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28.01.2005

05:32 Uhr

Für die einen ist es Religion, für andere sogar Krieg. Fußball bewegt die Massen in fast allen Ländern der Erde und ist damit fast zwangsläufig auch zu einem politischen Phänomen geworden. Kein Wunder, dass dies in der deutschen Öffentlichkeit verstärkt zum Thema wird. Immerhin findet hier 2006 die Weltmeisterschaft statt - just im Jahr der Bundestagswahl. Und die Opposition sorgt sich bereits, dass diese Konstellation der rotgrünen Regierung zugute kommen könnte.

Nun muss man nicht so weit gehen wie die Zeitschrift "Economist", die mit leichtem Augenzwinkern feststellte, dass sich im 20. Jahrhundert eine direkte Abhängigkeit des Abschneidens der britischen Nationalmannschaft und den Wiederwahlchancen des jeweils regierenden Premiers ablesen ließe. Aber dass Erfolge und Misserfolge die Stimmung in einem Land fördern oder drücken können, bezweifelt niemand mehr.

Wohl auch deshalb widmet sich eine wachsende Zahl von Büchern dem Zusammenhang zwischen Fußball und Gesellschaft. Wer sich etwa die "Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft" vornimmt, entdeckt schnell, dass seit der ersten WM 1930 in Uruguay der Nationalismus stets eine wichtige Rolle spielte.

Über die Wirkung des deutschen Titelgewinns im Nachkriegsdeutschland 1954 ist viel geschrieben worden. Das enzyklopädische Werk von Dietrich Schulze-Marmeling und Hubert Dahlkamp zeigt jedoch, dass sowohl Sieg wie Niederlage auch anderswo tiefe Spuren in der nationalen Psyche hinterlassen haben - etwa bei den Niederländern nach der Niederlage im Finale 1974 gegen Deutschland.

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