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22.05.2015

17:21 Uhr

Villa Grisebach

Raritäten von van Gogh und Leibl

VonChristian Herchenröder

Acht Kataloge braucht die Villa Grisebach für ihre Frühjahrsofferte. Die Malerei des 19. Jahrhunderts ist allein mit 190 Losen vertreten. Schlanker ist dagegen das Angebot an Klassischer Moderne ausgefallen.

Top-Los der Abendauktion am 4. Juni 2015 ist das Profilporträt einer Bäuerin von Vincent van Gogh. Das Frühwerk wird mit einem Schätzpreis von 600.000 bis 800.000 Euro aufgerufen. Quelle: Villa Grisebach

Vincent van Gogh

Top-Los der Abendauktion am 4. Juni 2015 ist das Profilporträt einer Bäuerin von Vincent van Gogh. Das Frühwerk wird mit einem Schätzpreis von 600.000 bis 800.000 Euro aufgerufen. Quelle: Villa Grisebach

BerlinDas ist schon fast übertrieben: acht Kataloge für die Frühjahrsauktionen der Villa Grisebach in Berlin. Die traditionelle Abendauktion ausgewählter Werke der klassischen Moderne am 4. Juni 2015 ist mit 50 Losen schlanker denn je. Dafür ist die Kunst des 19. Jahrhunderts auf 190 Lose angewachsen und es gibt eine Sonderauktion abstrakter und konkreter Kunst aus der Sammlung des Reutlinger Architekten Manfred Wandel. Sie hat Werke von Baumeister und Hans Hartung, Fleischmann, Morellet und Arnuf Rainer im Angebot.

In der Auktion „Contemporary Art“ am 5. Juni werden 118 Werke ausgeboten. In der knapp 100-teiligen Auktion mit Graphik und Editionen am selben Tag liegen der Schwerpunkte bei expressionistischen Blättern, bei Picasso und Gerhard Richter.

Eine Rarität: das Porträt „Mädchen mit weißem Halstuch“ (1897) von Wilhelm Leibl. Taxe: 200.000 bis 300.000 Euro. Quelle: Villa Grisebach

Eindringliches Porträt

Eine Rarität: das Porträt „Mädchen mit weißem Halstuch“ (1897) von Wilhelm Leibl. Taxe: 200.000 bis 300.000 Euro. Quelle: Villa Grisebach

Raritäten der Romantik

Die Serie beginnt am 3. Juni um 14 Uhr mit dem 19. Jahrhundert. Die von Florian Illies betreute Auktion hat neben dem vertrauten Angebot deutscher Landschaftsmalerei der Romantik einige Raritäten anzubieten, die Futter für avancierte Sammler sind.

Ein Porträt von Wilhelm Leibl wie das „Mädchen mit weißem Halstuch“ von 1897 kommt absolut selten vor (200.000 bis 300.000 Euro). Nicht minder rar ist das 1822 datierte, „Phantasie aus der Alpenwelt“ betitelte Gemälde zweier Greifvögel auf hohem Bergesgipfel vor nebelumflorter Bergkulisse von Carl Gustav Carus (Taxe 180.000 bis 240.000 Euro). Auch eine Moskauer Aquarellansicht von Eduard Gaertner (50.000 bis 70.000 Euro) gehört zu diesen Ausnahmelosen.

Proto-impressionistischer Menzel

Attraktiv ist Josef Rebells Blick auf den Golf von Salerno aus der Sammlung Georg Schäfer. Er erzielte in Christie's Düsseldorfer Versteigerung des Jahres 2000 als Zuschreibung den Hammerpreis von 38.000 DM. Jetzt ist er auf 25.000 bis 35.000 Euro geschätzt. Während Corots Ansicht des Papstpalasts in Avignon etwas düster geraten ist, begeistert Menzels frühes Pastell „Omnibus (Erinnerung)“ dank seiner proto-impressionistischen Faktur (40.000 bis 60.000 Euro).

Eine 40 Jahre später entstandene Gouache des großen Berliner Realisten mit einer Zechgesellschaft im Peterskeller zu Salzburg ist um 10.000 Euro höher angesetzt. Im letzten Teil der Auktion werden dem deutschen Jugendstil verpflichtete Werke von Franz von Stuck, Max Klinger und Fidus ausgeboten.

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