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16.07.2015

10:46 Uhr

Wegen schlechter Soundqualität

Neil Young lässt Songs bei Spotify entfernen

Mit Neil Young schießt der nächste Star gegen Spotify. Er will seine Songs durch Spotify nicht weiter verschandeln lassen. Young kritisiert die Soundqualität und pocht für seinen eigenen Streaming-Dienst Pono.

Der kanadische Rocksänger lässt seine Songs bei Spotify entfernen. Der Grund: angeblich sie die Soundqualität zu schlecht. ap

Neil Young

Der kanadische Rocksänger lässt seine Songs bei Spotify entfernen. Der Grund: angeblich sie die Soundqualität zu schlecht.

BerlinDer Rocksänger Neil Young (69) entfernt seine Musik bei Streaming-Diensten wie Spotify, weil ihre Soundqualität nicht gut genug sei. „Ich kann es nicht gebrauchen, dass meine Musik von der schlechtesten Qualität in der Rundfunkgeschichte entwertet wird“, schrieb der Kanadier auf seiner Facebook-Seite. Young („Heart of Gold“) hat auch eigene geschäftliche Interessen in der seit langem geführten Diskussion über den Klang in Streaming-Diensten: Er steht hinter einem Anfang des Jahres gestarteten Download-Service für Musik in höherer Qualität.

Mit Geld habe die Entscheidung nichts zu tun, erklärte Young – „obwohl mein Anteil (wie bei allen anderen Künstlern) durch schlechte Deals, die ohne meine Zustimmung abgeschlossen wurden, dramatisch reduziert wurde.“

Young ist Initiator und inzwischen auch Chef des Startups Pono, das ein Abspielgerät für Musik in einem verlustfreien Format mit hoher Auflösung auf den Markt brachte. Dazu gehört auch ein Download-Dienst für Musik. Young kritisiert bereits seit Jahren, dass im Internet sowohl die Musik zum Herunterladen als auch in Streaming-Diensten eine zu schlechte Qualität habe. Die Dateien werden stark komprimiert, um die Datenmenge bei der Übertragung zu drücken.

Verfechter des Kompressionsprinzips argumentieren, dass dabei für den Menschen nicht hörbare Informationen wegfielen. Experten betonen auch, dass die Qualität von Hardware wie Kopfhörer oder Lautsprecher oder Verstärker zur Signalverarbeitung genauso wichtig wie die Datenrate ist.

Pono war von Young über Monate groß angekündigt worden, die Aufmerksamkeit ließ nach einem Höhepunkt zum Start aber schnell nach. Zudem mühten sich einige Rezensenten in Fachmedien vergeblich, einen Unterschied zum Klang herkömmlicher Musikdateien zu entdecken. Über Geschäftszahlen von Pono wurde bisher nichts bekannt.

Es gibt auch andere Download-Dienste für unkomprimierte Musik zu höheren Preisen. Der Streaming-Service Tidal Rappers Jay Z bietet zudem auch Songs in hoher Auflösung aus dem Netz an. Dieses Abo kostet mit 20 Dollar oder Euro im Monat doppelt so viel wie andere Dienste oder die Basis-Version. Vor kurzem hatte auch der Sänger Prince (57) seine Musik von allen Musikdiensten außer Tidal entfernen lassen. Der bisherige Streaming-Marktführer Spotify betont allerdings auch, dass seine Abo-Kunden Musik mit höheren Datenraten als bei der CD erhalten könnten.

Von

dpa

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