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20.08.2011

09:13 Uhr

„What a Man“

Wann ist ein Mann ein Mann?

Alex (Matthias Schweighöfer) versteht die Welt nicht mehr: Warum brennt seine Freundin mit einem Ober-Macho durch? Der Film „What a Man“ spielt mit der Frage nach der Männlichkeit im 21. Jahrhundert.

Alex (Matthias Schweighöfer) versteht die Frauenwelt nicht mehr. dapd

Alex (Matthias Schweighöfer) versteht die Frauenwelt nicht mehr.

BerlinAlex (Matthias Schweighöfer) versteht die Frauen nicht mehr. Da hat er über Jahre mit einer Engelsgeduld die Zickigkeiten seiner Freundin Carolin (Mavie Hörbiger) ertragen, war ihr stets ein treuer, einfühlsamer Lebensgefährte, um dann mit einem Male von ihr eiskalt vor die Tür gesetzt zu werden. Ausgerechnet mit dem vor Testosteron berstenden Nachbarn (Thomas Kretschmann) hat sich Carolin eingelassen und absolviert mit diesem nun anschaulichen Hochleistungssex. Was, fragt sich der liebenswürdig-naive Junglehrer Alex, habe ich da nur falsch gemacht?

Zum Glück gibt es in Alex' Leben zwei Menschen, an die er sich vertrauensvoll um Rat und Hilfe wenden kann. Sein bester Freund Okke (Elyas M'Barek aus „Türkisch für Anfänger“) beschwört ihn, sich die Softie-Nummer abzutrainieren und stattdessen zum Macho zu mutieren. Alex langjährige platonische Freundin Nele (die neue „Tatort“-Kommissarin Sibel Kekilli erstmals in einer komischen Rolle) wiederum ist eine engagierte Umweltaktivistin und selbst mit Beziehungsproblemen beschäftigt. Sie bietet Alex nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch innige Gespräche.

Statt „What a Man“, dem gemeinsam von Salt-n-Pepa und En Vogue gesungenen Popsong von 2004 , hätte durchaus auch Herbert Grönemeyers Liedzeile „Wann ist ein Mann ein Mann?“ den Titel für diese Filmkomödie liefern können. Denn um nichts anderes als die althergebrachten Klischees des Mannseins dreht sich „What a Man“.

Originelle Details fügen sich zu leichter Unterhaltung

Mit großen Überraschungen kann Matthias Schweighöfers Regiedebüt nicht aufwarten. Natürlich werden Nele und Alex alsbald entdecken, dass sie nicht nur freundschaftliche, sondern auch erotische Gefühle füreinander hegen. Alex wiederum wird erkennen, dass wahres Mannsein weder durch das Tragen von vermeintlich coolen HipHop-Mützen noch durch Boxunterricht erlangt wird. Auch ein Selbstfindungskurs im Wald samt Baumfällen kann die Probleme nicht lösen, selbst wenn ein großartig skurriler Milan Peschel den Seminarleiter gibt.

Schweighöfer, der nicht nur als Co-Autor, Produzent und Hauptdarsteller, sondern erstmals auch als Regisseur fungiert, wandelt mit seinem Regiedebüt unübersehbar auf den Spuren seines Kollegen Til Schweiger. Im Vergleich zu dessen „Keinohrhasen“ erscheint „What a Man“ aber zahmer und ein wenig unschlüssiger. Auch an das heimliche Vorbild „Harry und Sally“ vemag er in Sachen Timing und Originalität nicht heranreichen.

Als Idealbesetzung für den treudoofen, grundsympathischen Alex aber sichert sich Frauenschwarm Schweighöfer allemal die Sympathien der Zuschauer. Als Autor und Regisseur wiederum liefert er mit seiner Komödie zwar keinen Meilenstein des Genres, doch mit seiner Mischung aus ironischem Humor, derben Zoten und ein wenig Comedy-Klamauk durchaus respektable und vergnügliche leichte Kinounterhaltung. Der Film startet am 25. August in deutschen Kinos.

Von

dapd

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