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06.09.2013

21:32 Uhr

WikiLeaks-Film

„The Fifth Estate“: Die Entmystifizierung des Julian Assange

VonManuela Imre

Assange ist seit Monaten abgetaucht. Beim Toronto-Filmfest war er in „The Fifth Estate“ erstaunlich präsent. Benedict Cumberbatch spielt den WikiLeaks-Gründer mit verblüffender Ähnlichkeit. Assange wird aber sicher kein Fan.

Szene aus „The Fith Estate“: Benedict Cumberbacht, die Niederländerin Carice van Houten, Daniel Brühl und Moritz Bleibtreu. dpa

Szene aus „The Fith Estate“: Benedict Cumberbacht, die Niederländerin Carice van Houten, Daniel Brühl und Moritz Bleibtreu.

TorontoFür die einen ist er Genie, Held und selbstloser Aktivist, für die anderen ein narzisstischer Teufel und eine Gefahr für die nationale Sicherheit. WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat viel gesagt, geschrieben und noch mehr aufgedeckt - wirklich greifbar wurde der weißhaarige Cyber-Guru nie. Der Film „The Fith Estate“ von Regisseur Bill Condon („Twilight Saga: Breaking Dawn Teil 1 und 2“) versucht hinter die Maske des Mannes zu blicken, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, andere zu demaskieren. Was Condon und sein Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch zu Tage bringen ist spannend, oft rastlos und stellt den Charakter eines Mythos in Frage.

„The Fifth Estate“ hatte am späten Donnerstagabend offiziell das Toronto International Film Fest (TIFF) in Kanada eröffnet. Der Streifen soll am 31. Oktober im deutschen Kino anlaufen.

Der Zeitpunkt für die Weltpremiere eines Filmes über jenen Mann, der streng geheime Daten, Staatsgeheimnisse und vertuschte Morde ans Tageslicht gebracht hatte, könnte nicht besser sein: WikiLeaks-Informant Bradley Manning (jetzt Chelsea Manning), der hunderttausende Dokumente an die Enthüllungswebsite weitergegeben hatte, war am 21. August zu 35 Jahren Haft verurteilt worden.

Toronto Filmfestival beginnt mit Wikileaks-Film

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Whistleblower Edward Snowden, der in diesem Jahr die Abhöraktionen amerikanischer und britischer Geheimdienste öffentlich gemacht hatte und von Assange unterstützt wird, ist immer noch ein Medien-Dauerbrenner und verfolgter Staatsfeind der USA. Snowden sitzt derzeit in Russland fest, Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London, da ihm in Schweden ein Strafverfahren wegen Vergewaltigung droht. Brisanter und verwinkelter hätte sich kein Filmemacher die Welt moderner Spionage und Verrat ausdenken können.

Das Manning-Urteil, die Jagd auf Snowden, Assanges Unterschlupf in der Botschaft bleiben im „The Fifth Estate“ allerdings unberührt. Selbst die Vergewaltigungsvorwürfe tauchen lediglich in einer Fußnote auf. Der Film konzentriert sich auf die nicht enden wollenden Offenlegungen von Geheimdokumenten bis 2010. Im Mittelpunkt steht aber vor allem die „Bromance“ zwischen Assange und Daniel Domscheit-Berg, dargestellt vom deutschen Schauspieler Daniel Brühl, dem späteren Sprecher des WikiLeaks-Gründers. Ähnlich wie im Facebook-Streifen „Social Network“ erlebt der Zuschauer, wie zwei höchst intelligente Computerspezialisten aufeinander treffen. Beide haben hohe Ideale und grundverschiedene Auffassungen wie weit man für die Offenlegung der Wahrheit gehen kann - und darf.

Kommentare (3)

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Icewoman92

06.09.2013, 23:49 Uhr

Bitte DRINGEND ändern: der gute Mann heißt Benedict Cumberbatch, nicht Domenic.

Kannitverstan

07.09.2013, 17:39 Uhr

What a Schrott dieser Film doch ist. Na ja, was will ein Amerikaner auch schon zu dem Thema gescheites darstellen können außer neuer Propaganda pro Amerika...

Empath

24.09.2013, 10:10 Uhr

Hollywood wird nicht allmaehlich zur direkter Propaganda Maschine der USA , wenn man sich die letzten Filme anschaut, die vor allem noch Oskars gewonnen haben sollen :
CIA Sponsored :
Zero Dark Thirty
Act of Valor
World War Z
Saving Private Lynch
The Hurt Locker
Argo
5 Days of War
Olympus Infero
White House Down

ich kann die Liste endlos führen...
Schade, dass es immer weniger kritische Menschen gibt, die diese Filme als eine Art Allgemeinbildung sehen


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