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27.03.2013

17:20 Uhr

Venator & Hanstein

Runge macht das Rennen

VonSusanne Schreiber

Mit der Vervielfachung seines Schätzpreises liegt Philipp Runges konturbetonte Tageszeitenfolge ganz vorn in der Bilanz der Frühjahrsauktionen bei Venator & Hanstein in Köln.

DüsseldorfSechs  Telefonbieter kämpften bei Venator & Hanstein am 22. März um die berühmte Folge von vier Kupferstichen „Die Vier Tageszeiten“ von Philipp Otto Runge. Das Hauptwerk der deutschen Romantik  - im überaus seltenen ersten Druckzustand, vor aller Schrift, mit  breitem Rand – ließ sich mühelos auf 310.000 Euro heben. Der Schätzpreis hatte marktgemäß bei vorsichtigen 40.000 Euro gelegen, schließlich war noch ein Wasserrand zu berücksichtigen.

Doch das hielt Interessenten aus der ganzen Welt nicht ab, zur Vorbesichtigung anzureisen, um die großformatigen Kupferstiche selbst in Augenschein zu nehmen. Den verachtfachten Schätzpreis bewilligte intensivem Bietgefecht ein Telefonbieter aus Übersee. Erheblich mehr als der Höchstpreis aus dem Jahr 2011, als Ketterer 125.000 Euro für den hochromantischen Zyklus einnehmen konnte.

Frühe Kupferstiche von Dürer

Beachtliche Steigerungen konnten in der Frühjahrsauktion von Venator & Hanstein zwei frühe Kupferstiche von Dürer hinlegen. „Die Geburt Christi“, von 1504,  klein in großer Architekturkulisse  platziert, kletterte von 6.000 Euro auf 39.000 Euro. Das „Wappen mit dem Totenkopf“ von 1503 kostet den Erwerber 48.000 Euro, mehr als die doppelte Taxe. Aber schließlich ist das ja auch ein Motiv, mit dem sich hochpreismüde Sammler zeitgenössischer Kunst ansprechen ließen. So geschehen bei dem Blatt, das Christie’s kürzlich aus der Sammlung Samuel Josefowitz versteigerte.

Was Einstein zu Papier bringt

Klangvolle Namen locken immer. So wurde ein bedeutender, dreiseitiger Brief von Albert Einstein für 70.000 versteigert (Taxe 5.000 Euro).Und Gerhard Richter ist, sofern er nicht grau in grau übermalt, immer begehrt. Die übermalte Farbfotografie „23. Sept. 2009“ aus einem Sozialprojekt gelangt für 60.000 Euro ins Ausland (Taxe 40.000 Euro).

Insgesamt verbucht Venator & Hanstein die Frühjahrsauktion als großen Erfolg. Der Gesamtumsatz von 2 Millionen Euro übertrifft mit 110 Prozent die Schätzpreissumme.

 

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