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11.10.2012

22:00 Uhr

Wirtschaftsbuchpreis 2012

Die Ökonomie von Gut und Böse

Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis geht in diesem Jahr an den tschechischen Ökonomen Tomáš Sedláček für „Die Ökonomie von Gut und Böse“. Die Jury lobte, dass das Buch dazu anrege, „Wirtschaft neu zu denken“.

Preisverleihung des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises in Frankfurt. Preisträger Tomáš Sedláček (zweiter von links) mit Gabor Steingart Chefredakteur Handelsblatt (links), Alexander Dibelius und Dorothee Blessing (beide Goldman Sachs).

Preisverleihung des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises in Frankfurt. Preisträger Tomáš Sedláček (zweiter von links) mit Gabor Steingart Chefredakteur Handelsblatt (links), Alexander Dibelius und Dorothee Blessing (beide Goldman Sachs).

FrankfurtFestlich war die Gala am Donnerstagabend in Frankfurt, bei der der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis zum sechsten Mal verliehen wurde. Spannend blieb es für die mehr als 200 Gäste bis zum letzten Moment, welches der zehn Bücher der Shortlist die Jury hatte überzeugen können. Eingestimmt wurden sie von Ex-Kanzleramtschef Bodo Hombach, der in seiner Rede nachdenklich und launig zugleich die Qualitäten der Finalisten rühmte.

„Wir prämieren dieses brillant geschriebene Wirtschaftsbuch, weil es uns dazu anregt, Wirtschaft neu zu denken“, erklärte der Jury-Vorsitzende Gabor Steingart, Chefredakteur des Handelsblatts. „In Zeiten von Staatsschuldenkrise und Eurorettung in Permanenz erinnert uns Sedláček daran, dass Wirtschaft nicht ein großer Geldautomat ist, sondern eine ethische Veranstaltung, bei der es vielmehr um beides geht: um Wohlstand und um Freiheit.“ Sedláček frage nach der Rolle der Wirtschaft in der Gesellschaft, heißt es in der Begründung der Jury. Das Buch ziehe den Leser mit seinem breit gespannten historischen Bogen in den Bann und rege zum Nachdenken darüber an, wie unser Wirtschaftssystem jenseits von Wachstumsglaube und Verschuldungspolitik aussehen soll.

Der 1977 geborene Tomáš Sedláček, Makroökonom der größten tschechischen Bank CSOB, ehemaliger Berater von Vaclav Havel, Mitglied im Nationalen Wirtschaftsrat seines Landes und Hochschullehrer an der Prager Karls-Universität, plädiert in seinem Buch für ein neues Verständnis von Wirtschaft - weg von Formeln, Kurven und mathematischen Modellen zu einer ethischen Auffassung. „Expeditionen über die Grenzen der Ökonomie hinaus sind notwendig, wenn wir die Welt des 21. Jahrhunderts verstehen wollen“, schrieb Vaclav Havel im Vorwort.

Das Buch des Preisträgers: Ein Plädoyer für ein vernünftiges Wachstum

Das Buch des Preisträgers

Ein Plädoyer für ein vernünftiges Wachstum

Tomáš Sedláček gibt der Kritik an der Ökonomik ein Fundament. Das dauert 448 Seiten, die aber sehr unterhaltsam erzählt sind.

„Die Ökonomie von Gut und Böse“ ist im Frühjahr im Hanser Verlag erschienen. Das Buch ziehe den Leser mit seinem breit gespannten historischen Bogen in den Bann, heißt es in der Begründung der Jury.
Zu den Juroren gehörten Ann-Kristin Achleitner, TU München, Simone Bagel-Trah, Aufsichtsratsvorsitzende Henkel, Dorothee Blessing und Alexander Dibelius, Goldman Sachs AG, Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, Eckhard Cordes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Lutz Goebel, Henkelhausen und Präsident des Verbandes der Familienunternehmer, Klaus-Peter Gushurst, Booz & Co., Frank Mattern, McKinsey, und der Sieger des Vorjahres, Joachim Käppner.

„Wirtschaft verstehen“ ist das Motto des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises, den das Handelsblatt, Frankfurter Buchmesse und die Investmentbank Goldman Sachs ausloben.

Die Shortlist: Das sind die zehn besten Wirtschaftsbücher 2012

Die Shortlist

Das sind die zehn besten Wirtschaftsbücher 2012

Eine hochkarätige Jury hat unter der Leitung von Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart aus der Shortlist, die die Handelsblatt-Redaktion aus den Einsendungen zusammengestellt hat, das Siegerbuch bestimmt.

Von

kri

Kommentare (8)

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mandrose

12.10.2012, 07:28 Uhr

Zitat:
„Wir prämieren dieses brillant geschriebene Wirtschaftsbuch, weil es uns dazu anregt, Wirtschaft neu zu denken“, erklärte der Jury-Vorsitzende Gabor Steingart, Chefredakteur des Handelsblatts. „In Zeiten von Staatsschuldenkrise und Eurorettung in Permanenz erinnert uns Sedláček daran, dass Wirtschaft nicht ein großer Geldautomat ist, sondern eine ethische Veranstaltung, bei der es vielmehr um beides geht: um Wohlstand und um Freiheit.“ Sedláček frage nach der Rolle der Wirtschaft in der Gesellschaft, ...

Leider sieht die Wirklichkeit anders aus, da werden Statussymbole der Mobilität in Frabriken gefertigt wo Menschen vom Dach springen..Kleidung in gefängnisartigen Fabriken von Kinderhänden zusammengenäht damit wir eine Hose für 5 Euro kaufen können (da ist ja die Produktionsweise noch ersichtlich), Schrott und Müll nach afrika verklappt, Schiffe an einen Strand, fern ab von jedlicher Kontrolle zerlegt (da würden unsere Berufsgenossenschaften, Umweltämter, etc die Hände über den Kopf zusammen schlagen). In afrika seltene Erden und lebensgefährlichen Umständen oberhalb und unterhab der Erde abgebaut, Medikamententests an völlig ahnungslosen Menschen in Indien und sonst wo durchgeführt..

Da frage ich mich wo ist da die Ethik, wenn Tabellenschubser unsere Welt bestimmen (wollen)? wo ist da die Politik, die vom "marktkonformer Demokratie" faselt anstatt endlich mal Politik im Sinne der Menschen zu machen...

Ich könnte noch weiter schreiben..aber das sollte erstmal reichen...



lichtderaufrechten

12.10.2012, 08:01 Uhr

Es geht hier wohl eher um Mezernatentum und nicht um
inhaltliche Würdigung. Der Preis erinnert an
Ablasshandel und Therapie des kranken Bankerhirns.
Die Wirklichkeit wird von der KI bestimmt die in
Nanosekunden Entscheidungen fällt und in Millisekunden
Handel treibt.

Account gelöscht!

12.10.2012, 09:12 Uhr

Tja, Wirtschaft neu zu denken.
Solange Regierungen und Völker so dumm sind die eigenen Ressourcen wie Land, Wasser, Menschen und Energie zu verschleudern, und zur Ausbeutung freizugeben, werden die ca. 150 größten Finanziers der Welt machen was sie wollen.
Das "freie Spiel der Märkte" sollte sich tatsächlich auf die Wirtschaft beschränken, und zwar zu menschlichen Bedingungen. Aber solange Kinder den Wohlstandsmüll sortieren müssen, um überhaupt etwas zum Leben zu ergattern, wird sich garnichts ändern. Die neue Geldreligion beherrscht den Erdball, vielleicht werden die Gewinner von heute dann doch die Verlierer von morgen sein. Mal sehen.

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