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07.01.2011

12:18 Uhr

Wagner-Festspiele

Bayreuth will Wim Wenders für den „Ring des Nibelungen“

Filmregisseur Wim Wenders könnte den Grünen Hügel in Bayreuth besteigen. Der Regisseur und die Bayreuther Festspiele verhandeln über den „Ring des Nibelungen“ zum 200. Geburtstag Richard Wagners im Jahr 2013. Für Wenders wäre es die erste Inszenierung einer Oper.

Bald blaue Brille auf Grünem Hügel? Filmregisseur Wim Wenders soll für die Wagner-Festspiele 2013 in Bayreuth den "Ring des Nibelungen" inszenieren. DAPD

Bald blaue Brille auf Grünem Hügel? Filmregisseur Wim Wenders soll für die Wagner-Festspiele 2013 in Bayreuth den "Ring des Nibelungen" inszenieren.

HB BAYREUTH/BERLIN. Der Film-Regisseur Wim Wenders und der russische Dirigent Kirill Petrenko könnten zum 200. Geburtstag Richard Wagners den „Ring des Nibelungen“ in Bayreuth inszenieren. „Es ist richtig, Gespräche laufen, aber es sind noch keine Verträge abgeschlossen“, sagte Festspielsprecher Robert Emmerich am Freitag. Der 200. Geburtstag des Komponisten wird im Jahr 2013 gefeiert.

Auch das Berliner Büro von Wenders bestätigte am Freitag Gespräche mit den Verantwortlichen am „Grünen Hügel“. „Es werden Verhandlungen geführt, mehr gibt es derzeit nicht zu sagen“, sagte eine Sprecherin. Festspielleiterin Katharina Wagner hatte der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „Die Welt“ (Freitag) gesagt, sie sei überzeugt, dass es zu einer Einigung kommen werde.

Weiter sagte die Festspielleiterin: „Bei allen Gesprächen haben wir einen an Theater und Oper hochinteressierten und gebildeten Menschen erlebt. Wim Wenders, der Musik immer schon als wichtigen Bestandteil seiner Arbeit begriffen hat, weiß, wovon er redet und auf was er sich da einlässt. Einen weltberühmten, dabei intelligenten und erfahrenen, also seriösen Quereinsteiger mit interessanten Ideen zu Wagner zu finden, das war unser Traum.“

Festspielsprecher Emmerich sagte weiter, als Bühnenbildner sei Peter Papst im Gespräch, der bis 2009 an Pina Bauschs Tanztheater In Wuppertal arbeitete. Aber auch mit ihm sei noch nichts unter Dach und Fach. Für den 65-jährigen Wenders („Buena Vista Social Club“, „Der Himmel über Berlin“) wäre es die erste Operninszenierung. Der „Ring des Nibelungen“ wird seit 1876 auf dem „Grünen Hügel“ in Bayreuth gezeigt.

„Wer seine Filme kennt, der wird sofort wissen, dass er eine ganz besondere Bildsprache pflegt, dass Musik auch in seinen Filmen eine große Rolle spielt“, sagte Emmerich über Wenders, der zu den profiliertesten deutschen Filmemachern gehört.

Die Leiterinnen der Richard-Wagner-Festspiele, Katharina Wagner (32) und Eva Wagner-Pasquier (65), habe Wenders Musikalität in seinen Filmen begeistert. „Auch die Bildsprache kann von Musikalität zeugen.

Und diese Bildsprache war für beide Damen Wagner so außergewöhnlich, so bestechend, so faszinierend, dass sie sich in der Tat davon nicht nur bezaubern, sondern auch überzeugen ließen“, sagte Emmerich.

Außerdem berichtet „Die Welt“, dass der Theater- und Opernregisseur Sebastian Nübling 2012 nicht mit Christian Thielemann den „Fliegenden Holländer“ inszenieren wird, weil man mit seiner Ehefrau Muriel Gerstner als Bühnenbildnerin nicht einig geworden sei. Stattdessen bekomme der 29-jährige Schauspielregisseur Jan Philipp Gloger, der in Berlin und München gearbeitet und in Augsburg „Figaros Hochzeit“ inszeniert hat, seine große Chance.

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