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08.01.2004

08:00 Uhr

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Kinotipp: "Lost in Translation"

VonKlaus Eder

Ein Amerikaner in Tokio. Ein Schauspieler, Bob (Bill Murray), kommt für ein paar Tage in die Stadt, um eine Werbung für japanischen Whisky zu drehen.

Das Taxi vom Flughafen, das Hotel, die Menschen: alles ist ihm fremd und unwirklich. Der Mann reagiert schweigend, irritiert, gelegentlich auch mit schönem lakonischem Humor. Sofia Coppola (Buch und Regie) hat die Stadt so empfunden, und sie hat ihr Gefühl, hilflos und verständnislos einer anderen Kultur ausgeliefert zu sein, in ihren Film eingebracht (den sie an den originalen Schausplätzen drehte).

Bob trifft Charlotte (Scarlett Johansson), die junge Frau eines amerikanischen Fotografen, den sein Job in der Stadt so in Anspruch nimmt, dass er für sie kaum noch Zeit hat. Charlotte ist Anfang 20 und erst seit kurzem verheiratet, Bob ist in den 50ern und seit Ewigkeiten im Stand der Ehe. Die beiden, die die fremde Stadt einsam gemacht hat, freunden sich an. Eine Vertrautheit kommt auf. Sie erkunden zusammen Tokio. Sie reden miteinander, über die Ehe, das Leben, das Glück - so offen und direkt, wie sie mit ihren Partnern längst nicht mehr reden können.

Dann fliegt er zurück nach Hause. Im Gewühl von Tokio verlieren sie sich aus den Augen, und werden sich doch so schnell nicht vergessen. Die paar Tage haben ihr Leben verändert. Das ist mit Melancholie und Trauer erzählt, und gleichzeitig mit Fröhlichkeit, ja Spaß, und mit viel Witz. Eine wunderbare Komödie über die Begegnung der westlichen mit der japanischen Kultur. Der schönste Film der Saison. Unbedingt anschauen.

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