Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.12.2012

15:36 Uhr

Frank Stella: "The Chase. Second Day". Es handelt sich um eine lackierte Metallskulptur. VAN HAM Kunstauktionen / Sasa Fuis

Frank Stella: "The Chase. Second Day". Es handelt sich um eine lackierte Metallskulptur.

DüsseldorfDer Trend ist in allen Auktionshäusern der gleiche. Das Bieterinteresse verlagert sich im mittleren Bereich von der Klassischen Moderne hin zur zeitgenössischen Kunst. Bei Van Hams Auktionen vom 28./29. November steht nicht Oskar Schlemmers unbeachtet gebliebenes Figurenbild von 1936 an der Spitze (Taxe bis 400 000 Euro), sondern Frank Stella. Ein Sammler aus dem Rheinland sicherte sich das hinreißende, raumgreifende Metall-Relief des Amerikaners, in dem es um die Verfolgungsjagd aus "Moby Dick" geht, nahe der unteren Taxe bei 213 500 Euro. Das ist der höchste Zuschlag dieser Auktionsreihe.

"Die Zeitgenossen sind extrem gut gelaufen", bilanziert Van-Ham-Gesellschafter Markus Eisenbeis. "Die Moderne ist selektiv beboten worden."

Gute Preise ließen sich auch für Otto Piene erzielen, der seinen wertmäßig davongepreschten Zero-Freunden Uecker und Mack nun hinterhereilt. Von sieben Arbeiten verdoppelte das rote Ruß- und Feuerbild von 1967 mit 75 000 Euro seinen Schätzpreis. Ein deutscher Sammler setzte sich hier schließlich gegen elf Telefone durch. Starkes Interesse verzeichneten auch Polkes "Interferenzbild", das für 72 500 Euro versteigert werden konnte, und Emil Schumachers frühe Abstraktion (75 000 Euro).

Villa Griesebach: Bieten, aber nur in kleinen Schritten

Villa Griesebach

Bieten, aber nur in kleinen Schritten

Bei den Herbstauktionen der Villa Griesebach wurden stattliche Preise erzielt. Das lag vor allem an einer guten Auswahl. Allerdings könnte es zu einer deutlichen Überbewertung gekommen sein.

Überraschend hoch kam "Cracks", eine Mischtechnik auf beschädigtem Moiré-Stoff von Ed Ruscha. Einem belgischen Sammler war das Schriftbild noch 125 000 Euro wert. Statt 8 000 Euro bezahlte ein Schweizer 35 000 Euro für den Möchte-gern-Cowboy "Double Whammy" der Kanadierin Marianne Gartner. 60 000 Euro, die dreifache Taxe, bewilligte ein Kölner Sammler für ein typisches Günther-Förg-Bild von 2011. Für 50 000 Euro ging ein strahlend blauer Piero Dorazio weg.

Zu den Rückgängen zählen bei den Zeitgenossen Konrad Klaphecks Uhr "Bonjour tristesse" und Tal Rs Keramik. Bei der Klassischen Moderne blieben Johannes Molzahns "Parabel" auf die Berliner Blockade 1948 ohne Resonanz, das prismatisch angelegte Bild "Trinker" von Walter Gramatté und Chagalls zu hoch angesetzte Monotypie "Elias".

Von vier Hofer-Gemälden übernahm ein deutscher Privatsammler nicht nur "Mädchen mit Triangel" bei 170 000 Euro, sondern auch noch eine Landschaft und ein Figurenbild. Gleich zehn Telefonbieter kämpften um Stadtansichten von Mela Muter, die für 22 500 und 21 000 Euro verkauft wurden. Ein charakteristischer Lebzeitenguss der Bronze "Bambino ebreo" von Medardo Rosso kletterte auf erstaunlich hohe 62 500 Euro.

Zwei amerikanische Sammler trieben das geometrisch angelegte Aquarell "Green Pint" des "Sturm"-Künstlers Rudolf Bauer auf 47 500 Euro. Während Légers Tuschezeichnung "Frauen mit Papageien" unbeachtet blieb, stieg Kirchners gezeichnete Atelierszene mit Akt von 1926 auf 35 000 Euro. Pechsteins Aquarell "Sich ankleidende Frau" ließ sich auf 27 500 Euro heben.

Markus Eisenbeis ist zufrieden mit den 4,4 Millionen Euro Bruttoumsatz (2011: 4,5 Mio.) und einer wertbezogenen Absatzquote von 60 Prozent.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×