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18.03.2011

10:24 Uhr

Vor 6.500 Besuchern

Lit. Cologne fokussiert Menschenrechte

Vondpa

Vor großem Publikum und mit Starbesetzung setzt die Lit. Cologne in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt. In der Köln-Arena standen Meinungsfreiheit, Rechte von Kindern und die Ächtung von Folter auf dem Programm.

Der Musiker Max Herre (v. l.), die Saengerin der Gruppe Klee, Suzie Kerstgens, der Schriftsteller Michael Lentz und die Schauspielerin Nina Hoss bei der Gala "50 Jahre Amnesty International". Quelle: dapd

Der Musiker Max Herre (v. l.), die Saengerin der Gruppe Klee, Suzie Kerstgens, der Schriftsteller Michael Lentz und die Schauspielerin Nina Hoss bei der Gala "50 Jahre Amnesty International".

KölnLiteratur über die Verletzung von Menschenrechten gehört sicher nicht zur leichten Lesekost. Daher überraschte die Lit.Cologne gleich zu Beginn in zweierlei Hinsicht: Zum einen widmete sich das internationale Literaturfest, das oft wegen seiner „Eventhaftigkeit“ kritisiert wird, am Donnerstagabend drei Stunden ohne Pause Autoren, die in ihrem Land zensiert, verfolgt und gefoltert wurden. Zum anderen lockte sie damit 6500 Besucher in die Kölner Arena. Die Lit.Cologne würdigte dort das 50-jährige Bestehen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

Dazu trat jede Menge Prominenz auf die Bühne: Nina Hoss, Bastian Pastewka, Ulrich Matthes, Herbert Grönemeyer, Charlotte Roche, Katja Riemann, Cordula Stratmann und andere lasen unentgeltlich aus den Texten von verfolgten Schriftstellern wie dem irakischen Autor Samuel Shimon, der Tunesierin Sihem Bensedrine und dem chinesischen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo. Die Musiker Max Herre, Joy Denalane und die Band Klee sorgten zwischendurch für Unterhaltung - wobei dies zuweilen etwas abrupt und unpassend erschien, etwa nach einem Gespräch über Menschenrechtsverletzungen im Südsudan und in Libyen.

Die Literatur sei ein wichtiges Mittel, um auf das Thema Menschenrechte aufmerksam zu machen, meinte Roger Willemsen, der den Abend moderierte: „Literatur macht das Leiden anderer erst richtig erfahrbar.“ Insgesamt erwies sich der Abend trotz schwerer Kost als leicht verdaulich, trotz Länge als kurzweilig. Reine Unterhaltung war es dennoch nicht. In den Texten ging es um Folter und Qualen. Die Macher brachten zudem aktuelle Probleme ein, neben Libyen ging es auch um die Katastrophe in Japan.

Dass eine solche Veranstaltung so viele Menschen anzog, dürfte nicht nur an dem Staraufgebot gelegen habe - Herbert Grönemeyer wurde gar ein Stofftier auf die Bühne geworfen. Ein Grund ist wohl die Lit.Cologne selbst, für deren insgesamt 162 Veranstaltungen die Besucher Schlange stehen. Die Lit.Cologne geht noch bis 26. März.

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