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28.01.2005

14:00 Uhr

Was kommt nach dem Geiz? Jetzt sind neue Käufer unterwegs. Sie suchen emotionalen Mehrwert.

Lust auf fröhlichen Luxus

VonInge Hufschlag (Handelsblatt)

Der klassische Winterschlussverkauf ist ausgestorben. Längst hat der Rotstift permanent Saison. Schnäppchenmachen ist zum Ausdauersport geworden. Auch der hat seine Wettkampftage.

HB DÜSSELDORF. Jetzt sind sie wieder unterwegs, die klugen Käufer. Stehen morgens Schlange vor dem Media-Markt und kratzen die letzten Deutschen Märker zusammen für C & A. Die Firma hat in wenigen Wochen schon zig Millionen davon eingestrichen.

Der argwöhnisch beobachtete Käufer ist längst unberechenbar geworden: Er spart, wo er kann, ist großzügig, wo er will, und sucht nach Produkten mit emotionalem Mehrwert.

Die findet er nicht unbedingt auf den Luxusboulevards. Nach einer Umfrage einer Werbeagentur gehören längst Ebay, Ikea, Aldi und Lidl zu den populärsten Marken. Was paradoxerweise dazu geführt hat, dass nicht mehr das Produkt die Marke bestimmt, sondern der Handel. Das bestätigt Margit Jandali, Geschäftsführerin der Modemesse Igedo. "Für mich ist Luxus das Besondere, die Wertigkeit, die Freude, etwas zu entdecken", sagt sie.

Für sich selbst kauft die Fachfrau gern Luxusprodukte, die handwerklich hochwertig, aber nicht kurzlebig sind. Ihr bestes Schnäppchen? "Eine Lithografie von Christo, die gab?s bei Strauss für 350 Euro."

"Ich habe keine Bedürfnisse", kokettiert Albert Eickhoff, einer der profiliertesten Modehändler Deutschlands. Und dann hat er sich zum Jahresanfang doch etwas gegönnt, eine Uhr, in begrenzter Stückzahl aufgelegt. Luxus ist für ihn eine Antwort auf den Geiz.

Auch Männermode-Macher Werner Baldessarini will "entspannten, fröhlichen Luxus. Ansonsten gibt es doch schon viel zu viel Zeug auf der Welt. Das wird jetzt wieder eine Zeit für Feinschmecker in jeder Beziehung." Sein jüngster Luxuskauf war in Florenz. "Erst hab ich ja rumgeknausert, als ich die handgemachten venezianischen Masken bei Professor Agostinio Dessi entdeckte. Und dann hab ich gleich 15 davon gekauft. Jetzt bin ich für jede Faschingsparty gerüstet."

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