehtagen in Görlitz. Nur könne das Projekt erst starten, wenn die vorgesehenen Bauarbeiten im Kaufhaus beendet seien. Auf einen genauen Termin dafür lässt sich dessen Besitzer allerdings nicht festnageln.

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