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11.05.2015

22:09 Uhr

Wahl von Rattle-Nachfolger

Berliner Philharmoniker konnten den Besten noch nicht finden

Elf Stunden haben die Orchestermusiker der Berliner Philharmoniker beraten, doch am Ende blieb die Entscheidung über einen neuen Chefdirigenten ohne Ergebnis. Die Suche nach einem Rattle-Nachfolger geht weiter.

Intendant Martin Hoffmann (r-l), Medienvorstand Stanley Dodds, die Orchestersprecher der Berliner Philharmoniker, Peter Riegelbauer und Ulrich Knoerzer und Medienvorstand Olaf Maninger verkünden in Berlin nach einer elfstündigen Sitzung der Orchesterversammlung vor der Jesus-Christus Kirche in Dahlem, dass sich die Musiker der Berliner Philharmoniker auf keinen neuen Chefdirigenten einigen konnten. dpa

Berliner Philharmoniker

Intendant Martin Hoffmann (r-l), Medienvorstand Stanley Dodds, die Orchestersprecher der Berliner Philharmoniker, Peter Riegelbauer und Ulrich Knoerzer und Medienvorstand Olaf Maninger verkünden in Berlin nach einer elfstündigen Sitzung der Orchesterversammlung vor der Jesus-Christus Kirche in Dahlem, dass sich die Musiker der Berliner Philharmoniker auf keinen neuen Chefdirigenten einigen konnten.

BerlinDie Wahl des neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker ist am Montag ohne Ergebnis geblieben. Das teilte Orchestervorstand Peter Riegelbauer am Abend nach einer elfstündigen Sitzung der Orchesterversammlung in Berlin mit. Die Philharmoniker wollten nun innerhalb eines Jahres wieder zu einer Wahl für einen Nachfolger von Chefdirigent Sir Simon Rattle im Jahr 2018 zusammenkommen.

Bis dahin solle die interne Diskussion über die besten Kandidaten weitergeführt werden. Das Orchester sei zu mehreren Wahlgängen zusammengekommen, die ergebnislos geblieben seien.

Die Berliner Philharmoniker

Bedeutung

Die Berliner Philharmoniker zählen zu den ältesten selbstständigen freien Orchestern und gelten als einer der namhaftesten Klangkörper der Welt.
Quelle: dpa

Nazi-Zeit

1934 übernahm das Deutsche Reich alle Gesellschaftsanteile der GmbH, die Musiker wurden zu Angestellten der Gesellschaft.

Nach dem Krieg

Nach 1945 übernahm der Magistrat von Groß-Berlin die Pflichten des Reiches. Das Orchester wird vom Land Berlin über eine Stiftung gefördert.

Organisation

Auch heute noch hat das Orchester mit seinen 128 Planstellen ein weitgehendes Recht auf Selbstverwaltung, das 1952 geregelt und 1992 ergänzt wurde.

Über den neuen Chefdirigenten stimmten 123 der 124 festangestellten Musiker ab. Der Posten an der Spitze des Elite-Orchesters gilt als eine der begehrtesten Aufgaben in der Welt der klassischen Musik.

Rattle hatte 2014 angekündigt, dass er seinen Vertrag über das Jahr 2018 nicht verlängern wolle. Der Brite ist seit 2002 im Amt. 2017 tritt er als Chefdirigent des London Symphony Orchestra an und will dann ein Jahr lang zwischen Berlin und London pendeln.

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Der Intendant der Berliner Philharmoniker im Gespräch mit dem Handelsblatt – über die schwierige Suche nach einem neuen Dirigenten für das vielleicht beste Orchester der Welt und die Kosten für Hochkultur.

Im Gespräch für die Leitung der Philharmoniker waren unter anderem die Dirigenten Andris Nelsons, Gustavo Dudamel, Christian Thielemann und Daniel Barenboim.

Das 1882 gegründete Orchester wird vom Land Berlin subventioniert, gilt aber in seinen Entscheidungen als weitgehend unabhängig. Das Recht auf Selbstverwaltung wurde 1952 festgeschrieben.

Von

dpa

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