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17.09.2014

14:41 Uhr

Viennafair

Die Doppelspitze bröckelt

VonOlga Kronsteiner

Die Wiener Kunstmesse Viennafair verliert mit Vita Zaman eine ihrer künstlerischen Leiterinnen. Zuletzt war die gebürtige Litauerin für die Anwerbung von angelsächsischen Ausstellern zuständig.

Vita Zaman, eine der beiden künstlerischen Leiterinnen der Viennafair quittiert ihren Dienst. Foto: Viennafair

Vita Zaman, eine der beiden künstlerischen Leiterinnen der Viennafair quittiert ihren Dienst. Foto: Viennafair

WienDie Gerüchte kursierten seit Monaten, nun ist es Gewissheit: Wie das österreichische Wochenmagazin „Profil“ Ende vergangener Woche verlautbart, ist die Zusammenarbeit zwischen dem Management der Viennafair The New Contemporary und der Kuratorin Vita Zaman endgültig Geschichte. Gemeinsam mit Christina Steinbrecher-Pfandt fungierte sie seit 2012 als „künstlerische Leiterin“ der Wiener Messe für zeitgenössische Kunst (2.bis 5. Oktober 2014). Eine Funktion, bei der es hauptsächlich um das Anwerben von Teilnehmern ging.

Bereits im Frühjahr hatten sich erste Zuständigkeiten geändert, wie auf der Website nachzulesen war. Demnach amtierte Vita Zaman seit Anfang des Jahres als „International Director“ und sei, wie Steinbrecher-Pfandt im Juli auf Anfrage erklärte, für die Akquisition von Teilnehmern aus Großbritannien und den USA zuständig. Nicht allzu erfolgreich, wie die Ausstellerliste (Stand, 5. September 2014) vermuten lässt: mit The Agency, Hada Contemporary (beide London) sowie Steve Turner Contemporary (Los Angeles) repräsentieren nur drei Galerien diese Region.

Spaßfaktor wichtiger als Kunstkauf

Offiziell argumentiert Vita Zaman ihre Kündigung mit einem Interessenskonflikt, der sich über ihr eigenes Unternehmen, einer Kunstagentur, ergeben habe. Dem Vernehmen nach könnten auch politische Erwägungen eine Rolle gespielt habe. Die gebürtige Litauerin habe, wie Profil ungenannte Quellen zitiert, angesichts des Ukrainekonflikts womöglich Schwierigkeiten mit der Tatsache, dass ein russischer Investor einen Großteil der Viennafair besitze.

Inoffiziell dürfte die im Vergleich zu anderen Kunstmessen zunehmend auf Popularität getrimmte Strategie für herbe Kritik seitens der Aussteller gesorgt haben. Zumal die 38-jährige Zaman vergangenes Jahr betonte, der Kunstkauf sei bedeutend weniger wichtig als der Spaßfaktor.

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