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07.08.2011

09:16 Uhr

Das Cover des Buches von Michael Hüther. Quelle: Pressefoto

Das Cover des Buches von Michael Hüther.

DüsseldorfOrdnungspolitik - das ist ein Wort, das man nicht mehr allzu oft hört oder liest. Aus der Mode scheint es zu sein, außer vielleicht in den Kommentarspalten konservativer Zeitungen und Sonntagsreden älterer Wirtschaftspolitiker. Wirtschaftspolitiker reagieren heute flexibel auf Stimmungen und Bedürfnisse, sehen sich weniger als Ingenieure einer Wirtschaftsordnung denn als Mechaniker in einer Schnellreparaturwerkstatt - ideologiefrei und serviceorientiert.

Doch wie fruchtbar ordnungspolitisches Argumentieren sein kann, wenn es nicht einen Kanon alter Glaubenssätze wiederkäut, sondern aktuelle Probleme behandelt, zeigt Michael Hüther in seinem Buch.

Michael Hüther ist Leiter des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln. Quelle: dapd

Michael Hüther ist Leiter des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln.

Hüther ist der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, doch mit Lobbyismus für Unternehmerinteressen hat das Buch nichts zu tun. Der 1962 geborene Ökonom, einst Generalsekretär des Sachverständigenrates und Chefvolkswirt der Dekabank, schreibt als überzeugter Marktwirtschaftler mit festen Grundsätzen.

Es ist ein in bestem Sinne altmodisches Buch, ohne die grellen Untergangsszenarien, die die populäre Wirtschaftsliteratur dominieren, im wohltemperierten Tonfall eines Essays gehalten. Hüther wendet einen Kniff an, der das Buch über die aktuelle Krisendebatte hebt, ihm zeitlose Gültigkeit zu geben versucht: Nicht die Krise sei der Ernstfall, sondern die Normalität, schreibt er. Und da hat er Recht. In der Krisenbewältigung zählt nur, was schnell funktioniert, doch in der Normalität ist es erforderlich, über den Rahmen nachzudenken, den man dem wirtschaftlichen Handeln setzen will. Und dieses Nachdenken kommt oft zu kurz.

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