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10.06.2011

23:01 Uhr

Zeitgenössische Kunst

Das Potenzial der Zugereisten

VonChristian Herchenröder

Berlin zieht Künstler aus aller Welt magisch an. Jetzt zeigt eine gelungene Schau 80 Kreative aus 26 Ländern an fünf Orten.

Yorgos Sapountzis: Charleroi. "In Memory of Wealth, Celebration and Religion" ist eine Zweikanalprojektion in einem Gerüst mit Stoffen. Quelle: PRESS IMAGES based in Berlin, 2011

Yorgos Sapountzis: Charleroi. "In Memory of Wealth, Celebration and Religion" ist eine Zweikanalprojektion in einem Gerüst mit Stoffen.

BerlinDas Video in einem Kabinett des Hamburger Bahnhofs zeigt Sprayer in Aktion, die im Blitztempo einen abgestellten U-Bahn-Zug übermalen. Sie arbeiten im Akkord, sichtbar die Angst im Nacken, jeden Augenblick entdeckt zu werden. Diese Videoarbeit des vietnamesischen Künstlers Akim hat den doppelsinnigen Titel „Leistungsschau“.

Als Leistungsschau bezeichnet Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit auch die von ihm initiierte Ausstellung „Based in Berlin“, die eine repräsentative Auswahl aus dem Künstlerpotenzial der Spreestadt bieten soll. Wenn wir das Wort Leistung, das eher politisch, wissenschaftlich oder wirtschaftlich konnotiert ist, durch den Begriff Kreativität ersetzen, kommen wir der Sache näher. Berlin ist nicht nur berühmt wegen seiner Galerieszene, hier leben und arbeiten auch mehr Künstler als in jeder anderen Weltmetropole. Schon aus diesem Grund hatte Wowereit vor zwei Jahren den Bau einer 30 Millionen Euro teuren Kunsthalle am Humboldthafen geplant.

Im Juli 2009 kippte der Berliner Senat aus Sparzwängen das Projekt. Die Berliner Großausstellung, die sich aus Mitteln der Klassenlotterie und des Senats speist (Gesamtetat: 1,6 Millionen Euro) ist ein Substrat dieser Idee.

Sie macht mit ihrer Zersplitterung auf fünf Ausstellungsorte die Notwendigkeit eines ebenso institutionellen wie experimentellen Zentrums für die junge Kunst in dieser Stadt zwingend bewusst.

Die drei Berater Klaus Biesenbach, Christine Macel, Hans Ulrich Obrist und fünf junge Kuratoren haben die Ausstellung in Szene gesetzt, in der 80 in der Spreestadt arbeitende Künstler aus 26 Ländern ihre Arbeiten zeigen.

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