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02.10.2015

11:36 Uhr

Viennacontemporary

Neubeginn für bewährtes Konzept

VonOlga Kronsteiner

Unter neuem Namen bediente die auf Ost- und Südeuropa fokussierte Kunstmesse Viennacontemporary sowohl versierte als auch die nächste Generation von Sammlern. Doch Markttrophäen sucht man vergeblich.

Blick in die Koje von Martin Asbaeks (Kopenhagen. Seine Soloschau der Künstlerin Sophie Bird Moller bescherte ihm den International Gallery Prize. Quelle: viennacontemporary 2015 viennacontemporary/A. Murashkin

Preisgekrönte Messepräsentation

Blick in die Koje von Martin Asbaeks (Kopenhagen. Seine Soloschau der Künstlerin Sophie Bird Moller bescherte ihm den International Gallery Prize. Quelle: viennacontemporary 2015

WienUm sich im weltweiten Messezirkus zu behaupten, braucht es längst mehr, als ein Bekenntnis zur Qualität des Gezeigten. Etwa ein inhaltliches Konzept, das ein Marktsegment abdeckt, das nicht überall anderswo auch geboten wird. Und zudem einen Termin, der internationale Aussteller und Sammler aufgrund zeitnaher anderer Events nicht in die Bredoullie bringt.

Ersteres hatte die „Viennafair“ als Zeitgenossen-Format mit einem Ost- und Südeuropa-Schwerpunkt bereits seit ihrer ersten Ausgabe, das Zweite hatte sich in den vergangenen Jahren jedoch zu einer Hürde ausgewachsen. 2011 hatte „Reed Exhibitions“, damals noch Veranstalter, auf Druck österreichischer Galeristen entschieden, die Messe vom Frühjahr in den Herbst zu verlegen. Hintergrund waren Terminkollisionen mit neuen internationalen Formaten (Frieze New York, Art Basel Hongkong).

Rückblickend schlitterte man damit vom Regen in die Traufe. Zumindest aus Sicht Christina Steinbrecher-Pfandts, die 2012 (bis 2014 gemeinsam mit Vita Zaman) im Auftrag des neuen russischen Eigners der Viennafair die künstlerische Leitung der Messe übernahm. Reed fungierte seither nur noch als Vermieter und Lizenzgeber der Marke Viennafair. Als Quartiermeister wollte man jedoch keine langfristige Terminplanung gewähren, die wiederum nicht der Frieze London im Weg gestanden wäre. Steinbrecher-Pfandt und Dmitry Aksenov (Vorsitzender) zogen die Konsequenzen und wanderten mit ihrem Tross renommierter Galeristen an einen neuen Standort ab.

Wegen terminlicher Schwierigkeiten wechselte der Veranstalter den Ort. Imago

Umgezogen

Wegen terminlicher Schwierigkeiten wechselte der Veranstalter den Ort.

In St. Marx, im dritten Wiener Gemeindebezirk, gab die neue „Viennacontemporary“ nun in der vergangenen Woche in einem denkmalgeschützten Hallenbau aus dem 19. Jahrhundert ihr Debüt. Bewährtes, wie der Ost- und Südeuropa-Fokus (in diesem Jahr Bulgarien), blieben trotz des Absprungs des Hauptsponsors Erste Bank Group ebenso erhalten, wie das VIP-Programm für die internationale Klientel der Händler, Kuratoren und Sammler. Ergänzt wurde das Angebot um Einzelpräsentationen junger, internationaler Künstler („Zone1“) oder um das Video- und Filmprogramm „Cinema“. Die Anzahl der Teilnehmer blieb mit 99 Ausstellern (aus 25 Ländern) gleich und ermöglichte in der Zusammenstellung einen Querschnitt von preiswerter junger Kunst für die nächste Generation von Sammlern und erschwinglichem Establishment für Versierte.

Auf Markttrophäen in Preisklassen von 500.000 Euro aufwärts stößt man hier nur sporadisch. Nicht, dass Aussteller wie Ropac (Paris/Salzburg) oder Carbon12 (Dubai) derlei nicht auch im Portfolio hätten. Aber es entspricht nicht der Ausrichtung dieser Messe und wohl auch nicht der Kaufkraft des lokalen Publikums, das hier ebenso bedient werden will wie die internationalen Interessenten.

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