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15.08.2014

07:00 Uhr

Wirtschaftsbuchpreis 2014

Der Blick nach vorn

VonRegina Krieger

Welches Buch gewinnt? Das Handelsblatt hat gemeinsam mit der Frankfurter Buchmesse und Goldman Sachs die Finalisten des Wirtschaftsbuchpreises gekürt. Welche Autoren Chancen auf den Titel haben.

Wer hat das beste deutsche Wirtschaftsbuch geschrieben? Zehn Bücher haben es auf die Shortlist geschafft. dpa

Wer hat das beste deutsche Wirtschaftsbuch geschrieben? Zehn Bücher haben es auf die Shortlist geschafft.

DüsseldorfStabile Umsätze und ein neues Selbstbewusstsein meldet der Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in diesen Tagen. Gerade sind die neuen Daten über die Buchbranche veröffentlicht worden: Keine Krise, gut sieht es aus bei Handel und Verlagen, mit einem leichten Zuwachs 2013, einem Umsatz von 9,5 Millionen Euro und 81.919 neuen Titeln, mehr als im Jahr davor. „Auf dem deutschen Buchmarkt dominiert die kluge Verbindung von innovativen Ideen mit bestehenden erfolgreichen Angeboten der Marktteilnehmer“, erklärt Heinrich Riethmüller, der seit einem Jahr Vorsteher des Börsenvereins ist.

Innovation und Qualität passen auch als Stichworte für die neuen Wirtschaftsbücher der Saison. In den vergangenen zwölf Monaten sind überdurchschnittlich viele gute Titel erschienen. Es geht in ihnen um das Verstehen der wirtschaftlichen Zusammenhänge, um große Debatten und um Hintergründe, die aktuelle Phänomene beleuchten. Analysen globaler Zusammenhänge halten sich die Waage mit dem Blick auf die Verhältnisse in Deutschland, zu Praxisratgebern über Führung und Management kommen Biografien, provozierende Essays oder Börsenratgeber.

Die Shortlist des Wirtschaftsbuchpreises 2014

Heinz Bude

Gesellschaft der Angst
Hamburger Edition, 2014,
150 Seiten, 16 Euro

Kerstin Bund

Glück schlägt Geld.
Generation Y: Was wir wirklich wollen
Murmann, Hamburg 2014,
200 Seiten 19,99 Euro

Yvonne Hofstetter

Sie wissen alles.
Wie intelligente Maschinen in unser Leben eindringen und warum wir für unsere Freiheit kämpfen müssen
C. Bertelsmann, München 2014,
320 Seiten, 19,99 Euro

Christoph Keese

Silicon Valley.
Was aus dem mächtigen Tal der Welt auf uns zukommt
Knaus, München 2014,
320 Seiten, 19,99 Euro

Michael Lewis

Flash Boys.
Revolte an der Wall Street
Campus, Frankfurt 2014,
288 Seiten, 24,99 Euro

Felix Martin
Mariana Mazzucato

Das Kapital des Staates.
Eine andere Geschichte von Innovation und Wachstum
Kunstmann, München 2014,
303 Seiten, 22,95 Euro

Thomas Piketty

Das Kapital im 21. Jahrhundert
C. Beck, München 2014,
912 Seiten, 29,95 Euro

Philip Roscoe

Rechnet sich das?
Wie ökonomisches Denken unsere Gesellschaft ärmer macht
Hanser, München 2014,
316 Seiten, 21,90 Euro

Peter Thiel

Zero to One.
Wie Innovation unsere Gesellschaft rettet
Campus, Frankfurt 2014,
200 Seiten, 22,99 Euro

Knapp 100 Neuerscheinungen, Bücher und Fahnen, aus den vergangenen zwölf Monaten Titel wurden von den Verlagen eingereicht beim Rennen um das beste Wirtschaftsbuch des Jahres – eine Rekordzahl, die zeigt, dass der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis in seinem achten Jahr zu einer festen Institution geworden ist.

Die drei Initiatoren Handelsblatt, Frankfurter Buchmesse und Goldman Sachs verleihen den Preis, um eine Autorin oder einen Autor auszuzeichnen, die in beispielhafter Weise das Thema Wirtschaft behandeln und einem breiten Publikum ökonomische Zusammenhänge verständlich nahebringen. Dazu gehört als wichtiges Kriterium neben Aktualität und neuen Gedanken eine verständliche Sprache. Deshalb lautet das Motto des Preises auch „Wirtschaft verstehen“.

Zehn Bücher haben es auf die Shortlist geschafft. Aus ihnen wählt eine hochkarätige Jury unter dem Vorsitz von Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart das Siegerbuch, die feierliche Preisverleihung ist am 9. Oktober im Rahmen der Buchmesse in Frankfurt. Glück, Angst, Wachstum, Innovation, Geld, Big Data, Wall Street und Silicon Valley - die Themenpalette der Bücher ist breit und ein Spiegel der Wirklichkeit.

Im vergangenen Jahr lag durch die Bundestagswahl der Fokus auf der Politik. Den Preis gewann Daniel Zimmer, Juraprofessor in Bonn und Präsident der Monopolkommission, für sein Buch „Weniger Politik!“, ein „Plädoyer für eine freiheitsorientierte Konzeption von Staat und Recht“. Zimmer kritisiert darin die Regulierungswut in Berlin und Brüssel und das immer stärker werdende Eingreifen der Politik in Märkte und Lebensbereiche.

2014 gibt es zwei Trends, die auf zwei Begriffe gebracht werden können: Geld und Gesellschaft oder auch Befindlichkeit im Kapitalismus. Eine kleine Premiere: Zum ersten Mal sind unter den zehn Autoren drei Frauen. Außerdem wird der Preis internationaler, zu finden sind angelsächsische und ein französischer Autor. In den kommenden Wochen werden die zehn Shortlist-Titel auf dieser Literaturseite ausführlich vorgestellt. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Kommentare (2)

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Herr wulff baer

15.08.2014, 07:26 Uhr

Was man aufgrund der kurzen Beschreibung und der Autoren entnehmen kann, sind die vorgestellten Bücher für mich nicht lesenswert, denn die Protagonisten legen nicht den Finger in die Wunde der wirklich fatalen Entwicklungen, die durch die unheilbringende Allianz der gekauften Politik und der volksschädigenden Finanzindustrie.

Wenn das sehr gute Buch von Gabor Steingart "Unser Wohlstand und seine Feinde" im Rennen wäre, würde ich diesem Werk die Vorreiter-Rolle einräumen.

Frau Sabine Feininger

15.08.2014, 09:21 Uhr

Interessant dürfte auch das Buch "Weltmacht IWF" von Ernst Wolff sein.
Allein die Leseprobe des Tectum-Verlags klingt vielversprechend.

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