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06.11.2014

16:27 Uhr

Werke von Beuys und Picasso

Nordrhein-Westfalen droht nächster Kunstverlust

VonDietmar Neuerer

Die Versteigerung von Warhol-Werken aus dem Besitz landeseigener Unternehmen in NRW war für Kritiker schon ein kulturpolitischer Sündenfall. Jetzt drohen dem Bundesland weitere Kunstwerke verloren zu gehen.

Auch Bilder des deutschen Künstlers und Kunstprofessors Joseph Beuys (Foto von 1979) befinden sich derzeit im Besitz des WestLB-Nachfolgers Portigon. dpa

Auch Bilder des deutschen Künstlers und Kunstprofessors Joseph Beuys (Foto von 1979) befinden sich derzeit im Besitz des WestLB-Nachfolgers Portigon.

BerlinDas Land Nordrhein-Westfalen könnte nach den Warhol-Bildern weitere Kunstwerke aus Landesbesitz verlieren. Konkret geht es um die Kunstsammlung des Finanzdienstleistungsunternehmens Portigon AG, die seit 1. Juli 2012 Rechtsnachfolgerin der landeseigenen West LB ist. Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) sieht keine Möglichkeit, die Sammlung vor einer Veräußerung zu bewahren, wie er am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag sagte.

Die geplante Versteigerung der beiden Bilder „Triple Elvis“ und „Four Marlons“ von Andy Warhol aus dem Besitz von Westspiel hatte für heftige Proteste in der Kunstwelt gesorgt. Die Werke werden in der kommenden Woche bei Christie's in New York angeboten und könnten zusammen mehr als 100 Millionen Euro bringen. Kritiker sehen in dem Verkauf von landeseigenem Kulturgut einen Tabubruch.

Bei der Portigon AG sieht Walter-Borjans einen besonderen Fall, da sie nach dem Beschluss der EU-Kommission vom 20. Dezember 2011 perspektivisch abgewickelt werden muss. Normalerweise könne der Staat alles dafür tun, dass die Veräußerung von Kunstwerken nicht der erste Schritt in der Verwertung des Vermögens sei. „Die Portigon ist jedoch ein Unternehmen, das von vornherein so konstruiert ist, dass es das ihm zur Verfügung stehende Kapital verzehrt hat, wenn es aus dem Markt austritt“, betonte der Minister.

Zum Portigon-Besitz gehören Werke der Klassischen Moderne, darunter Gemälde von August Macke und Gabriele Münter sowie Picassos Serie von Stierlithographien, Positionen der Gegenwartskunst, so von Beuys, Knoebel, Uecker, Piene und Mack, Fotografie der Becher-Schule und mehrere Musikinstrumente. Das wertvollste von ihnen ist die Violine „Lady Inchiquin“ von Antonio Stradivari (Cremona, 1711). Den Versicherungswert der Kunstbestände bezifferte Walter-Borjans auf 28 Millionen Euro, wobei er davon ausgeht, dass die Stücke mittlerweile noch mehr wert sind.

Kommentare (2)

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G. Nampf

07.11.2014, 11:08 Uhr

"Zum Portigon-Besitz gehören Werke der Klassischen Moderne, darunter Gemälde von August Macke und Gabriele Münter sowie Picassos Serie von Stierlithographien, Positionen der Gegenwartskunst, so von Beuys, Knoebel, Uecker, Piene und Mack, Fotografie der Becher-Schule und mehrere Musikinstrumente."

Bei den Warhol-Bildern konnte man noch sagen: Es sind keine Bilder von deutschen Künstlern und damit kein deutsches Kulturgut. Bei vielern der Bilder ist das anders. Hier wird deutsche Kultur verscherbelt, weil SPD-Regierungen in NRW lieber weiter Schulden machen.

Weiterhin sieht es so aus, als ob es Borjans zupaß kommt,daß er keine Möglichkeit hat, den Verkauf zu verhindern.

Herr wulff baer

13.11.2014, 09:12 Uhr

Es gehört viel Phantasie dazu, die "Kunstwerke" von Warhol als Kunst zu bezeichnen.
Die Kunst besteht wohl darin, Fotolabor-Ausschuß und dilettantische Collagen als "Kunst" zu bezeichnen.
Interessant wäre zu erfahren, wer so viel Geld für Kunstquatsch ausgibt.
Auf jeden Fall haben die Verkäufer der "Kunstwerke" einen sagenhaften Reibach gemacht.
Herzlichen Glückwunsch dafür, dass der Quatsch aus Deutschland verschwindet.

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