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06.06.2015

18:51 Uhr

„Winnetou“-Darsteller Pierre Brice

„Meine ewigen Jagdgründe liegen in Deutschland“

Pierre Brice ist tot. Der „Winnetou“-Darsteller starb in einem Krankenhaus in Paris im Alter von 86 Jahren. Der aufrechte Indianer aus den Karl-May-Verfilmungen, der Generationen begeisterte, war die Rolle seiner Lebens.

Pierre Brice gab mehr als 40 Jahre lang den „Winnetou“, hier an der Seite von Lex Barker bei „Im Tal des Todes“.

Die Rolle seines Lebens

Pierre Brice gab mehr als 40 Jahre lang den „Winnetou“, hier an der Seite von Lex Barker bei „Im Tal des Todes“.

ParisBis ins hohe Alter sah er noch so stattlich aus wie ein Indianerhäuptling – und so werden ihn die Deutschen auch in Erinnerung behalten: Pierre Brice, der als „Winnetou“ das Indianerbild ganzer Generationen prägte, starb am Wochenende im Alter von 86 Jahren bei Paris. Während er in seiner Heimat Frankreich weitgehend unbekannt blieb, war er in Deutschland ein Star. Im Land seiner größten Erfolge soll der Franzose nun beerdigt werden. Denn „Winnetou“ hatte verfügt: „Meine ewigen Jagdgründe liegen in Deutschland.“

Noch kurz vor seinem 85. Geburtstag war Brice voller Lebensmut: „Der Rücken tut zwar weh, die Knie auch. Doch Winnetous Herz schlägt noch wie bei einem jungen Krieger.“ Doch dann machte ihm ein Nierenstein zu schaffen, sein letzter öffentlicher Auftritt war Ende vergangenen Jahres bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung.

„Der Stein konnte wegen seines hohen Alters nicht mehr operativ entfernt werden“, berichtete sichtlich mitgenommen Martina Schneider, die seine Pressearbeit jahrzehntelang betreute. Nun kam eine Lungenentzündung hinzu, was wohl „zu viel“ gewesen sei. Mit hohem Fieber kam er am Freitagabend in Paris ins Krankenhaus, wo er am Samstag um 8.20 Uhr in den Armen seiner deutschen Frau Hella verstarb.

Bis zuletzt hatte der bretonische Schauspieler in seinem Landhaus bei Paris gewohnt - obwohl er Pläne hatte, nach Deutschland umzuziehen. Ein Haus bei Garmisch baute er mit seiner Frau aus, doch laut Schneider wollte Brice am Ende doch bis zu seinem Tod in Frankreich sein.

Dabei hatte Brice ab den 1960er Jahren vor allem die Herzen der Deutschen erobert. Als Apachenhäuptling „Winnetou“ himmelten nicht nur Teenies den gutaussehenden, braungebrannten Franzosen an: Die Jugendzeitschrift „Bravo“ nahm ihn dutzende Male aufs Titelblatt, Brice erhielt zweimal den begehrten Filmpreis Bambi und später sogar das Bundesverdienstkreuz.

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